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„Wir werden dich vermissen!“ - Die Tenniswelt verneigt sich vor David Ferrer

09.05.2019|09:40 Uhr|von Christian Schwell
„Wir werden dich vermissen!“ - Die Tenniswelt verneigt sich vor David Ferrer

Der letzte Schlag in der Karriere des David Ferrer war eine aus der Not geschlagene Rückhand, an die er stöhnend noch gerade so heran kam. Der Schlag segelte auf der Seite seines letzten Gegners Alexander Zverev ganz knapp hinter die Grundlinie in den Sand von Madrid.  David Ferrer hatte noch einmal alles versucht und alles gegeben. Auch bei diesem letzten Ballwechsel nach 20 Jahren Profitennis.

"Ferru" als Mentalitäts-Vorbild für die ganz Großen seiner Zunft

Diese Einstellung, dieser unbändige Wille immer alles aus sich heraus zu holen war dann auch die Quintessenz, auf die sich alle Gratulanten einigen konnten, als „Ferru“ anschließend in einer emotionalen Zeremonie in den Tennis-Ruhestand geschickt wurde.

Während er auf dem Platz von seiner Familie und den engsten Freunden aus seiner Heimatstadt gefeiert wurden, zollten ihm die ganz Großen seiner Zunft und seine spanischen Profikollegen per Videobotschaft Tribut. Ob Federer, Halep, Djokovic, Nadal, del Potro oder Kvitova – gerade Profis, die mit einem oder gar multiplen Grand-Slam-Titeln erreicht haben, was Ferrer immer verwehrt geblieben ist, priesen den 37-Jährigen als großes Vorbild, wenn es um Kampf, Einstellung und Mentalität auf dem Platz geht.

Der Kämpfer Ferrer war auch unglaublich erfolgreich

Wobei die reine Reduzierung auf diese Aspekte seiner Karriere nicht mal vollständig gerecht wird. Ferrer war nicht nur ein Fighter, er war ein außergewöhnlich erfolgreicher Tennisprofi. In 20 Jahren auf der Tour gewann er 27 Turniere, holte mit Spanien dreimal den Davis Cup und spielte sich in Anschluss an sein Top-Jahr 2012, als er allein sieben Titel holte, bis auf Platz drei der Weltrangliste.

In dieser Phase seiner Karriere tauchte er beständig wie ein Uhrwerk mindestens im Viertelfinale der großen vier Turniere auf. Nicht nur auf Sand und auf Hartplatz, sondern 2012 und 2013 auch auf dem Rasen von Wimbledon. Wie kaum ein zweiter holte er das Optimum aus den Dingen heraus, die er selber beeinflussen konnte. Dass es auch in seinen besten Jahren immer zwei bis vier Kollegen gab, die über noch viel mehr spielerische Fähigkeiten verfügten, gehörte zu den unbeeinflussbaren Tatsachen. Es schmälert seine enorme Lebensleistung als Tennisprofi nicht.

Anerkennung noch wichtiger als Pokale

In seiner Rede dankte David Ferrer bescheiden allen seinen Wegbegleitern über die Jahre, angefangen von dem Trainer, der ihm das Tennisspielen als Kind beigebracht hat. Und definierte auch selbst noch einmal seine Form von Erfolg.

„Ich hätte gerne noch mehr gewonnen“, gab er offen zu. „Noch wichtiger als die Pokale ist mir aber die Zuneigung der Menschen, die ich gespürt habe.“ Die hat er gewiss, sowohl was Fans als auch was Profikollegen angeht. Kurz und prägnant hat sein Freund Rafael Nadal die Gefühlslage an diesem Abend von der Videoleinwand aus zusammen gefasst: „Wir werden dich vermissen!“.

(Bild © imago images)

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Christian Schwell
am 09.05.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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