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Jahresrückblick: Serena Williams – Zwei bittere Finals und ein Mega-Eklat

26.11.2018|11:50 Uhr|von Dennis Ebbecke
Jahresrückblick: Serena Williams – Zwei bittere Finals und ein Mega-Eklat

Bei den US Open brach sie eine Sexismus-Debatte vom Zaun.

Nachdem Serena Williams im September 2017 erstmals Mutter geworden war, startete sie 2018 Step by Step ihre Rückkehr auf den Tennisplatz. Die Australian Open zu Beginn des Jahres kamen für die US-Amerikanerin noch zu früh. Sie verzichtete und rutschte damit erstmals seit über 20 Jahren aus der WTA-Weltrangliste. 

Dass dies kein Dauerzustand sein würde, bewies Serena bei ihrem Comeback im März in Indian Wells – auch wenn für sie bereits in der dritten Runde gegen Schwester Venus Schluss sein sollte. Lässt man das frühe Miami-Aus gegen Naomi Osaka einmal außen vor, konnte Serena in Anbetracht ihrer langen Pause schnell wieder Fuß fassen. Bei den French Open reichte es immerhin schon für das Achtelfinale. Auf dem Weg dorthin schaltete sie Julia Görges aus, musste ihr Match gegen Maria Sharapova jedoch verletzungsbedingt absagen.

In Wimbledon findet Williams in Kerber ihre Meisterin 

In Wimbledon hatte Serena dann ihren ersten ganz großen Auftritt. In beeindruckender Art und Weise marschierte die 23-malige Grand-Slam-Siegerin ins Finale. Und erneut zog Görges gegen Williams deutlich den Kürzeren – diesmal im Halbfinale. Angelique Kerber war es dann, die mit ihrem Sieg im Endspiel die deutsche Tennis-Ehre wieder herstellen konnte.

Der August begann für die Tennis-Queen aus Michigan mit einem sportlichen Disaster. In San José kassierte sie gegen Johanna Konta in der ersten Runde die höchste Niederlage ihrer Laufbahn. Die Britin fegte Serena mit 6:1, 6:0 vom Platz. Die Frustration auf Seiten der US-Amerikanerin nahm ihren Lauf: Die Canadian Open musste sie kurzfristig absagen und auch in Cincinnati war für sie früh Feierabend. 

Praktisch wie aus dem Nichts meldete sich Serena Williams im September bei den US Open eindrucksvoll zurück, revanchierte sich bei ihrer Schwester für die Niederlage in Indian Wells. Bis zum Endspiel sorgte sie ausschließlich für positive Schlagzeilen – und dann das! Im Rahmen ihrer zweiten Grand-Slam-Final-Pleite 2018 im Match gegen Osaka sorgte sie für einen handfesten Skandal – samt Emotionen, Tränen und einer Sexismus-Debatte, die auch Tage nach dem Turnier noch hohe Wellen schlug.

Der Serena-Eklat bei den US Open

Zu Beginn des zweiten Satzes wurde die sechsmalige US-Open-Siegerin aufgrund des Coachings ihres Trainers Patrick Mouratoglou verwarnt. Dessen Schützling fühlte sich jedoch ungerecht behandelt und machte gegenüber Schiedsrichter Carlos Ramos ihren Standpunkt klar: „Ich betrüge nicht, um zu gewinnen. Lieber verliere ich!“ 

Doch damit nicht genug: Serena zertrümmerte im Verlauf des Matches ihren Schläger. Die Folge: Ramos erteilte ihr die nächste Verwarnung, die einem Punktabzug (0:15) gleichkam. Daraufhin ging bei der ehemaligen Nummer eins nicht mehr viel zusammen. Den Schuldigen fand sie in dem Stuhlschiedsrichter – und überspannte den Bogen mit folgender Aussage: „Du wirst nie, nie, nie mehr ein Spiel von mir leiten, solange du lebst. Du bist ein Lügner! Wann wirst du mir eine Entschuldigung geben? Du schuldest mir eine Entschuldigung! Sag es! Sag, dass es dir leid tut! Du hast mir einen Punkt gestohlen. Ein Dieb bist du also auch!“

Im Rahmen der Pressekonferenz legte der Tennisstar noch einmal nach, warf Ramos sogar Sexismus vor: „Ich bin hier, um für Frauenrechte, Gleichberechtigung und all das zu kämpfen. Ich habe ihn als Dieb bezeichnet, weil er mir ein Spiel weggenommen hat, das fühlt sich für mich sexistisch an. Einem Mann hätte er dafür nie ein Spiel weggenommen.“ Es war das unrühmliche Ende eines Jahres, dass bei Serena von einem zeitweise starken Comeback (WTA #16) und ebenso starken Emotionen geprägt war …

(Bild: (c) imago)

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Dennis Ebbecke
am 26.11.2018 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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