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Jahresrückblick: Simona Halep – Endlich der ersehnte Grand-Slam-Titel

29.11.2018|17:00 Uhr|von Christian Schwell
Jahresrückblick: Simona Halep – Endlich der ersehnte Grand-Slam-Titel

Die Nummer eins schwächelt nur ganz am Ende der Saison.

Bei den vier Grand Slams waren in diesem Jahr auf der Damen-Seite Premieren-Siege das dominierende Motto. Angelique Kerber gewann ihren ersten Wimbledon-Titel, drei andere Spielerinnen, nämlich Naomi Osaka, Caroline Wozniacki und Simona Halep ihren ersten Grand-Slam-Titel überhaupt.

Die lange Jagd nach dem großen Titel

Gerade die Rumänin war schon so lange reif dafür und kurz davor, einen Triumph bei einem der vier größten Turniere zu schaffen, dass man Bedenken haben musste, ob der Traum nicht langsam zum Trauma wird. Seit 2014 spielt die heute 27-Jährige in der absoluten Weltspitze mit, seitdem tauchte sie auch trotz einiger früher Ausrutscher immer wieder in den späten Runden der großen Turniere auf. Zum Titel reichte es aber, auch als sie dann 2017 zur Nummer eins wurde, immer wieder nicht.

Auch in Melbourne scheitert Halep wieder auf der Ziellinie

Und auch 2018 schien diese Leidensgeschichte ihre Fortsetzung zu finden. Halep zeigte sich Anfang des Jahres in bestechender Form und spielte sich in einer Halbfinal-Partie gegen Angelique Kerber, die sofort trotz des frühen Zeitpunkts in der Saison als heißer Kandidat für das Match des Jahres gehandelt wurde, ins Finale der Australian Open.

Nur um dort erneut, sozusagen auf der Ziellinie, von Caroline Wozniacki abgefangen zu werden, die sich selbst ihrerseits endlich den Grand-Slam-Traum erfüllte.

Entmutigen ließ sich Halep, die schon in der Vorbereitung auf Australien das Turnier von Shenzhen gewonnen hatte, von diesem erneuten Tiefschlag aber nicht. Turniersiege wollten ihr in den nächsten Wochen und Monaten nicht gelingen. Trotzdem lieferte sie in der Folge sehr viele konstante Ergebnisse ab und steigerte sich mit dem Wechsel auf die europäische Asche noch weiter. Nach einem Viertelfinale beim Turnier von Madrid und der Finalteilnahme in Rom musste sie eigentlich wieder als eine der großen Favoritinnen für den French-Open-Titel angesehen werden. Wenn da nicht die Bürde der vielen gescheiterten Versuche gewesen wäre.

Halep besiegt ihr Grand-Slam-Trauma in Paris


Diesmal aber sollte es anders kommen. Nach einem Stotter-Start gegen Alison Riske (USA) bei dem sie den ersten Satz komplett verschlief, spielte sich Halep souverän ins Viertelfinale, wo sie erneut in wie schon in Melbourne in drei Sätzen triumphierte. Danach fertigte sie mit Garbine Muguruza im Halbfinale eine ehemalige Roland-Garros-Siegerin regelrecht ab. Und ließ sich im Finale als Favoritin gegen Sloane Stephens auch nicht davon irritieren, dass der erste Satz verloren ging. Das 3:6, 6:4, 6:1 gegen die US-Open-Siegerin von 2017 machte den Paris-Triumph perfekt. Der Makel, eine Weltranglistenerste ohne Krone zu sein, gehörte endlich der Vergangenheit an.

Gesundheitliche Probleme zum Saisonende

Auch wenn in Wimbledon eine recht frühe Drittrunden-Niederlage gegen Su-Wie Hsieh folgte, lieferte Halep zunächst auch im weiteren Saisonverlauf sehr gute Ergebnisse ab. Das Turnier von Montreal gewann sie (erneut im Finale gegen Sloane Stephens) und nachdem sie auch in Cincinnati das Finale erreicht hatte (Niederlage gegen Bertens), waren vielen der Meinung, dass die Chance auf einem zweiten Grand-Slam-Titel in New York nicht gerade schlecht stünden.

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Simona: hey Roger, i am your hitting partner today! Roger: Whaaaaaat?🤨 😱😂😂😂😂 #bestpic ☺️

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Ab da geriet die Leistungskurve der Nummer eins aber deutlich in den Abschwung. Allerdings nicht grundlos: War das Erstrunden-Aus bei den US Open gegen Kaia Kanepi noch eine faustdicke Überraschung, so lassen sich Pleiten jeweils im ersten Spiel in Wuhan und Peking durch einen beim Training in China aufgetretenen Bandscheibenvorfall erklären. Als Konsequenz aus diesem verzichtete Halep dann auch auf eine Teilnahme an den WTA Finals in Singapur nachdem klar wurde, dass sie das Jahr nach 2017 zum zweiten Mal an der Spitzenposition abschließen würde, ohne noch mal in den Spielbetrieb einsteigen zu müssen.

Ohne Coach zum nächsten Grand-Slam-Erfolg?

Aber nicht nur wegen dieser Verletzungsproblematik stellt sich die Frage, ob die Branchenführerin 2019 an ihre Erfolge wird anknüpfen können. Im November gab es die Nachricht, dass sie und ihr Erfolgscoach Darren Cahill in Zukunft getrennte Wege gehen werden. Der Australier will sich eine Auszeit von der Tour nehmen und vermehrt um seine Familie kümmern.

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I would like to announce that Simona and I will not be continuing our partnership in 2019 purely for family reasons on my part. . After much thought and discussion, and many years with 30 plus weeks on the road away from my family, I’ve decided to take a 12 month break from coaching to be home more for support as our children enter important stages of their lives with the final year of high school, sports and college preparations all becoming more time consuming. . I’d like to thank Simona for the last 4 amazing years. Her understanding, personality, work ethic, generosity and professionalism made it a pleasure to stand by her side as her coach. She’s a young woman of total class and someone I respect greatly which is something more important than any result achieved. . Basically, I had the dream job and I want to thank her for making it that way, and the opportunity to work with someone so talented and dedicated. . I wish Simo and her team nothing but continued success and I look forward to supporting her from the sidelines next year. . A special mention to Theo Cercel, Andrei Cristofor and Virginia Ruzici for all of the support, belief, friendship and great work through the years. . And finally, to the Romanian fans that show unwavering passion and support for their girl. You guys rock, seriously. Thanks for adopting this Aussie as one of your own for the last 4 years and making me feel welcome in your country. Mulțumesc ❤️ . I will continue to work with the ESPN team at the AO, Wimbledon & US Open tournaments in 2019. . Cheers, Darren

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Halep kündigte daraufhin an, es zumindest zunächst 2019 ohne Coach angehen zu wollen. Man darf gespannt sein, wie dieses Experiment funktioniert. Ihre Ziele sind auf jeden Fall weiterhin hoch gesteckt. Medien in ihrer Heimat gegenüber gab sie an, dass auch im nächsten Jahr der Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier ihr Ziel sei. Und dass es, wenn sie es sich aussuchen könnte, doch dann auch bitte der Titel auf dem heiligen Rasen von Wimbledon sein dürfte.

(Bild: (c) imago)

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Christian Schwell
am 29.11.2018 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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