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WTA Indian Wells: Kann Kerber Bencics Super-Serie beenden?

15.03.2019|15:40 Uhr|von Christian Schwell
WTA Indian Wells: Kann Kerber Bencics Super-Serie beenden?

Die Deutsche muss im Halbfinale gegen die beste Spielerin der letzten Wochen ran.

Wenn Angelique Kerber (WTA 8) heute Nacht (nicht vor 05.00 Uhr deutscher Zeit) das Halbfinale des Turniers von Indian Wells bestreitet, wird sie auf eine Gegnerin treffen, die man mit Fug und Recht als „Spielerin der Stunde“ auf der WTA-Tour bezeichnen kann. Die Leistungen von Belinda Bencic (WTA 23) beeindrucken in den letzten Wochen. Den Fed Cup mit eingeschlossen hat sie nicht weniger als zwölf Partien am Stück erfolgreich bestritten, dabei ihr Land zum Sieg gegen Italien geführt, das hervorragend besetzte Turnier von Dubai gewonnen und jetzt beim Groß-Event von Indian Wells auch schon das Halbfinale erreicht. Mehr noch: In den beiden genannten Turnieren konnte sie bisher schon sechs Spielerinnen mit Top-10-Status bezwingen: Sabalenka, Halep, Kvitova, Osaka und Pliskova – die halbe Weltspitze wurde innerhalb weniger Tage ihr Opfer. Ausdruck eines absoluten Leistungs-Hochs.

Schon der zweite Angriff Bencics auf die absolute Weltspitze

Die Schweizerin, die in ihrer eher auf Variantenreichtum als auf reiner Power basierender Spielweise oft an ihre berühmte Landsfrau Martina Hingis erinnert, hat schon als Teenagerin große Erfolge gefeiert, die sie 2016 schon bis auf die Nummer sieben der Weltrangliste geführt haben. Dann wurde Bencic von Verletzungen zurückgeworfen. Und geriet zusätzlich auch in eine gewisse mentale Abwärtsspirale, die der Frust darüber, dass durch die Umstände bedingt die Leistungsentwicklung mehr als nur stagnierte, mit sich brachte.

Spielfreudig und fit wie nie

Diese Zeiten hat Bencic nun ganz offensichtlich hinter sich gelassen und wirkt fit und spielfreudig wie nie. Dazu kann sie, obwohl immer noch erst 22 Jahre jung, schon auf einen enormen Erfahrungsschatz als Tour-Spielerin zurückgreifen. Was sie nochmal etwas gefährlicher als viele ihrer aufstrebenden Altersgenossinnen macht.

War der Sabalenka-Sieg eine Initialzündung für Kerber?

Eine harte Nuss also für die Wimbledonsiegerin Kerber. Immerhin zeigt diese in den letzten Tagen auch aufsteigende Form. Lange sah es in diesem Jahr so aus, als würde sich das Puzzle aus durch Rainer Schüttler neu verordneter frühzeitiger Aggressivität im Ballwechsel und alter Kampf-und Laufstärke nicht so richtig ineinander fügen. Trotz einiger guter Matches: Die 2019er-Keber verlor in mehreren Partien phasenweise oder sogar längerfristig erst den Faden und dann den Biss.

Vielleicht war aber das eigentlich schon verlorene und dann doch noch gedrehte Indian-Wells-Achtelfinale gegen Aryna Sabalenka in seiner Art und Weise wie schon öfter in der Karriere der dreifachen Grand-Slam-Siegerin Kerber eine Initialzündung zu dauerhaft besseren Leistungen. Kurzfristig auf jeden Fall, den im Anschluss gelang Kerber eine weitere tolle und überzeugende Partie gegen eine ebenfalls gut aufspielende Venus Williams.

Svitolina hofft auf das erste Finale 2019

Bevor Kerber und Bencic um den zweiten Finalplatz streiten, werden sich aber ab 02.30 Uhr deutscher Zeit schon Elina Svitolina und Bianca Andreescu im ersten Halbfinale des Tages gegenüber stehen. Svitolina (WTA 6) spielt wieder mal eine äußerst überzeugende Saison, in der es aber auch wieder mal zu oft nicht für die ganz großen Würfe reicht. Mit Ausnahme ihres allersten Turniers in Brisbane spielte sie sich bei allen ihren Auftritten mindestens bis ins Viertelfinale. Andererseits sprang jedoch letztendlich noch nicht eine einzige Finalteilnahme geschweige denn ein Titel heraus.

Andreescu  beeindruckt durch ihre konstanten Ergebnisse

Zwischen dem Turniersieg und der Ukrainerin steht nun vor den potentiellen Finalgegnerinnen Bencic und Kerber erst mal eine aufstrebende 18-Jährige aus Kanada. Auch sie beeindruckt durch ihre Konstanz, die allerdings bezogen auf ihr Alter noch ein wenig mehr herausragt und erstaunt als im Falle der Mittzwanzigerin Svitolina. Seit den US Open 2018 hat Bianca Andreescu in einer Turnierwoche nicht mehr im ersten Match verloren. In diesem Jahr stand sie schon im Finale von Auckland und im Halbfinale von Acapulco. Auf ITF-Ebene konnte sie sich in Newport Beach einen Titel sichern und im Viertelfinale von Indian Wells ließ sie einer Garbine Muguruza nicht den Hauch einer Chance.

Andreescu ist die Nummer 60 der Welt – Tendenz stark nach oben gehend. Schon die jetzt erspielten Punkte aus der kalifornischen Wüste werden sie in die Top 40 hieven. Sollte sie mit dem Turniersieg die absolute Sensation schaffen, würde sie ab Montag sogar Mitglied der Top 25 der Welt sein.

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Christian Schwell
am 15.03.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verr├╝ckter, der seine Texte gerne mit etwas Humor w├╝rzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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