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Philipp Kohlschreiber: Ein ganz besonderer Sieg

13.03.2019|14:30 Uhr|von Christian Schwell
Philipp Kohlschreiber: Ein ganz besonderer Sieg

Erster Erfolg gegen eine aktuelle Nummer eins nach 19 Profi-Jahren.

Sein gesamtes Tennis-Leben lang hat Philipp Kohlschreiber auf diesen Moment gewartet, im 19. Jahr als Profi hat der Altmeister es endlich geschafft. Mit dem 6:4, 6:4 über Novak Djokovic in Indian Wells ist dem 35-Jährigen im zwölften Anlauf endlich der erste Sieg über eine Nummer eins gelungen.

"Ein ganz besonderer Sieg"

"Schade, dass das Turnier nicht vorbei ist", sagte Kohlschreiber fast ein bisschen wehmütig, denn viel Zeit zum Genießen blieb ihm in Kaliforniens Wüste nicht. Nach dem Erfolg am Dienstag (Ortszeit) wartete im Achtelfinale schon in der Nacht zum Donnerstag der Franzose Gael Monfils auf den 39. der Weltrangliste. Den zweiten Erfolg über Djokovic und den ersten Triumph über den Serben nach fast zehn Jahren Wartezeit wollte Kohlschreiber mit seinem Coach Tobias Summerer aber zumindest ein bisschen feiern. "Ich weiß, dass es ein ganz besonderer Sieg ist", sagte der Augsburger.

Kohlschreiber hat in seiner Karriere oft bewiesen, dass er die ganz Großen der Branche nicht fürchten muss, nur gelang es ihm bislang eben selten, einen von ihnen auch zu schlagen. Beim 5:2 im zweiten Satz schien Djokovic nach dem ersten Break noch einmal ins Match zu finden, doch wenig später durfte Kohlschreiber jubeln, und das auch noch bei einem der wichtigsten Turniere nach den Grand Slams.

Kohlschreiber siegt mit "Geschwindigkeitsbegrenzung"

"Ich bin glücklich, auf so einer Bühne gegen so einen Spieler zu gewinnen, der in den vergangenen 18 Monaten sein bestes Tennis gespielt hat", sagte Kohlschreiber mit Blick auf die jüngsten Titel des wiedererstarkten Djokovic. Der 31-Jährige ist nach seiner langwierigen Ellenbogenverletzung dank der Triumphe in Wimbledon, bei den US Open und zuletzt den Australian Open mittlerweile wieder der dominierende Spieler, war in Indian Wells allerdings erstmals seit dem 15. Grand-Slam-Titel Ende Januar in Melbourne wieder angetreten.

Der nur 1,78 Meter große Kohlschreiber erwischte nicht nur einen großen Tag, er machte wieder einmal mit klugem Spiel Nachteile bei der Power wett. "Ich habe eine ziemlich gute Strategie auf dem Platz gehabt. Ich habe sehr clever gespielt, nicht das schnellste Tennis gespielt, das Tempo rausgenommen", erklärte er.  Das trug offensichtlich Früchte gegen einen Djokovic, der nicht seinen besten Tag erwischte. Und dem es nicht gelang, gegen die selbstauferlegte „Geschwindigkeitsbegrenzung“ des Deutschen das richtige Timing und die richtige Platzposition zu finden.

Djokovic: "Einer dieser Tage"

Nach dem Match wollte der erfolgreichste Spieler der letzten Monate nicht zu viel in diese Niederlage hinein interpretieren: „es war einfach einer dieser Tag“ konstatierte der Serbe mehr oder weniger schulterzuckend. Um anzufügen, dass er sich einfach nach seiner Wettkampfpause im Anschluss an die Australian Open noch nicht wieder in Bestform fühle.

Dieser will er jetzt nach und nach wieder annähern, auch durch zusätzliche Matchpraxis im Doppel. Die wird er immerhin in Indian Wells noch haben, denn Djokovic zeigte Charakter und spielte sich im Anschluss an seine bittere Einzel-Pleite zusammen mit Fabio Fognini ins Doppel-Halbfinale.

(Bild © imago |Text: dpa/Schwell)

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Christian Schwell
am 13.03.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verr├╝ckter, der seine Texte gerne mit etwas Humor w├╝rzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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