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Jahresrückblick: Mischa Zverevs Achterbahn-Jahr

13.12.2018|14:00 Uhr|von Christian Schwell
Jahresrückblick: Mischa Zverevs Achterbahn-Jahr

Eine Saison zwischen Turnier-Triumph und Aufgabe-Ärger.

Ein Jahr, dass man als Nummer 33 der Welt startet und als Nummer 69 beendet, kann für einen Tennisprofi nicht als erfolgreich gelten, oder? Aber eine Saison, in der man als über 30-Jähriger endlich seinen ersten Titel holt, kann ja nur positiv in Erinnerung bleiben, hm? 2018 hat der ältere der Zverev-Brüder beides erlebt und dazu noch zverevsche Familiengeschichte mitgeschrieben. Was bleibt, ist also ein Jahr mit Höhen und Tiefen.

Saisonstart mit viel Ärger

Tief begann es nämlich gleich für Mischa Zverev in diesem Jahr. Und das ausgerechnet bei der Rückkehr zu dem Turnier, bei dem er sich 2017 so richtig ins Rampenlicht gespielt hatte. Beim Grand-Slam in Melbourne hatte er 2017 mit seinem Serve & Volley begeistert, unter anderem John Isner und den damaligen Weltranglistenersten Andy Murray geschlagen und das Viertelfinale erreicht.

Diesmal reiste der Deutsche mit einer Knochenhautentzündung und durch einen Infekt geschwächt an. Er entschloss sich aber seine erste Runde zu spielen um dann beim Stand von 2:6, 1:4 gegen den Südkoreaner Hyeon Chung aufzugeben. Im Anschluss wurde er erstes Opfer einer Regelverschärfung bei Grand-Slam-Turnieren. Ein neu eingeführter Paragraph namens „first round performance“ soll verhindern, dass angeschlagene Profis nur des Preisgeld wegens antreten um dann frühzeitig aufzugeben. Die Organisatoren bewerteten den Auftritt Zverevs als unter diese Regel fallend und sanktionierten ihn mit gleich 45.000 US-Dollar Strafe. Damit waren nicht nur die vielen Vorjahrespunkte futsch, sondern auch - bis auf 2000 Dollar - das gesamte Preisgeld für die erste Runde.

Bei Zverev lief Tagesgeschäft nicht rund

Egal, wie sehr Zverev diese ärgerliche Episode am Anfang Saison beschäftigt hat – Fakt ist jedenfalls: In der Folge kam der Linkshänder nur ganz schwer in Tritt. Egal auf welcher Ebene, auch bei den kleineren 500er- und 250er-Turnieren: Mischa Zverev musste in den nächsten Monaten viel zu oft ganz früh die Segel streichen. Erst im April in Monte Carlo gelangen ihm überhaupt mal wieder zwei Siege in Folge. Das ganze Jahr über sollten viele frühe Niederlagen das Problem bleiben. Bei sage und schreibe 19 Turnierauftritten in diesem Jahr war für den Hamburger das erste Match der Woche auch schon wieder das letzte.

Das dicke Ausrufezeichen in Eastbourne

Gerade in diesem Gesamtzusammenhang der vielen am Selbstvertrauen nagenden Rückschläge ist umso erstaunlicher, was dann kurz vor Wimbledon auf dem Rasen von Eastbourne passierte. Zverev, der seit Beginn seiner Profikarriere 2005 ohne Turniersieg geblieben war und auch lediglich zweimal über die Jahre hinweg ein Finale erreicht hatte, machte endlich als Ü30-Spieler den Traum vom Turniersieg perfekt. Im Finale schlug er Lukas Lacko mit 6:4, 6:4 und konnte erstmalig auf der ATP-Tour das Gefühl erleben am Ende der Spieler zu sein, der den großen Pokal Richtung Kameras hält.

Das historische Bruder-Duell in Washington

Auch wenn es im Einzel nach diesem Triumph genau wie vorher eher mau laufen sollte: Im Zusammenhang mit seinem jüngeren mittlerweile in der Weltspitze angekommen Bruder Alexander gab es doch noch das eine oder andere Highlight für den Hamburger. Nicht nur, dass die beiden sowohl in Halle als auch in Basel gemeinsam das Finale der Doppel-Konkurrenz erreichten.

Beim Turnier in Washington kam es Anfang August zum von vielen Fans herbei gesehnten ersten Bruder-Duell in einem Hauptfeld auf ATP-Ebene. Sicherlich ein Moment für das Familienalbum der Zverevs und eine ganz besondere Erinnerung für Mischa wie Alexander. Dass der 10 Jahre jüngere „Sascha“ mit 6:3, 7:5 das bessere Ende für sich hatte, war da wahrscheinlich eher Nebensache.

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Insgesamt zu viel grauer Alltag

Ein Jahr der gemischten Gefühle also für Mischa Zverev. Mit einem sportlichen Höhepunkt aber auch viel grauem Alltag, der durch gleich acht Niederlagen am Stück zum Saisonende hin noch mal dokumentiert wird. Er muss versuchen, 2019 wieder regelmäßiger Woche für Woche zu punkten, damit seine Ranglistenplatzierung innerhalb der Top 100 nicht nur am seidenen Faden weniger guter Ergebnisse hängt.

(Bild © imago)

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Christian Schwell
am 13.12.2018 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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