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ATP Madrid: Auf Thiem wartet die nächste Herkules-Aufgabe

11.05.2019|14:30 Uhr|von Christian Schwell
ATP Madrid: Auf Thiem wartet die nächste Herkules-Aufgabe

In seinem Viertefinal-Duell gegen Roger Federer am gestrigen Freitag zeigte Dominic Thiem neben einer bärenstarken spielerischen Leistung auch, dass er taktisch einen Schritt nach vorne gemacht hat. Oft dafür gescholten, dass er sich - wenn es nicht läuft - nur darauf beschränkt, den Ball möglichst mit noch mehr Tempo in die gegnerische Hälfte zu feuern, drehte er auf dem Court Manolo Santana in Madrid nach dem verlorenen ersten Satz sehr erfolgreich ganz fein an den taktischen Stellschrauben der Partie.

Thiem stellt seine Taktig erfolgreich um

Federer hatte das Match bis dahin in eine Hartplatz-Partie verwandelt, indem er konsequent attackierte und Thiem nie seinen Rhythmus finden ließ. „Ihn zu breaken ist immer schwer“, erklärte der 25-Jährige zudem später in der Pressekonferenz. Und hatte damit in Bezug auf den verloren gegangen Satz besonders recht, weil Federer mit einer unglaublich starken Quote von 84% bei den ersten Aufschlägen operierte.

Ab dem zweiten Satz verschob Thiem dann aber seine Return-Position nach vorne und gab dem Schweizer so weniger Zeit, ans Netz vorzurücken. Ab da war die Partie ausgeglichen und Thiem konnte öfter von seiner Schlaghärte in den klassischen Grundlinien-Duellen profitieren. Federer konnte häufiger als ihm lieb war nicht mehr schalten und walten, sondern nur noch reagieren.

Für Roger geht es in Rom weiter

Trotzdem hätte es fast noch gereicht für den Maestro, der anschließend deswegen auch entsprechend angefressen war: „Es ist das Schlimmste, nach vergebenen Matchbällen noch zu verlieren“, gab Federer zu, wollte aber andererseits vor allen Dingen seine guten Leistungen gegen Monfils und Thiem als positives Signal mit in die nächste Sandplatz-Aufgabe nehmen. Und zwar schon nächste Woche in Rom, wo er im Draw vertreten ist und sich nach einer Nacht Bedenkzeit auch zur Teilnahme entschieden hat. In seiner ersten Partie nach Freilos wird er es mit Frances Tiafoe oder Joao Sousa zu tun bekommen.

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Novak Djokovic als nächster Gradmesser für Thiem

Auf den „Dominator“ wartet dagegen schon heute eine nächste Herkules-Aufgabe. Der Weltranglistenerste Novak Djokovic wird Thiem tendenziell von Anfang an eine klassischere Sandplatz-Partie anbieten. Und hat in Topform gerade in der Defensive noch mehr Qualitäten, als sie Roger Federer nach der langen Abstinenz auf den Sandplatz bringt. Die Bilanz der beiden gegeneinander steht auf Sand ausgeglichen bei 2-2, wobei man den Komplettaussetzer Thiems 2017 in Rom, als es für ihn mit 1:6 und 0:6 ein echtes Debakel gab, kaum mit in die Wertung nehmen kann. Die letzten beiden Partien in Roland Garros (2017) und Monte Carlo (2018) konnte der Österreicher für sich entscheiden – beide allerdings bevor sich Djokovic wieder mit überragenden Leistungen an die Spitze der Weltrangliste katapultierte.

"Er ist eine hohe Hürde"

Das ist auch Thiem klar: "Als ich gegen ihn in der vergangenen Saison und vor zwei Jahren gespielt habe, war er nicht auf seinem besten Niveau. Das ist er jetzt wieder", ist sich der Weltranglistenfünfte bewusst, „Er ist eine richtig hohe Hürde“. Für beide könnte diese offen Partie ein echter Gradmesser dafür sein, wo sie sich auf der Liste der Herausforderer, die einmal mehr die Paris-Dominanz des Rafael Nadal brechen wollen, wenige Wochen vor Beginn des zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres nun genau einordnen.

(Bild © imago images / ZUMA Press)

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Christian Schwell
am 11.05.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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