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30 Jahre Wunder von Göteborg

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17.12.2018|13:00 Uhr|von Adrian Rehling
30 Jahre Wunder von Göteborg

Angetreten als klarer Außenseiter gegen einen Gastgeber mit zwei Weltklasse-Spielern - gejubelt als sensationeller Sieger. Das DTB-Team vermasselte den Schweden 1988 die fest eingeplante Party völlig.

Eigentlich waren sich die Experten sicher: Das werden sich die Gastgeber nicht nehmen lassen. Nicht vor heimischem Publikum. Nicht mit dem Duo Stefan Edberg und Mats Wilander. Daher hatten sich 12.500 Zuschauer ins packend volle Scandinavium von Göteborg gemacht, um den großen Davis-Cup-Triumph zu zelebrieren. Doch es kam alles ganz anders als vorhergesehen - zumindest aus schwedischer Sicht.

Bereits im Auftakteinzel rieben sich die Gastgeber verwundert die Augen. Nach einem 10:8 (die Durchgänge wurden damals im Davis Cup noch nicht im Tie-Break entschieden) und einem 6:1 führte Wilanders mit 2:0-Sätzen gegen Carl-Uwe Steeb. Doch der deutsche Außenseiter gab sich noch lange nicht geschlagen: 6:2, 6:4 - plötzlich ging es in den fünften Satz. Und hier machte Steeb die Sensation perfekt, triumphierte mit 10:8 zur 1:0-Führung für Deutschland.

Becker fegt Edberg vom Court

Danach sorgte Boris Becker für eine ganz große Sternstunde. Gegen Stefan Edberg, dem er im selben Jahr in Wimbledon noch unterlegen war, spielte er Tennis wie von einem anderen Stern. 6:3, 6:1, 6:4. Eine unfassbare Vorstellung, vor der auch Teamchef Niki Pilic nur den Hut ziehen konnte: "Boris war der Mega-Star im Team, aber am Tisch waren wir alle gleich. Boris hat alles akzeptiert, was ich gesagt habe. Wir hatten eine lange, fast zweiwöchige Vorbereitung. Er war vernünftig, in jeder Richtung. Und er war ein genialer Spieler. Vor allem im Davis-Cup."

Deutschland ging also mit einem 2:0 in das Doppel. Ein weiterer Punkt - und die Sensation wäre tatsächlich perfekt. Allerdings zählte das schwedische Dup Stefan Edberg/Anders Järryd zu dem Besten, was es damals im Doppel gab. Tatsächlich legten die Schweden zum 6:2, 6:3 vor.

Beim 5:5 standen Boris Becker und Eric Jelen kurz vor der Niederlage, ehe sie die große Wende schafften. 7:5, 6:3, 6:2 hieß es wenig später in den Sätzen drei bis fünf. Deutschland hatte es also tatsächlich vollbracht. Pilic schwärmte: "Ich sage immer: Das sind alles Champions, aber wenn du den Davis Cup gewinnst, wirst du zum Helden."

Die Final-Fakten

Datum: 16. bis 18. Dezember 1988
Ort: Scandinavium, Göteborg (Schweden)
Belag: Sand (Halle)

Matches:
Mats Wilander -  Carl-Uwe Steeb 10:8, 6:1, 2:6, 4:6, 6:8  
Stefan Edberg  -  Boris Becker 3:6, 1:6, 4:6   
Stefan Edberg/Anders Järryd  - Boris Becker/Eric Jelen 6:2, 6:3, 5:7, 3:6, 2:6   
Stefan Edberg  - Carl-Uwe Steeb 6:4, 8:6   
Kent Carlsson - Patrik Kühnen w.o.

Resultat: 1:4

Das sagen die deutschen Helden heute

Boris Becker: "Ich möchte kein Ranking meiner Erfolge aufstellen. Ob Nummer eins, die Wimbledonsiege, überhaupt die Grand-Slam-Erfolge oder eben der Davis Cup. Aber der Titel 1988 hat einen besonders hohen Stellenwert, noch heute. Es war eines meiner ganz großen Highlights als Tennisspieler."

Niki Pilic: "Der Erfolg gegen Schweden war eine große Überraschung, niemand hatte damit gerechnet. Dann stand es nach zwei Tages 3:0 für uns, unfassbar. Ich hatte das Gefühl: Jetzt können wir sogar über Wasser gehen."

Patrick Kühnen: "Es war eine Riesensensation. Die Davis-Cup-Siege sind tief in meiner Seele verankert. Sie haben mein Leben sowohl während als auch nach meiner aktiven Zeit enorm bereichert und beeinflusst."

(Bild © imago)

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Adrian Rehling
am 17.12.2018 gepostet von:
Adrian Rehling
Redakteur
Adrian liebt seinen Job. Social-Media-Spürnase, bringt das nötige Quäntchen Boulevard ins Team. Gute Laune in Person.

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