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Davis Cup-Reform: Erdbeben in der Tenniswelt – und das Ende der Tradition!?

16.08.2018|16:05 Uhr|von Björn Walter
Davis Cup-Reform: Erdbeben in der Tenniswelt – und das Ende der Tradition!?

Der "alte" Davis Cup ist tot, es lebe der kommerzielle Davis Cup!

Die Horrorvorstellung aller Traditionalisten – und damit auch des Deutschen Tennis Bundes – hat sich bewahrheitet. Der Davis Cup in seiner traditionellen Form wurde am heutigen Donnerstag mit der großen Mitglieder-Abstimmung in Orlando (Florida) beerdigt – zumindest auf absehbare Zeit.

Was bedeutet das konkret?

David Haggerty, Präsident des Tennis-Weltverbandes, will und wird den Traditionswettbewerb komplett umkrempeln. Um seine radikalen Reformen umzusetzen, benötigte der US-Amerikaner eine Zwei-Drittel-Mehrheit der in Orlando anwesenden nationalen Verbände. Und diese Mehrheit bekam er auch. 71,4 Prozent stimmten für die Pläne des Funktionärs, 28,5 Prozent dagegen. Der DTB machte seine Ankündigung wahr und votierte mit "Nein".

Wie verändert sich das Format?

Die Generalüberholung des Davis Cups soll bereits 2019 realisiert werden. Das heißt: Nach einer Vorrunde im Februar im bisherigen Stil mit Heim- und Auswärtspartien qualifizieren sich zwölf Teams für die Finalwoche, die im November an einem neutralen Ort ausgetragen wird. 18 Mannschaften (die vier Halbfinalisten des Vorjahres und zwei Wildcard Teams kommen hinzu) werden zunächst auf sechs Gruppen mit je drei Teams verteilt, dann geht es in der K.o.-Runde weiter. Anders als bisher wird nur noch über zwei statt drei Gewinnsätze gespielt. Zudem gibt es nur noch zwei Einzel und ein Doppel. Bislang werden vier Einzel und ein Doppel gespielt.

Warum soll der Modus überhaupt geändert werden?

Über die Zukunft des Davis Cups wird schon lange diskutiert. Die Spieler kritisieren, dass der Aufwand mit mehreren Runden über das Jahr verteilt zu groß sei. Hauptgrund für die Pläne von Haggerty ist aber das finanziell lukrative Angebot der Investmentgruppe Kosmos, hinter der auch der spanische Fußballstar Gerard Piqué steht. Kosmos bietet drei Milliarden Dollar für einen Deal über 25 Jahre.

Was passiert mit dem Fed Cup?

Der ist in Orlando noch kein Thema gewesen. Zwar soll auch der Teamwettbewerb bei den Damen reformiert werden. Zunächst ist aber die Zukunft des Davis Cups geklärt worden.

(Bild © imago/Text: mit dpa)

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Björn Walter
am 16.08.2018 gepostet von:
Björn Walter
Redakteur
Schlägt aus dem zweiten Stock auf, kennt gute Beinarbeit jedoch nur vom Hörensagen. Tennis-Allzweckwaffe mit Herz für amüsante Geschichten abseits des Centercourts. In Redaktionskreisen als Ein-Mann-La-Ola-Welle für Rafael Nadal erprobt. Auch aktiv mit Laufschuhen und Rennrad.

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