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ATP

Jahresrückblick: Kohlis Titel-Serie reißt

08.12.2018|15:00 Uhr|von Christian Schwell
Jahresrückblick: Kohlis Titel-Serie reißt

Der Augsburger bleibt 2018 ohne Turniersieg.

Das Jahr 2018 bedeutete für die Nummer 34 der Weltrangliste das Ende einer beeindruckend konstanten Erfolgsserie. Seit 2014 hatte er es jedes Jahr geschafft, sich einen Titel auf den europäischen Sandplätzen zu sichern. In diesem Jahr sollte es für den 35-Jährigen „nur“ zur Finalteilnahme bei einem seiner Lieblingsturniere, den BMW Open in München, reichen.

Dies und das bei Kohlschreiber geradezu karrierebeschreibende Problem, dass er wirklich tollen taktischen und spielerischen Leistungen zu oft unterdurchschnittliche Matches folgen lässt, ließen sein Traum, noch einmal richtig vordere Weltranglistenpositionen anzugreifen, auch in diesem Jahr eine Wunschvorstellung bleiben.

In die Saison 2018 startete Kohlschreiber eher mäßig. Ein Erstrundenaus in Melbourne, dazu einige weitere frühe Niederlagen Anfang des Jahres. Das waren nicht immer schlechte Leistungen, aber zu gelang es Kohlschreiber nicht, in ausgeglichenen Matches die entscheidenden Punkte zu machen. Zwei knapp verlorene Sätze gegen Roger Federer in Rotterdam oder eine Dreisatzniederlage gegen Stafanos Tsitsipas in Dubai mögen da als Beispiel dienen.

Fünf Sätze mit bitterem Ende in Valencia

In Indian Wells schienen ein Sieg über Marin Cilic und eine Viertelfinal-Teilnahme dazu geeignet zu sein, als echter Brustlöser für den weiteren Saisonverlauf zu dienen. Was dann allerdings folgte war wohl die bitterste Niederlage dieses Jahres. In einer dramatischen fast fünfstündigen Partie im Davis Cup gegen David Ferrer unterlag der Deutsche am Ende beim Gesamtstand von 2:2 in fünf Sätzen. Damit verpasste Deutschland den ersten Halbfinaleinzug seit 2007, obwohl Kohlschreiber Ferrer in dessen Heimatstadt Valencia mehr als nur ebenbürtig war und ihn am Rande einer Niederlage hatte.

Hochzeit und Niederlage an einem Tag

Danach schlug sich Kohlschreiber in der europäischen Sandsaison wacker, ohne dass ihm das ganz große Highlight (siehe die Finalniederlage von München gegen Alexander Zverev) gelingen wollte. Den Abstecher auf Rasen beendete ein starker Kevin Anderson in der dritten Wimbledon-Runde. Danach feierte Kohlschreiberin Kitzbühel einen Erfolg der besonderen Art. Statt wie so oft beim Turnier in seiner Wahlheimat kräftig Punkte zu sammeln oder gar den Titel abzustauben, heiratete er in diesem Jahr in der Turnierwoche seine langjährige Freundin Lena Alberti. Um dann praktisch direkt vom Standesamt kommend eine Auftaktniederlage gegen Denis Istomin zu kassieren.

Prestigesieg gegen Zverev bei den US Open

Auf Hartplatz bei den US Open lief es dann auch beruflich wieder rund. Kohlschreiber konnte drei Runden gewinnen und dabei das Prestige-Duell gegen Alexander Zverev für sich entscheiden. Im nächsten Match gegen Kei Nishikori präsentierte er sich dann aber leider vollkommen von der Rolle und hatte so nie eine wirkliche Chance darauf, die guten Vorleistungen in eine Viertelfinalteilnahme umzumünzen.

Dass man den Rechtshänder mit der schönen einhändigen Rückhand aber trotzdem nie und in keiner Situation abschreiben sollte, musste zum Saisonende hin in Stockholm Fernando Verdasco schmerzhaft erfahren. Kohlschreiber schaffte eine spektakuläre Wende und wehrte gleich diverse Matchbälle ab, um Verdasco in drei Sätzen nieder zu ringen und im Tiebreak des dritten Satzes zu triumphieren.

Kohlschreibers Stagnation auf hohem Niveau

Als Fazit der Saison bleibt, dass „Kohli“ genau das ablieferte, was er schon sehr respektabel und solide seit Jahren macht: Er präsentierte sich erneut als Akteur der erweiterten Weltspitze um den Platz 30 herum, dem der spielerisch mögliche Sprung nach weiter oben aber aus den genannten Gründen wieder nicht glücken wollte.

(Bild © imago)

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Christian Schwell
am 08.12.2018 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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