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Del Potro leidet mit Nadal: „Er ist der größte Kämpfer“

08.09.2018|11:15 Uhr|von Dennis Ebbecke
Del Potro leidet mit Nadal: „Er ist der größte Kämpfer“

Große Geste von „Delpo“ nach seinem Finaleinzug bei den US Open.

Kämpfen bis nichts mehr geht 

„Ich hasse es aufzugeben, aber am Ende wurden die Schmerzen zu groß!“ Selbst diejenigen, die das erste Halbfinale der US Open 2018 nicht gesehen haben, werden wissen, dass dieses Zitat nur von einer Person stammen kann: Rafael Nadal. Aus diesen wenigen Worten lässt sich der Charakter des Spaniers herauslesen, der sich wie kein Zweiter auf der Tour, ja vielleicht sogar in der gesamten Sportwelt, als Kämpfernatur einen Namen gemacht hat. 

Obwohl er bereits nach vier Aufschlagspielen gegen Juan Martin del Potro von Knieschmerzen geplagt war, fightete er weiter, stemmte sich gegen die kaum vermeidbare Aufgabe. Erst beim Stande von 6:7, 2:6 aus seiner Sicht blieb ihm nichts anderes mehr übrig, als den bitteren Gang zum Netz anzutreten, um seinem Gegner zum Einzug ins Finale zu gratulieren. Wer Rafa kennt, weiß, dass ihn dieser kurze Weg – zumindest emotional – mehr geschmerzt haben wird als jeder einzelne Ballwechsel zuvor.

"Das ist nicht die beste Art, ein Match zu gewinnen."

Angesichts dieser vorbildlichen Verbissenheit konnte auch del Potro nicht anders, als seinen Finaleinzug nach dem kurzen Match in den Hintergrund zu rücken und stattdessen Nadal hochleben zu lassen. „Das ist nicht die beste Art, ein Match zu gewinnen. Rafa ist der größte Kämpfer in unserem Sport“, zollte der Argentinier dem Titelverteidiger höchsten Respekt.

"Ihn so zu sehen wie heute, tut weh."

Wenn jemand weiß, wie es sich anfühlt, im gesamten Karriereverlauf immer wieder von Verletzungen heimgesucht zu werden, dann Juan Martin del Potro. Umso mehr muss und wird ihm jeder die Aufrichtigkeit seiner ergänzenden Worte abnehmen: „Ihn so zu sehen wie heute, tut weh“, erklärte die Nummer drei der Welt. Es gibt keinen Zweifel: Del Potro leidet mit Nadal. Und auch das macht ihn zu einem großen Champion, obwohl er im Vergleich zum Spanier bisher 16 Grand-Slam-Trophäen weniger in den Himmel recken durfte.

Mutet sich Nadal zu viel zu? 

Den Worten „Delpos“ ist aber nicht nur Mitgefühl, sondern auch ernsthafte Sorge um den 32-Jährigen zu entnehmen. Geht Rafael Nadal mit seinen kämpferischen Eigenschaften etwa einen Schritt zu weit? Setzt er seine Gesundheit komplett aufs Spiel, nur um eben nicht aufgeben zu müssen? Bereits in der dritten Runde ging Nadal gegen Karen Khachanov über seine Schmerzgrenze hinaus. Letztlich kann nur der Weltranglistenerste selbst entscheiden, wann er die Notbremse zieht. Aber vielleicht können ihm ernstgemeinte Ratschläge von Leidensgenossen wie del Potro und Co. bei dieser schwierigen Entscheidung helfen. 

Gute Besserung und pass auf dich auf, Rafa!

(Bild (c) imago)

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Dennis Ebbecke
am 08.09.2018 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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