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French Open: Federer schlägt Wawrinka - erster Halbfinal-Einzug seit 2012

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04.06.2019|19:00 Uhr|von Dennis Ebbecke
French Open: Federer schlägt Wawrinka - erster Halbfinal-Einzug seit 2012

Noch vor einem Jahr wäre es undenkbar gewesen, dass dieses Match bei den French Open stattfinden würde. Während sich der eine (Stan Wawrinka) damals mit einer Verletzung herumplagte, wollte der andere (Roger Federer) zu diesem Zeitpunkt nicht auf Sand spielen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich diese beiden Schweizer zwölf Monate später im Viertelfinale von Paris gegenüberstanden.

Letztendlich konnte sich Federer (mal wieder) gegen seinen Landsmann durchsetzen und im 26. Duell seinen 23. Triumph einfahren. Der Roland-Garros-Sieger von 2009 setzte sich in einem zu Beginn hochkarätigen Match mit 7:6 (4), 4:6, 7:6 (5), 6:4 durch.

Daumen hoch für Federer - auch von "Stan the Man"

Die entscheidende Frage vor diesem brisanten Duell lautete: Wie hat "Stan the Man" den Fünf-Satz-Fight gegen Youngster Stefanos Tsitsipas verkraftet? Im Vergleich zu ihm blickte Federer auf einen relativ entspannten Turnierverlauf zurück, da er in allen vier Matches zuvor keinen einzigen Satz abgab. Dieser Unterschied machte sich zunächst nur minimal bemerkbar. Zwar konnte sich Federer im Gegensatz zu seinem Kontrahenten im ersten Satz Breakbälle erarbeiten, doch irgendwie gelang es dem Weltranglisten-28., diese abzuwehren.

Ein Brustlöser aus Sicht des "Maestros" war dessen Punktgewinn zum 2:1 im Tiebreak, als er sich sensationell mit dem Rücken zur Wand befreite und seinen Gegenüber mit einer Traum-Rückhand überraschte. Daumen hoch - auch von "Stan", der so seine Anerkennung ausdrückte.

Schreckmoment: Was ist mit Wawrinkas linkem Arm?

Kurzer Schreckmoment im ersten Satz: Bei einem Seitenwechsel fing die Kamera Wawrinka ein, der sich schmerzverzerrt den linken Arm hielt. Da er aber eine einhändige Rückhand spielt, sollte ihn dieses Problem nicht allzu sehr belasten. Klar ist aber auch: Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage.

Im zweiten Satz war es dann endlich an der Zeit für den ersten Breakball von Wawrinka, der diesen tatsächlich direkt zur 2:1-Führung nutzen konnte. Federers Quote war diesbezüglich verbesserungswürdig. Der nächste Beweis folgte prompt: Der 37-Jährige ließ zwei Chancen zum Re-Break liegen. Die Konsequenz daraus war, dass er diesen Satz letztlich abgeben musste.

Federer lässt Breakchancen reihenweise liegen

Im dritten Durchgang wiederholte sich das Szenario. Unfassbar: Federer ließ zu Beginn seinen achten Breakball ungenutzt, während Wawrinka seine Chance zum 4:3 beim Schopfe packte. Zu diesem Zeitpunkt wirkte es so, als hätte ein Wandel stattgefunden. Federers leichter Volley-Fehler zum Break war ein Indiz für eine gewisse Verunsicherung. Doch der "Maestro" zeigte Nehmer-Qualitäten, fightete sich zurück und gewann wieder einmal im Tiebreak.

Als vieles auf einen Federer-Sieg hindeutete, wurden die beiden Spieler bei 3:3 in Satz vier in die Kabine geschickt - die beängstigenden dunklen Wolken über Paris ließen kaum eine andere Entscheidung zu. Die beiden Schweizer nahmen die Pause mit Humor.

Das Lachen verging im Anschluss zunächst Wawrinka, weil dieser ein schnelles Break hinnehmen musste - und danach Federer, weil er bei 5:4 zwei Matchbälle nicht nutzen konnte und zwei Doppelfehler in einem Aufschlagspiel fabrizierte. Mit dem dritten Matchball machte Roger dann aber den Deckel drauf - und steht damit erstmals seit 2012 wieder im Halbfinale der French Open.

"Wenn ich schon zurückkomme, um auf Sand zu spielen, dann muss es schon gegen Rafa sein"

2015 konnte Wawrinka seinen Landsmann im Viertelfinale von Paris noch schlagen und im Endspiel sensationell gegen Novak Djokovic triumphieren. Diesmal schaffte Federer den Einzug ins Halbfinale - und freut sich schon auf den Klassiker gegen Nadal. "Wenn ich schon zurückkomme, um auf Sand zu spielen, dann muss es schon gegen Rafa sein", so Federer nach seinem Sieg.

(Bild © imago images / GEPA pictures)

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Dennis Ebbecke
am 04.06.2019 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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