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ATP Pune: Karlovic macht sich zum ältesten Finalisten seit 41 Jahren

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04.01.2019|16:45 Uhr|von Christian Schwell
ATP Pune: Karlovic macht sich zum ältesten Finalisten seit 41 Jahren

Der Kroate setzt sich im indischen Jungsenioren-Duell gegen Steve Darcis durch.

Die fast 40-jährige Nummer 100 der Welt gegen einen weiteren Ü30-Spieler, der nach dreizehnmonatiger Verletzungspause ohne Weltranglistenplatzierung nur mit seinem Protected Ranking ins Hauptfeld gekommen ist: Das erste Halbfinale beim 250er-Turnier im westindischen Pune wartete heute mit einer eher unerwarteten Konstellation auf. Wie ungewöhnlich das Vordringen von Ivo Karlovic (Kroatien) und Steve Darcis (Belgien) in diese Vorschlussrunde war, zeigt auch ein Blick in die Statistik: Sein heutiges 7:6, 4:6, 6:3 macht Karlovic zum ältesten Finalisten im Herrentennis seit 1977, die Halbfinalteilnahme Darcis‘ war die erste eines Spielers ohne Weltranglistenplatzierung überhaupt, seit die ATP Tour 1990 etabliert wurde.

Duell der Gegensätze

Die heutige Partie lebte von dem Reiz der davon ausgeht, wenn zwei Profis mit vollkommen unterschiedlichen Spielanlagen aufeinander treffen. Das ist bei Darcis und Karlovic der Fall, sie liegen praktisch an den komplett unterschiedlichen Enden des taktischen Spektrums des Tennissports. Während der wuselige Darcis versucht, Ballwechsel möglichst in die Länge zu ziehen und auch von den Fehlern des Gegners zu leben, ist es das Ziel des Kroaten, Ballwechsel möglichst komplett zu unterbinden. Mindestens mal bei eigenem Aufschlag soll der erste Schlag regelmäßig auch der letzte sein. Das war ihm in Pune bis zu diesem Halbfinale auch glänzend gelungen. 55 Asse, unzählige weitere Aufschlagwinner und kein zugelassenes Break sprachen eine deutliche Sprache in Bezug auf die Aufschlagstärke des Kroaten.

Kompliziert wurde die Aufgabe für „Dr. Ivo“ allerdings dadurch, dass einerseits seine Return-Qualitäten naturgemäß nicht ganz mit seiner Stärke bei eigenem Aufschlag mithalten können und andererseits zusätzlich sein 34-Jähriger Gegner sich in diesem Turnier bisher auch als Experte dafür gezeigt hatte, eventuelle Breakchancen des Gegners zunichte zu machen.

17 Asse in Satz eins für Karlovic

So kam es zunächst, wie es kommen musste: In Satz eins machte der Belgier alle drei Breakchancen des Kroaten zunichte, während dieser unter anderen mit Hilfe von 17 Assen erst gar nicht in die Verlegenheit kam, Breakbälle abwehren zu müssen. Im Tiebreak setzte sich Karlovic dann aber recht schnell von seinem Gegner ab und konnte den Durchgang mit einem sicheren 7-3 für sich entscheiden.

Ein Break in Satz zwei ist zu wenig für Darcis

Im zweiten Satz gelang dem Belgier dann aber doch das scheinbar in dieser Woche Unmögliche: Ein Break gegen den Aufschlagriesen. Das reichte aus, um mit einem 6:4 den Entscheidungssatz zu erzwingen.

Hier war es dann aber wiederum Karlovic, der sich bei 2:1 aus seiner Sicht gleich drei Breakchancen am Stück erspielte. Der zweite Breakball saß – tragischerweise für Darcis verursacht durch einen seiner wenigen unforced Errors aus einem längeren Ballwechsel heraus. Danach strebte der Kroate bei eigenem Aufschlag unwiderstehlich dem Sieg entgegen.

Finale gegen Anderson oder Simon

Karlovic spielt nun im Finale gegen den Sieger des zweiten Halbfinales, das zwischen Turnierfavorit Kevin Anderson (Südafrika) und dem französischen Routinier Gilles Simon ausgespielt wird. Das Match der beiden ist eine Wiederholung des letztjährigen Finales an gleicher Stelle.

(Bild © imago)

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Christian Schwell
am 04.01.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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