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US Open: Del Potro und die Hitze ringen Isner nieder

04.09.2018|23:55 Uhr|von Dennis Ebbecke
US Open: Del Potro und die Hitze ringen Isner nieder

Gauchos auf den Rängen brüllen „Delpo“ zum 6:7, 6:3, 7:6, 6:2.

Gefühlt mehr Klamottenwechsel als Ballwechsel 

John Isner erlangte unter anderem dadurch Berühmtheit, dass er 2010 in Wimbledon gegen Nicolas Mahut das längste Match der Tennis-Geschichte bestritt. Insgesamt elf Stunden und 5 Minuten (über drei Tage verteilt) standen sich die beiden damals gegenüber. Im Viertelfinale der US Open 2018 ging es für den Lokalmatadoren in seinem Match gegen Juan Martin del Potro nicht ansatzweise so lange (etwa dreieinhalb Stunden) – und dennoch konnte sich vor allem Isner phasenweise kaum auf den Beinen halten. 

An die Hitze konnten sich die Spieler bereits in den vergangenen Tagen zumindest einigermaßen gewöhnen, doch an diesem Dienstag war es vor allem die extreme Schwüle in Kombination mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit, die den Akteuren das Leben im Glutofen Arthur Ashe zu schaffen machte. Bereits nach wenigen Ballwechseln waren die Klamotten sowohl von Isner als auch von Del Potro durchgeschwitzt.

Isner braucht den Satzgewinn dringender 

Im ersten Satz konnte John Isner die schwierigen Bedingungen noch gut ausblenden. Im Duell zweier überragenden Aufschläger agierte der US-Amerikaner letztlich immer den kleinen Tick schneller und präziser als sein Kontrahent. Auch wenn die argentinischen Fans das größte Tennisstadion der Welt zur Überraschung aller beinahe in ein Heimspiel für Del Potro verwandelten, behielt der US-Amerikaner im Tiebreak (wie sollte es auch anders sein?) die Oberhand.

Isner wusste ganz genau, dass er diesen ersten Satz unbedingt für sich entscheiden musste, wenn er gegen die Nummer drei der Welt eine realistische Chance haben wollte. Der Grund: Während del Potro auf dem Weg ins Viertelfinale keinen Satz abgegeben hatte, stand dessen Gegner deutlich länger auf dem Platz. Darunter waren zwei Fünfsatzmatches gegen Nicolas Jarry und Milos Raonic.

Del Potro nutzt die physischen Probleme seines Gegners 

Und genau hier lag dann auch das Problem. Bereits im zweiten Satz musste Isner der Hitze und den langen Matches der vergangenen Tage Tribut zollen. Nur seinem Aufschlag hatte er es zu verdanken, dass er überhaupt drei Spiele gewinnen konnte. Zwar waren die Witterungsbedingungen auch „Delpo“ anzumerken, doch „Big John“ wirkte zwischenzeitlich so, als würde er jeden Moment zusammenbrechen.

Erstaunlicherweise konnte sich Isner im Verlauf des dritten Satzes wieder ein wenig fangen, indem er sich verstärkt auf seine Aufschläge konzentrierte und auf lange Ballwechsel verzichtete. Bei genauerem Hinsehen war aber schon in dieser Phase zu erkennen, dass die Reise von Juan Martin del Potro weitergehen würde – und John Isners für den Moment bei den US Open zu Ende gehen würde. Verdient siegte der Argentinier zum achten Mal (bei vier Niederlagen) gegen den US-Amerikaner und trifft im Halbfinale auf Rafael Nadal oder Dominic Thiem.

(Bild: (c) imago)

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Dennis Ebbecke
am 04.09.2018 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur t├Ątig, f├╝hlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fu├čballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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