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So viel verdient ein Tennis-Schiedsrichter

28.04.2019|12:55 Uhr|von Christian Schwell
So viel verdient ein Tennis-Schiedsrichter

Tennis-Schiedsrichter oder Schiedsrichterin bei einem großen Turnier zu sein, ist nicht immer die dankbarste aller Aufgaben. Gut, man hat einen wirklich tollen Sitzplatz, um den besten Spielerinnen und Spielern bei der Arbeit zuzusehen. Aber viel Lob und Anerkennung – von einem müden Händedruck nach dem Match oder einer kurzen Erwähnung bei der Siegerehrung mal abgesehen – erfährt man gerade dann nicht, wenn man eigentlich einen Super-Job zur Zufriedenheit aller Beteiligten gemacht hat.

Im Blickpunkt nur wenn es schlecht läuft

Der Spielleiter bleibt eine Randnotiz und rückt nur ausgerechnet dann in den Mittelpunkt, wenn irgendjemand mit seiner Arbeit unzufrieden ist. Dann wird er oft zum Blitzableiter, wenn die Stars und Sternchen des Tennissports den Frust über tatsächliche oder vermeintliche Ungerechtigkeiten vehement zum Ausdruck bringen. Da kommt die Frage auf: Wie wird man eigentlich Schiedsrichter auf höchster Ebene im Profibereich? Und wird die Möglichkeit, im Zweifel den verbalen Prügelknabe für gestresste Millionäre geben zu müssen wenigstens auch entsprechend bezahlt?

Der lange Weg zum "Gold-Status"

Der Weg auf die großen Center Courts der Welt ist auch als Schiedsrichter durchaus ein weiter. Kommt man aus Deutschland, beginnt die Laufbahn normalerweise im eigenen Landesverband, in dem man die Prüfung zum Verbandsschiedsrichter ablegt. Kann man sich in dieser Funktion behaupten, gibt es eine zweijährige weiterführende Ausbildung beim DTB. Und erst wer auch dann noch gut bewertet wird, kann das DTB-Schiedrichter-Abzeiche erwerben. Dieses ist dann erst die Grundvoraussetzung dafür, in das mehrstufige Ausbildungsprogramm des internationalen Tennisverbande ITF aufgenommen zu werden um am Ende schließlich über das sogenannte „Bronze Badge“ und das „Silver Badge“ das „Gold Badge“ zu erreichen und damit in den Besitz der höchsten Lizenz für Schiedsrichter im Tennissport zu kommen.

Erst ab dem Bronze-Badge-Abzeichen darf der ambitionierte Spielleiter überhaupt auf ATP-Turnieren eingesetzt werden, die beiden weiteren Stufen erklimmt man nur, wenn die jährlichen Bewertungen durch ATP, WTA und ITF entsprechend positiv ausfallen. Und erst mit dem Gold Badge in der Tasche besteht die Chance, auch einmal bei einem Grand-Slam-Endspiel die drittwichtigste Person auf dem Platz zu sein. Im Moment haben weltweit nur 31 Offizielle diesen Gold-Status.

Wenig Geld für (manchmal) viel Ärger

Das Erreichen dieses Ziels wird dann mit einem Jahresgehalt von ungefähr 80 000 Dollar belohnt. Nicht so schlecht, aber natürlich meilenweit entfernt davon, was die Spielerinnen und Spieler an der Weltspitze im Jahr verdienen. Noch krasser wird der Unterschied, wenn man die Entlohnung auf den Betrag herunter bricht, mit dem in der Tasche die Profis und der Schiedsrichter den Platz nach einem Endspiel beim Grand Slam verlassen.

Carlos Ramos z.B. schiedste im letzen Jahr das Damen-Endspiel der US Open. Und musste sich – die meisten werden es erinnern – von Serena Williams auf dem Platz und auch noch in der Pressekonferenz danach heftige Vorwürfe in Bezug auf seine Leistung gefallen lassen- Erwurde von ihr regelrecht an den Pranger gestellt. Während Siegerin Naomi Osaka nach dem Spiel um 3,8 Millionen Dollar reicher war, konnte die erzürnte Verliererin Serena Williams sich mit immerhin noch 1,85 Millionen Dollar beruhigen. Der gescholtene Ramos bekam für seinen Einsatz beim Endspiel die übliche Tagesgage bei den US Open. Sie beträgt 450 Dollar.

(Bild © imago images / PanoramiC)

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Christian Schwell
am 28.04.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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