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Roger spielt sich in 101-Form

28.03.2019|15:05 Uhr|von Christian Schwell
Roger spielt sich in 101-Form

Beim Medvedev-Sieg beeindruckt der Schweizer Statistiker und Fans.

Erst vor wenigen Tagen hat Roger Federer einen Einblick in seine Denkweise, auf welche Art man denn nun möglichst erfolgreich Tennis spielt, gegeben. Unabhängig von Taktik oder einzelnen Schlägern verfolgt der zwanzigfache Grand-Slam-Champion einen eher rationalen Ansatz. Es geht Federer eigener Aussage nach nicht darum, ständig an seinem Top-Leistungsniveau zu kratzen. Vielmehr betonte der Schweizer, wieviel wichtiger es ist  immer und immer wieder und vor allen Dingen in den entscheidenden Situationen ein gewisses Grund-Level abrufen zu können.

Das gilt gerade bei den Matches über "nur" zwei Gewinnsätze, bei denen auch ein paar schwache Minuten ausreichen können, um einen recht schnell unter Druck zu setzen. So laufen frühe Turnier-Runden dann auch oft bei Federer ab: Der Schweizer hat über sein überragendes Talent hinaus auch die wichtige Fähigkeit entwickelt, solche Partien auch ohne das ganz große Feuerwerk nach Hause zu schaukeln.

Federer überzeugt gegen Medvedev in allen Belangen

Was der 37-Jährige allerdings gestern in seinem Achtelfinale gegen Daniil Medvedev ablieferte, war auch für anspruchsvolle Federer-Verhältnisse weit mehr als nur Durchschnittsware.

In einer guten Stunde lieferte der Maestro ein Beispiel für die gesamte Bandbreite seines Könnens ab. Dominant mit dem eigenen Aufschlag, aggressiv agierend und dabei trotzdem mit einer geringen Fehlerquote. Selbst seine statistische Achillesferse, die so oft suboptimale Rubrik für die Verwertung von Breakchancen, lieferte an diesem Tag Perfektion.

Drei Mal stellte sich Federer bei einer Breakchance für ihn zum Return auf, drei Mal heiß es anschließend „Game Federer“. Und in der einzigen Situation, in der ihm Medvedev gefährlich wurde, drehte er ein 0-40 noch mit einigen hervorragenden ersten Aufschlägen in Serie zum Spiel- und Satzgewinn.

In der Form für Titel 101

Über diese statistischen Bestwerte hinaus riss aber auch die pure Spielfreude der aktuellen Nummer fünf der Weltrangliste seine Fans aus den Sitzen. Federer überzeugte nicht nur durch Power, sondern manövrierte Medevedev ein ums andere Mal auch in längeren Ballwechseln regelrecht aus.

In vielen Situationen wurde deutlich, dass Federer in Miami in der körperlichen und spielerischen Form ist, um nach Titel Nummer 101 greifen zu können.

Nächste Gala gegen Anderson?

Mit demjenigen, der sich ihm auf dem Weg dorthin jetzt im Viertelfinale in den Weg stellt, hat Federer zudem sowieso noch eine Rechnung offen. Der Südafrikaner Kevin Anderson fügte ihm eine der bittersten Niederlagen der letzten Jahre zu, als er ihn 2018 ebenfalls im Viertelfinale in fünf Sätzen aus dem Wimbledon-Turnier kegelte.

Damals wurde Federer nach einer 2:0-Satzführung eine äußerst schlechte Quote bei Breakbällen sowie ein extrem niedriger Prozentsatz an ersten Aufschlägen in den entscheidenden Drucksituationen zum Verhängnis. Nach der Medvedev-Gala deutet wenig darauf hin, dass ihm das gegen Anderson erneut passieren könnte.

(Bild © imago)

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Christian Schwell
am 28.03.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verr├╝ckter, der seine Texte gerne mit etwas Humor w├╝rzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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