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Nicolas Almagro: Ein Sandmann verabschiedet sich

09.04.2019|10:20 Uhr|von Christian Schwell
Nicolas Almagro: Ein Sandmann verabschiedet sich

Wenn der 23-jährige Spanier Mario Viella Martinez (ATP 262) heute beim Challenger in Murcia am heutigen Dienstag seine erste Runde gewinnt, könnte er damit die Karriere eines bekannten Landsmannes beenden. Der zehn Jahre ältere Nicolas Almagro bestreitet nämlich in seiner Heimatstadt mit einer Wildcard ausgestattet das letzte Profiturnier seiner erfolgreichen Laufbahn.

Dass der Weg des Nicolas Almagro im Profitennis sich verletzungsbedingt dem Ende zuneigen könnte, dafür hatten sich in den letzten Monaten die Vorzeichen immer mehr verdichtet. Almagro, der 2011 bis auf Platz neun der Weltrangliste geklettert war, hatte in dieser Saison noch gar nicht zum Schläger gegriffen und auch 2018 nur fünf Matches spielen können. Sie gingen allesamt verloren.

Nach vielen guten Jahren kamen die Verletzungen

Seit mehreren Jahren kämpfte der Spanier aber nur noch in zweiter Linie gegen die Gegner auf der anderen Seite des Netzes. Mehr als diese machte ihm eine Serie diverser Verletzungen zu schaffen. Nach Beschwerden im Fuß- und Knöchelbereich sowie einer Handgelenksverletzung brachte den Grundlinien-Ästheten mit der einhändigen Rückhand eine schwere Meniskusverletzung bei den French Open 2017 sportlich endgültig aus der Bahn. Jetzt folgt als letzte Konsequenz das Ende der Karriere.

Dreizehn Titel auf Sand

Die verlief aber zurückblickend über ein Jahrzehnt hinweg vor seiner Verletzungs-Misere überdurchschnittlich erfolgreich. Standesgemäß trumpfte Almagro gerade auf den Sandplätzen dieser Welt jahrelang immer wieder groß auf. Alle dreizehn seiner ATP-Turniersiege konnte er auf Asche erringen und auch die zehn weiteren Finalspiele, die er erreichte, wurden alle auf diesem Geläuf ausgetragen.

Nur einmal stoppte er Nadal

Beim größten Sandplatz-Event, den French Open, erreichte er 2008, 2010 und 2012 das Viertelfinale. Um dann auf einen der wenigen Spieler zu treffen, der ihm sehr regelmäßig seine Grenzen auch auf diesem Belag aufzeigen konnte: Rafael Nadal verhinderte gleich drei Mal seine Grand-Slam-Halbfinalteilnahme und schickte Almagro insgesamt fünfzehn Mal als Verlierer vom Platz. Der einzige Sieg des Rechtshänders über seinen noch erfolgreicheren Landsmann war dann aber nicht nur wegen seiner Singularität etwas Besonderes: Er beendete 2014 im Viertelfinale von Barcelona eine saisonübergreifend 41 Matches andauernde Sand-Siegesserie des Mallorquiners.

„Viele sagen mir, dass ich mehr hätte erreichen können, aber ich habe alles fürs Tennis gegeben und Tennis hat mir alles gegeben“, sagte Nicolas Almagro nach sechzehn Profi-Jahren gestern bei der Verkündung seines Abschieds. Man nimmt es ihm ab.

(Bild © imago)

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Christian Schwell
am 09.04.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verr├╝ckter, der seine Texte gerne mit etwas Humor w├╝rzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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