Jetzt die App myTennis runterladen!

Auch unterwegs immer informiert bleiben & die Welt des Tennis entdecken.

Pro

Indian Wells und Miami: Auf der Jagd nach dem Sunshine Double

06.03.2019|13:00 Uhr|von Christian Schwell
Indian Wells und Miami: Auf der Jagd nach dem Sunshine Double

Anfang März steuert die Tennis-Saison nach dem Grand Slam von Australian mit den beiden großen Turnieren von Indian Wells und Miami auf ihren zweiten großen Höhepunkt zu. Beides kombinierte Damen- und Herrenturniere über mehr als eine Woche hinweg, beides Turniere der höchsten Kategorie von ATP (Masters 1000) und WTA (Premier Mandatory Event) direkt unterhalb der vier Grand Slams. Hauptunterschied zu diesen: 32 gesetzte Spielerinnen wie Spieler erhalten sowohl beim Wüstenturnier von Indian Wells als auch in Florida das Privileg, per Freilos in die zweite Runde befördert zu werden. Und: Anders als in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York spielen die Herren wie die Damen „nur“ über zwei Gewinnsätze.

Indian Wells hat Miami dank Larry Ellison den Rang abgelaufen

Was die gefühlte Wertigkeit bzw. das Prestige der Turniere angeht, hat Indian Wells den Miami Open im letzten Jahrzehnt mehr als nur etwas den Rang abgelaufen. Früher war es das kleinere Turnier, das ab 1987 eher den Aufgalopp zum zwei Jahre vorher ins Leben gerufene Turnier von Miami war. Dort hatte man gerade Anfangs die größeren Pläne, sah sich auf dem Weg zu einer Art fünften Grand Slam-Turnier. Das hat sich eher umgekehrt und dieser Wandel ist eng mit dem Namen Larry Ellison verbunden. Der Gründer des Software-Konzerns Oracle ist einer der reichsten Männer der Welt und konzentriert sein sportliches Interesse und Engagement neben dem Segeln seit 2009 auf das Turnier in der kalifornischen Wüste. Er übernahm die Austragungsstätte, den Indian Wells Tennis Garden, und ließ in Stück für Stück auf insgesamt 29 zum großen Teil mit Flutlicht ausgestattete Hartplätze erweitern.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Practice is in #FullBloom at #BNPPO19.

Ein Beitrag geteilt von BNP Paribas Open (@bnpparibasopen) am

In Florida konnten sie da nicht mehr mithalten, auch weil Ausbaupläne am Standort auf der direkt vor Miami gelegenen Insel Key Biscane immer wieder scheiterten. Weniger Komfort für die Zuschauer und auch schwierigere Bedingungen für Spielerinnen und Spieler, die mit langsamen Courts und oft schwül-warmen Wetter zu kämpfen haben, sorgten dafür, dass das Turnier ein wenig ins Hintertreffen geraten ist. Auch die Positionierung direkt nach Indian Wells im Tour-Kalender hat dafür gesorgt, dass sich der eine oder andere Top-Profi gerade hier in den letzten Jahren freiwillig oder unfreiwillig eine Auszeit genommen hat. 

Miami: Am neuen Standort Richtung Zukunft

Zumindest was die Anlage angeht, versucht Miami dem Trend aber ab 2019 mit einem radikalen Schritt entgegen zu steuern. Das Turnier wechselt ab diesem Jahr seinen Austragungsort und findet nun im und um das Hard Rock Stadium , dem Football-Stadion von Miami, statt. Über 500 Millionen Dollar Investitionskosten sind dort hinein gesteckt worden, um die Zukunft des Turniers zu sichern. Neben dem Center Court, der nur für die Zeit des Turniers innerhalb des Stadions entsteht, gibt es nun dauerhaft 29 Hartplätze auf denen gespielt und trainiert werden kann.

Indian Wells + Miami = Ein Grand Slam-Sieg

Egal, welches der beiden Turniere nun in Zukunft die Nase vorn haben wird: Sehr wichtig für den Saisonverlauf eines Profis können sie vor allen Dingen in Kombination sein. Wer hier zweimal gut spielt, kann innerhalb kurzer Zeit auf der Weltrangliste so viele Punkte gut machen, wie sonst nur bei den Grand Slams. Gelingt z.b. einem männlichen Profi das sogenannte „Sunshine Double“ also der Turniersieg in Indian Wells und Miami in Folge, erntet er genau wie bei einem Grand Slam- Erfolg 2000 Punkte für die Weltrangliste. Eine Punkte-Paket, das schon allein dazu ausreichen würde, sich für ein Jahr locker unter den Top 20 der Welt zu tummeln.

Djokovic als Sunshine Double-Spezialist

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

First practice in paradise 🎾😃🤙 @dieschwartzman

Ein Beitrag geteilt von Novak Djokovic (@djokernole) am

Wirklich einfach im Vorbeigehen abzugreifen sind diese Punkte aber beileibe nicht. Lediglich sieben Spieler (Novak Djokovic, Roger Federer, Jim Courier, Michael Chang, Pete Sampras, Marcelo Rios und Andre Agassi) und sogar nur drei Damen (Steffi Graf, Kim Clijsters und Victoria Azarenka) ist dieser Coup über mehr als drei Jahrzehnte hinweg gelungen. Herausragend in dieser Gruppe ist dann noch einmal eindeutig der Serbe Novak Djokovic, dem dieses Kunststück als einzigen Spieler bisher gleich vier Mal (2011, 2014, 2015, 2016) gelungen ist. Sollte er sich seine Hardcourt-Form der Australian Open bewahrt haben, ist ein fünfter Streich in diesem Jahr sicherlich keine Utopie.

(Bild © imago/ Miami Open)

WAS IST DEINE MEINUNG?
Lustig

LUSTIG

0

Liebe

LIEBE

0

Oh man...

OH MAN...

0

Wow

WOW

0

Traurig

TRAURIG

0

Wütend

WüTEND

0

Christian Schwell
am 06.03.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

» Zu den Beiträgen von Christian Schwell