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French Open: Kann Federer den Nadal-Code in Paris heute knacken?

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07.06.2019|11:10 Uhr|von Christian Schwell
French Open: Kann Federer den Nadal-Code in Paris heute knacken?

Wenn Roger Federer heute – so das Wetter denn mitspielt – gegen Rafael Nadal auf dem Court Philippe-Chatrier um den Einzug ins Finale der French Open spielt (angesetzt ab 12.50 Uhr), trifft er auf einen Gegner, gegen den er seit fünf Partien und fünf Jahren nicht mehr verloren hat. Und geht doch als klarer Außenseiter in ihr 39. Match.

"Die ultimative Herausforderung"

Denn die Kombination aus Nadal und Roland-Garros ist, wie es Federers Coach Severin Lüthi ausdrückt, „für Roger die ultimative Herausforderung“. Nie konnte er den Spanier hier, wo dieser regelmäßig sein absolut bestes Leistungsniveau erreicht, in die Knie zwingen. Selbst als er vor genau zehn Jahren seinen einzigen Grand-Slam-Erfolg auf Sand feierte, gelang das nur ohne die direkte Konfrontation mit dem ewigen Konkurrenten. Der war – wahrscheinlich glücklicherweise für Federer – zuvor von Robin Söderling aus dem Weg geräumt worden.

In Paris hatte Rafa bisher immer das bessere Ende für sich

Auch wenn Federer Nadal in 15 Vergleichen zweimal (in Rom und Hamburg) auf Sand schlagen konnte: Das, was Rafa mit seinem Sieg im epischen Wimbledonfinale von 2008 gelungen ist - nämlich den großen Gegner in seinem natürlichen Habitat zu bezwingen - ist Federer bisher nie gelungen.

Jetzt hat er also noch einmal die Chance, sich auch in dieser Kategorie wie in so vielen anderen der Tennisgeschichte zu verewigen. Wie bisher nur Söderling und Djokovic eine der größten Herausforderungen des Sports zu meistern und Nadal in Roland-Garros schlagen. Ein Ziel, das ganz klar auch ein Beweggrund dafür war, wieder auf Sand anzutreten, wie Federer nach seinem Sieg über Stan Wawrinka zugab.

Kann Federer sein "neues" Spiel auf Sand umsetzen?

Was muss aber passieren, damit der Schweizer heute die Sensation – und nichts anderes wäre ein Sieg in Paris trotzt all seiner sonstigen Meriten – gegen den elffachen Champion schaffen kann? Auf Hartplatz ist es ihm offensichtlich gelungen, den Nadal-Code zu knacken. Mit einer gerade auch auf der Rückhandseite sehr offensiven Spielweise und Platzposition und mit vielen Variationen im Spiel beherrschte er das Duell nach dem noch knappen Sieg bei den Australian Open 2017 in den darauf folgenden letzen drei Partien teilweise sehr deutlich.

Das waren aber Matches, bei denen die äußeren Umstände dem Maestro in die Karten spielten. Mittelschnelle bis schnelle Hartplätze, auf denen der Ball regelmäßig abspringt und sich der Topspin von Nadal nach dem Aufsprung nicht ganz so fatal entwickelt wie auf dem Sand von Paris. Die Frage ist, ob sich Federers „neuer“ Spielstil gegen Nadal auch effektiv genug auf dessen Lieblings-Untergrund transferieren lässt.

Nadal erwartet einen aggressiven Gegner

Dass Federer genau dies versuchen wird, dessen ist sich Nadal jedenfalls sicher: „ Ich erwarte, dass er aggressiv spielt, den Rhythmus wechselt und ans Netz geht", beschrieb der Favorit seine Erwartungshaltung. Mit einer ähnlichen Spielweise hat ein eigentlich hoffnungslos unterlegener David Goffin tatsächlich Nadal kurzzeitig aus der Balance gebracht und ihm einen Satz abgetrotzt. Diese Spielweise ist wahrscheinlich tatsächlich auch die einzige Chance gegen das Grundlinienfeuer des Weltranglistenzweiten. Die spannende Frage ist, ob Federer diese Spielvariante über drei erfolgreiche Sätze konsequent genug umsetzen kann.

(Bilder: © imago images)

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Christian Schwell
am 07.06.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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