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Back to the Roots? Dimitrov spielt die Genf-Qualifikation

15.05.2019|15:10 Uhr|von Christian Schwell
Back to the Roots? Dimitrov spielt die Genf-Qualifikation

Es sind sportlich harte Zeiten, die der Bulgare Grigor Dimitrov im Moment erlebt. Man muss es sich kurz verdeutlichen: Vor nicht einmal anderthalb Jahren hat Dimitrov die Tour Finals in London gewonnen. Und für viele sah es danach aus als würden sich die Hoffnungen, die immer in sein großes Talent gesetzt wurden, jetzt endlich auch vermehrt in großen Titeln niederschlagen. Gekommen ist es, das weiß man in der Rückschau, ganz anders. Nachdem 2018 noch ganz passabel begann, hat sich der 27-Jährige im Anschluss mehr und mehr in eine sportliche Krise gespielt.

Vom Tour-Finals-Gewinner an den unteren Rand der Top 50

2019 schlägt sich die spielerische Abwärtsspirale nun auch massiv in der Rangliste nieder. War der Abstieg 2018 mit einer Platzierung unter den besten zwanzig Spielern der Welt noch eher ein Sinkflug als ein Absturz, haben bisher nur sieben Siege in dieser Saison den Trend nach unten in beängstigender Art und Weise beschleunigt. Mittlerweile droht Dimitrov als aktuelle Nummer 48 aus den Top 50 zu fallen. Zum ersten Mal seit 2014 gehört er nicht mehr zu den ersten 40 Spielern im Ranking.

Agassi und Stepanek sollen es jetzt richten

Viel wurde schon versucht, um Dimitrov zurück in die Spur zu bringen. Andre Agassi wurde als zusätzlicher Berater mit ins Team geholt, dann vor Wochenfrist dem langjährigen Coach Dani Vallverdu der Laufpaß gegeben. In Rom sah man jetzt bei der Niederlage gegen Jan-Lennard Struff erstmals den ehemaligen Profi Radek Stepanek in der Box Dimitrovs. Der Tscheche soll das Team verstärken und den Spieler vor allen Dingen in den Wochen betreuen, in denen Agassi nicht zur Verfügung steht.

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Happy birthday @agassi! Proud to have you in my corner.

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Die Konstellation weckt Erinnerungen, denn auch Novak Djokovic setzte zur Zeit seiner größten Krise kurzzeitig auf diese amerikanisch-tschechische Trainer-Kombination. Mit wenig Erfolg allerdings. Der stellte sich erst wieder ein, als er reumütig sein altes Erfolgs-Team (mit Ausnahme von Boris Becker) zurück ins Boot holte.


Erster Quali-Auftritt seit sieben Jahren

Ob es bei Dimitrov besser läuft, bleibt abzuwarten. Als neue kurzfristige Maßnahme zur Krisenbewältigung geht es jedenfalls auf Anraten von Agassi  vor dem Grand Slam in Paris noch zum 250er-Turnier im schweizerischen Genf. Da die Hauptfeld-Wildcards schon an Feliciano Lopez, Janko Tipsarevic und Lokalmatador Stan Wawrinka vergeben waren, kann Dimitrov dort nur in der Qualifikation starten.

Aus der Not geboren oder geschickter Schachzug?

Ungewöhnlich für einen Spieler von seinem Format und Namen, ungewöhnlich bei einem Event dieser Kategorie aber auch für jeden beliebigen Spieler mit seinem Ranking. Vielleicht ist sein erster Auftritt in einer Qualifikation seit sieben Jahren tatsächlich aber auch ein geschickter Schachzug, der es Dimitrov ermöglicht, schon am Wochenende und zu Beginn nächster Woche in mehreren Matches Wettkampfpraxis und Selbstvertrauen zu bekommen. Und dann trotzdem noch genügend Zeit zu haben, um sich früh genug in Richtung Roland Garros zu verabschieden und sich in Ruhe an die Bedingungen beim zweiten Saisonhöhepunkt des Jahres zu gewöhnen.

(Bild © imago images)

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Christian Schwell
am 15.05.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verr├╝ckter, der seine Texte gerne mit etwas Humor w├╝rzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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