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Davis Cup 2019

Jerome Kym: Kann er in die Riesen-Fußstapfen von Stan und Roger treten?

31.01.2019|16:10 Uhr|von Christian Schwell
Jerome Kym: Kann er in die Riesen-Fußstapfen von Stan und Roger treten?

Erste Davis Cup-Nominierung für den 15-Jährigen Schweizer.

Die Jahrhundert-Generation des Schweizer Herrentennis mit Roger Federer und Stan Wawrinka nähert sich so langsam der jeweiligen Ziellinie der Karriere. Beim 37-jährigen Federer scheint ein Ende langsam absehbar und auch Wawrinka befindet sich mit 33 Lebensjahren tendenziell im letzten Viertel seiner Profikarriere. Dass dadurch eine Lücke entsteht, die nicht nahtlos geschlossen werden kann, scheint klar zu sein. Grand Slam-Champions schüttelt man als Verband auch bei bester Jugendarbeit nicht aus dem Ärmel. Mit dieser Erkenntnis steht die Schweiz wahrlich nicht allein da. Und so muss man zurzeit auch in der Weltrangliste ein gehöriges Stückchen nach unten blicken, wenn man die nach Federer (ATP 6) und Wawrinka (ATP 57) bestplatzierten Schweizer finden will. Henri Laaksonen ist immerhin noch die Nummer 142 der Welt, danach geht es aber auch schon in die 300er und 500er-Regionen der Rangliste, bevor wieder Eidgenossen auftauchen.

Jerome Kym als Hoffnungsträger

Hoffnung macht nun mit Jerome Kym ein erst 15-Jähriger. Der Aargauer, der am Samstag seinen 16. Geburtstag feiern wird, ist – auch durch das Fernbleiben der Altstars – erstmals für das Davis Cup-Team der Schweiz nominiert, wenn sie in der Qualifikationsrunde am Wochenende gegen Russland antreten. Auch wenn ein Einsatz auf dem Court gegen die topbesetzten Russen unwahrscheinlich erscheint: Kym scheint einer zu sein, der das Herrentennis der Schweiz langfristig gesehen zumindest auf der Landkarte der erweiterten Weltspitze halten könnte.

Erfolgreich im Juniorenbereich

Denn seine Erfolge beeindrucken: Bei der U16-EM holte er 2018 Bronze, Anfang des Jahres 2019 holte er sich als 15-Jähriger den U18-Titel bei den Schweizer Meisterschaften. Auch im Erwachsenenbereich kann Kym auf nationaler Ebene schon mithalten: Den Meister-Titel verhinderte dort im letztjährigen Endspiel nur Henri Laaksonen, der schon unter den besten hundert Spielern der Welt zu finden war. Weltweit gehört Kym zu den zwanzig besten Spielern seines Alters.

Der Aufschlag als Waffe -  die erfogreichen Vorbilder als Bürde 

Kym scheint auch die körperlichen Voraussetzungen zu haben, um im Tennis erfolgreich sein zu können. Mit jetzt schon 1,95m ist sein Aufschlag eine echte Waffe, sein gesamtes Spiel ist offensiv ausgerichtet. Und er ist voll bei der Sache: „Jerome hat Leidenschaft, er hört zu, ist interessiert, stellt Fragen und versucht, Ratschläge sofort umzusetzen“, erzählt Kapitän Serverin Lüthi im Gespräch mit der „Aargauer Zeitung“ über sein jüngstes Teammitglied. Gleichzeitig versucht man in der Schweiz, den direkten Vergleich mit den „Übergrößen“ Federer und Wawrinka möglichst zu vermeiden. Zu lang ist der Schatten der beiden Ikonen. Und zu groß die Unwägbarkeiten aus dem Jugendtennis heraus Richtung Weltspitze, selbst für ein großes Talent wie Kym.

(Bild © Swiss Tennis/Twitter)


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Christian Schwell
am 31.01.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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