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ATP

Bleibt alles anders - Indian Wells liegt nicht in Australien

18.03.2019|14:00 Uhr|von Christian Schwell
Bleibt alles anders - Indian Wells liegt nicht in Australien

Nach dem Wüsten-Event erscheinen viele Melbourne-Erkenntnisse schon wieder überholt – vorerst.

Nur knapp zwei Monate sind vergangen, seit sich Novak Djokovic und Naomi Osaka in Melbourne in beeindruckender Weise den ersten Grand-Slam-Titel des Jahres sicherten. Beim Serben war es der dritte Grand-Slam-Coup in Folge und auch Osaka hatte sich zuvor schon den Pokal bei den US Open geholt.

Osaka und Djokovic patzen

Danach ging Djokovic in eine Wettkampfpause und Osaka trennte sich von ihrem Erfolgstrainer Sascha Bajin. Beides scheint – zumindest in der Momentaufnahme – den beiden Profis an der Spitze der Ranglisten nicht gut getan zu haben. Die Japanerin präsentiert sich auch mit neuem Trainer auf dem Platz mit einer spielerischen Fahrigkeit, die bei ihr längst überwunden schien. Und Djokovic legte gegen einen sehr soliden aber nicht absolut überragenden Kohlschreiber in der Wüste einen erstaunlich blutleeren Auftritt hin. „Nole“ fügte sich nicht kampflos aber doch ohne großes Aufbäumen in die Zweisatzniederlage.

Die Young Guns legen eine Kunstpause ein

Im Herrenbereich legten neben Djokovic auch viele Spieler der jungen Generation beim ersten Masters-Turnier des Jahres mehr oder weniger eine Kunstpause ein. Tsitsipas, Medvedev, Coric und auch Zverev – viele verabschiedeten sich relativ früh aus dem Turnier. Im Halbfinale war nichts mehr von „NextGen“ zu sehen, stattdessen fanden sich dort die etablierten Ü30-Stars wieder. Und mit Thiem und Raonic dazu zwei Protagonisten der mittleren Generation, die bereits Gefahr zu laufen schien, schon sehr bald von den noch jüngeren Akteuren ein- und überholt zu werden.

Thiem ist plötzlich ein Faktor auf Hartplatz

Gerade für den Triumphator Thiem könnte das Turnier aber eine echte Trendwende werden. Der Erfolg in den ersten Monaten des Jahres war mäßig, die Kritik an einer spielerischen Stagnation groß. Dass er bei den US Open trotz der Niederlage gegen Nadal auch schon hinreißendes Hartplatz-Tennis gezeigt hatte, schien schon wieder in Vergessenheit zu geraten. Jetzt, mit dem Master-Titel auf dem harten Untergrund, lieferte Thiem den eindrucksvollen Beweis, dass ihm keinesfalls als einzige Erfolgs-Option das Warten auf eine nachlassende Sandplatz-Form von Rafael Nadal bleibt.

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Nadals Verletzungssorgen gehören nicht der Vergangenheit an

Apropos Nadal. Auch bei ihm haben sich die Vorzeichen seit Australien umgekehrt, leider zum Schlechten. Dachte man dort doch noch nach zwei körperlich scheinbar unproblematischen Grand-Slam-Wochen, dass die ständigen Verletzungssorgen hinter ihm liegen könnten. Nun der Rückschlag nach zwei weiteren Turnierwochen auf Hartplatz. Und ein weiteres Turnier auf diesem Belag, das er nicht auf dem Platz beenden kann. Zukunft ungewiss.

Andreescu hat mehr spielerisches Potential als viele andere

Die Siegerin bei den Damen scheint dagegen eine zu sein, die auf jeden Fall in eine glänzende Zukunft blicken kann. Bianca Andreescu beindruckte schon die ganze Saison über mit einer für eine 18-Jährige ungewöhnlichen Konstanz der Ergebnisse. Der Sieg jetzt in Indian Wells ist der vorläufige Höhepunkt, muss aber noch lange nicht der Endpunkt dieser Entwicklung sein. Die Rumänin hat nicht nur Power und Biss, sondern erscheint technisch und taktisch extrem variabel – auch im Verglich zu vielen Spielerinnen der jungen Generation.

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What... just... happened...

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Schon in Miami werden die Karten wieder ganz neu gemischt

Trotzdem werden schon in dieser Woche beim nächsten großen Turnier in Miami bei den Damen wie bei den Herren die Karten neu gemischt. In diesem speziellen Fall sogar besonders unvorhersehbar, weil das Turnier nach seinem Umzug an den neuen Standort mit ganz neuen Bedingungen aufwartet, an die sich die gesamte Weltspitze dann erst mal neu anpassen muss. Man darf also durchaus gespannt sein, ob sich nicht auch das ein oder andere Bild, das die Profis in der kalifornischen Wüste abgegeben haben, im Nachhinein als Fata Morgana entpuppt.

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(Bild © imago)

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Christian Schwell
am 18.03.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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