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Jahresrückblick: Rafael Nadal – Der Körper wird zum härtesten Gegner

28.11.2018|13:00 Uhr|von Christian Schwell
Jahresrückblick: Rafael Nadal – Der Körper wird zum härtesten Gegner

Eine Saison mit vielen Höhepunkten und vielen Verletzungssorgen.

Ein erneuter Triumph in Roland Garros, dazu vier weitere Turniersiege auf der Tour und mit den Duellen gegen Djokovic in Wimbledon und Thiem in New York die Beteiligung an zwei Partien, die locker als Kandidaten für das Match des Jahres durchgehen. Dazu nur knapp an der Jahresend-Nummer-Eins vorbei geschrappt. Die Bilanz von Rafael Nadal im Jahr 2018 kann sich mal wieder mehr als sehen lassen. Allein die Verletzungen, die noch mehr Erfolg verhindert haben und die Saison des Spaniers auch zum wiederholten Male vorzeitig haben enden lassen, müssen seinen Fans trotzdem Sorgen bereiten.

Schon in Melbourne streikte der Körper

Dass das Jahr in dieser Hinsicht wieder problematisch werden könnte, deutete sich schon beim ersten Saison-Höhepunkt, den Australian Open an. Nadal, der schon die Saison 2017 mit gesundheitlichen Problemen beendet hatte, spielte sich an Nummer eins gesetzt relativ leicht und locker ins Viertelfinale des ersten Grand Slams des Jahres. Dann aber machte ihm gegen Marin Cilic eine Muskelverletzung im Oberschenkel einen Strich durch die Rechnung. Nadal musste aufgeben. Die Blessur sollte sich als gravierend erweisen, nach und nach cancelte der Spanier Im Anschluss alle Auftritte des Frühjahrs auf amerikanischen Hartplätzen und stieg erst zur europäischen Sandplatzsaison wieder ins Turniergeschehen ein.

Auf Sand immer noch das unumstrittene Maß aller Dinge

Auf seinem Lieblingsgeläuf lief es dann wieder wie am Schnürchen für den 17-fachen Grand-Slam-Champion. Er holte sich die Masters-Titel von Monte Carlo und Rom sowie das 500er-Turnier von Barcelona und legte nur bei der Niederlage gegen Dominic Thiem in Madrid eine kleine Kunstpause ein. Bei den French Open zeigte er dann zum elften Mal, wer auf Sand das Maß aller Dinge ist. Einen einzigen Satz gab er auf dem Weg zum Triumph ab, im Finale war der in Madrid noch siegreiche Thiem chancenlos. Auf seinem besten Belag holte er sich auch die Nummer eins zurück, die er zwischenzeitlich im Fernduell an Roger Federer abgegeben hatte.

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Amazing feeling !!! Incredible esta emoción! @rolandgarros #11

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Nadal mit stärkster Rasen-Performance seit Jahren

Und auch auf Rasen zeigte der Mallorquiner wieder zwischenzeitlich verlorene Qualitäten. Zum ersten Mal seit sieben Jahren zog er wieder in ein Wimbledon-Halbfinale ein und lieferte sich dort ein atemberaubendes Match mit dem wiedererstarkten Novak Djokovic.

Auch wenn dieses 8-10 im fünften Satz verloren ging, war das Match ein deutliches Zeichen dafür, dass mit Nadal auch auf anderen Belegen als Sand weiterhin zu rechnen ist, wenn es um die Vergabe der großen Titel geht – Gesundheit vorausgesetzt.

Auf Hartplatz wird Rafa endgültig von seinen Verletzungen ausgebremst

Dieser Eindruck setzte sich dann auch zunächst auf den nordamerikanischen Hartplätzen fort. In Toronto holte sich Nadal mit einem Endspiel-Erfolg über den griechischen Youngster Stefanos Tsitsipas seine 33. Masters-Titel. Auf Hartplatz war er bei einem Turnier dieser Kategorie zuletzt 2013 erfolgreich gewesen. Den anschließenden Start in Cincinnati cancelte der US-Open-Titelverteidiger dann aber schon wieder mit Blick auf seinen Körper. Die Vorsichtsmaßnahme trug leider keine Früchte.


Nachdem er in einer hinreißenden Partie in New York Dominic Thiem im Tiebreak des fünften Satzes niedergerungen hatte, musste er anschließend im Halbfinale mit starken Knieschmerzen in Satz zwei gegen Juan-Martin del Potro aufgeben. Schon das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres also, das für Nadal in dieser Art und Weise enttäuschend endete.

Anschließend sagte er nach und nach alle weiteren Turnierauftritte des Jahres ab. Neu aufgetretene Bauchmuskelprobleme verhinderten einen Start beim letzten Masters in Paris, anschließend sagte Rafa dann auch noch die ATP Finals ab und unterzog sich einem Eingriff am zusätzlich lädierten Knöchel. Diese Absagen ließen ihn dann auch endgültig das Duell um die Spitze der Weltrangliste zum Jahresende kampflos an Novak Djokovic verlieren.

Abseits des Platzes: Nadal als Helfer in der Not

Auch wenn sein mittlerweile fragiler Körper 2018 noch mehr Erfolg verhindert hat und auch wenn seine Verletzungsanfälligkeit mehr und mehr zur determinierenden Variabel seiner Karriere wird: Mit seinem Verhalten abseits des Platzes hat Nadal in diesem Jahr mit Sicherheit auch die Herzen vieler gewonnen, die keine Fans seiner Spielweise sind. Nach den verheerenden Überschwemmungen auf seiner Heimatinsel Mallorca bot er den Betroffenen nicht nur seine Hilfe an, indem er sofort die Räumlichkeiten seiner Tennis Akademie als Notunterkunft zur Verfügung stellte. Der 32-Jährige Griff auch selbst zum Besen und unterstütze wie viele andere freiwillige Helfer die Bewohner überfluteter Häuser dabei, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien.

(Bild © imago)

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Christian Schwell
am 28.11.2018 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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