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Rafa krönt sich in irrem Masters-Finale zum König von Rom

19.05.2019|18:38 Uhr|von Dennis Ebbecke
Rafa krönt sich in irrem Masters-Finale zum König von Rom

Ausgepowerter Djokovic zwingt Nadal in den dritten Satz.

Die ganze Sport-Welt blickte mit großer Vorfreude und Spannung auf "Djodal54". Kein anderes Duell gab es in der Geschichte des Profitennis häufiger. Doch das, was sich im Endspiel von Rom abspielte, hätte so niemand erwartet.

Nie zuvor gab es zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic ein 6:0 zu sehen - in nahezu 150 Matches. Diese Statistik gehört nun der Vergangenheit an, denn der spanische Sandplatzkönig schaffte dieses kleine "Tennis-Wunder", indem er den Weltranglistenersten im ersten Durchgang zu Null vom Platz fegte.

Letztlich sicherte sich "Rafa" mit einem 6:0, 4:6, 6:1 den neunten Sieg in der italienischen Hauptstadt - und seinen 34. Masters-Triumph, womit er auf dieser Ebene nun die alleinige Vorherrschaft innehat.

Djokovic geht im ersten Satz unter

Bereits vor dem Match dürfte der eine oder andere "Nole"-Fan dem Finale mit bangen Blicken entgegengefiebert haben. Die große Sorge der Djokovic-Anhänger: Ihr Idol stand im Vergleich zu dessen Gegner in Rom deutlich länger auf dem Platz. Alleine sein epischer Viertelfinalsieg über Juan Martin del Potro brachte drei Stunden auf die Uhr, das Halbfinale gegen Diego Schwartzmann war mit 2:30 Stunden nur geringfügig kürzer.

Und so hatte man vom ersten Ball an das Gefühl, dass Djokovic einem weiteren Fight nicht gewachsen war. Der Tank war leer, der Sandplatzspezialist, der nach anfänglichen Problemen auf seinem Lieblingsbelag immer besser in Form zu kommen scheint, wirkte geradezu übermächtig. Die schlimmsten Befürchtungen der Fans des Serben wurden zunächst wahr: Der erste Satz lief komplett am "Djoker" vorbei.

Die Nummer eins zeigt Nehmer-Qualitäten - und überrascht Nadal

Doch damit war die Geschichte des fünften Rom-Finales zwischen diesen beiden Dauerrivalen (drei Siege Nadal, zwei Djokovic) allen Unkenrufen zum Trotz noch nicht auserzählt. Im Stile eines Champions hakte die Nummer eins der Welt den Fehlstart ab und zeigte Nehmer-Qualitäten.

Das Problem für Nadal in diesem Moment: Er hatte sichtlich Schwierigkeiten, sich auf die Leistungssteigerung seines Gegners im zweiten Satz einzustellen. Damit bekamen die Zuschauer auf dem Centre-Court endlich ein Match zu sehen. Beim Stande von 3:3 lag Djokovic bei eigenem Aufschlag mit 0:40 hinten - und kämpfte sich erneut zurück zum Spielgewinn.

Warum gibt es nochmal die Shot Clock?

Wie eng es im zweiten Satz zuging, bewies auch der Blick auf die Shot Clock, die vom Stuhlschiedsrichter allenfalls zur Kenntnis genommen wurde. Beide Spieler brauchten bis zur Ausführung ihres Aufschlags  im Durchschnitt länger als 25 Sekunden. Mehr als eine Verwarnung (an Nadal) sprang jedoch nicht heraus.

Auch wenn es dem Serben gelang, diesen Durchgang offener zu gestalten, so waren dem viermaligen Rom-Sieger die Anstrengungen der vergangenen Tage deutlich anzumerken.

Umso verrückter: Mit einem unwiderstehlichen Mix aus Ehrgeiz und seinem verbesserten Returnspiel war Djokovic genau zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle und belohnte sich tatsächlich mit dem Break zum 6:4-Satzgewinn.

Rückhand-Stopps gegen "Rafa" kein probates Mittel

Auf beiden Seiten schlichen sich in diesem Finale eine Reihe von Fehlern ein und dennoch war es unglaublich, was Nadal und Djokovic leisteten. Letzterer verspielte zum Auftakt des dritten Satzes zuerst leichtferig den Spielgewinn und zertrümmerte im Anschluss sein Racket. Die bessere Reaktion aus "Nole"-Sicht wäre jedoch gewesen, auf die Rückhand-Stopps zu verzichten, bei denen ihm in diesem Match der Touch fehlte.

Am Ende waren es diese vermeidbaren Fehler, die auch der schwindenden Kraft Djokovic' geschuldet waren und Nadal zum König von Rom krönten. Zum Ende wurde es dann ähnlich deutlich wie in Satz eins.

(Bilder © imago images)

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Dennis Ebbecke
am 19.05.2019 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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