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ATP München: Zverev besiegt Londero und die eigenen Nerven

01.05.2019|14:55 Uhr|von Christian Schwell
ATP München: Zverev besiegt Londero und die eigenen Nerven

ATP München: Zverev besiegt Londero und die eigenen Nerven Titelverteidiger Alexander Zverev ist in München mit einem 7:5, 6:1 über den Argentinier Juan Ignacio Londero erfolgreich ins Turnier gestartet.

Zverev auf der Suche nach der dringend benötigten Trendwende

Ob Zverev nun mit dem Cordoba-Turnier-Sieger Londero einen eher einfachen oder schweren Gegner bekommen hatte, um in der zweiten Runde von München endlich seiner Saison einen Schub in die richtige Richtung zu geben, lässt sich seriös kaum beantworten. Bei allen vorhandenen Sandplatz-Qualitäten des Gegners einerseits, bei allem theoretisch vorhandenen größeren Potential von Zverev andererseits: Die entscheidenden und ihn hemmenden Dinge scheinen sich in den letzten Wochen vollkommen unabhängig von der Person auf der anderen Seite des Netzes in seinem Kopf abzuspielen.

Das sollte sich heute im Sinne eines Neustarts am Maifeiertag ändern. Der Beginn war aber alles andere als vielversprechend – Zverev gab unter den Augen seines nach einem Krankenhausaufenthalt erstmals wieder anwesenden Vaters gleich sein erstes Aufschlagspiel sang- und klanglos ohne eigenen Punktgewinn ab. Und auch wenn ihm anschließend sofort das Rebreak gelang: Nervosität und Verunsicherung waren dem 22-Jährigen deutlich anzumerken. Schon frühzeitig versuchte auch das Publikum aufzumuntern und zu helfen.

Erst nach einem weiteren 0:30 im zweiten eigenen Aufschlagspiel bekam Zverev sich und sein Spiel besser in den Griff. Drehte das Spiel, schaffte anschließend ein weiteres Break und zeigte dabei auch die in den letzten Wochen teilweise vermisste kämpferische und spielerische Qualität.

Zverev hangelt sich zur Satzführung Ein echter Brustlöser, der sein Spiel dauerhaft auf ein höheres Level hebt, war allerdings auch diese Phase der Partie noch nicht. Welch fragiles Gebilde das „Gesamtkunstwerk Alexander Zverev“ im Moment ist, zeigte sich direkt anschließend, als er es Londero gestattete, aus einem für den Deutschen komfortabel erscheinenden 4:1 in recht kurzer Zeit ein 4:4 zu machen. Immerhin: Kurz bevor er in Gefahr geriet, sich auf die Entscheidung im Tiebreak einlassen zu müssen, griff der Weltranglistendritte dann doch noch erfolgreich zu und holte sich mit seinem zweiten Satzball das 7:5.

Vom Teilerfolg zum Matchgewinn

Vorsicht war trotzdem weiter geboten, denn auch solche Teilerfolge hatten Zverev in den letzten Wochen zu häufig nicht die nötige Sicherheit und Ruhe gegeben, um Matches erfolgreich zu beenden. Diesmal setzte er sich allerdings schon frühzeitig im zweiten Durchgang mit einem weiteren Break von seinem Gegner ab. Und ließ im Anschluss nichts mehr anbrennen. Anders als in Satz eins machte er nach einer erneuten 4:1-Führung nun munter weiter, der nächste Aufschlagverlust Londeros sorgte für eine Vorentscheidung - nach 65 Minuten konnte Zverev dann sichtlich erleichtert das 6:1 und den Einzug ins Viertelfinale klar machen.

„Gott, bin ich froh, dass ich in München bin“

„Gott, bin ich froh, dass ich in München bin“
, waren die ersten Worte, die Zverev beim On-Court-Interview zur Beschreibung seiner Situation fand. Um seinen Aufenthalt in der bayrischen Landeshauptstadt weiter zu verlängern, muss er jetzt den Chilenen Cristian Garin (ATP 47) schlagen, der sich etwas überraschend gegen Diego Schwartzman aus Argentinien durchsetzten konnte.

(Bild © imago images)

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Christian Schwell
am 01.05.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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