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ATP Stuttgart: Alexander Zverev hofft auf den ersten Rasen-Titel

13.06.2019|14:30 Uhr|von Henrike Maas
ATP Stuttgart: Alexander Zverev hofft auf den ersten Rasen-Titel

Die Wühlerei auf der roten Asche ist noch nicht ganz beendet, da geht es auch schon los mit der Rasensaison. Kaum ein Belagwechsel im Tennisjahr ist so tiefgreifend und hart wie der zwischen Sand und Gras. Das weiß auch Alexander Zverev, der derzeit beim ATP-Turnier in Stuttgart spielt.

"Wir gehen vom langsamsten Belag zum schnellsten. Wir kommen vom Belag mit dem höchsten Ballabsprung zum Belag mit dem niedrigsten Ballabsprung. Es ist der totale Gegensatz", sagte der 22-Jährige gegenüber dem Wimbledon Channel. "Man muss eine andere Art von Tennis spielen. Aggressiver, eine andere Position auf dem Court einnehmen, andere Schläge spielen. Ich denke, es ist die härteste Umstellung, die wir im ganzen Jahr haben, aber ich freue mich drauf und bin bereit".

Matchpraxis auf dem Weg nach Wimbledon

Zverev hatte eigentlich angekündigt nach den French Open eine Pause einzulegen, sich dann aber doch noch spontan per Wildcard ins Hauptfeld von Stuttgart eingebucht. Nach einer zunächst durchwachsenen Saison ist der Deutsche in den letzten Woche wieder stärker geworden. Hat in Genf einen Turniersieg gefeiert und ist erneut ins Viertelfinale der French Open eingezogen. Den Schwung will er nun mitnehmen. "Ich fühle mich physisch relativ wohl", sagte der gebürtige Hamburger vor dem Turnierstart. "In den letzten Wochen ist es so gewesen, dass ich meine Leistung immer gesteigert habe. Deswegen habe ich auch entschieden, dass es eine gute Idee ist, dass ich weiter spiele. Mental ist es für mich auch immer erfrischend, in Deutschland zu sein". 

Mit in Deutschland ist auch Alexander Zverevs Teilzeit-Coach Ivan Lendl. Wegen einer starken Pollenallergie war Lendl Europa während der Sandplatzsaison ferngeblieben. Der ehemalige Profi, der Deutschlands Nummer 1 seit den US Open 2018 betreut, soll seinem Schützling besonders bei den Grand Slams auf die nächste Stufe helfen. Für Wimbledon hat Zverev dann auch durchaus so seine Wünsche: "Wimbledon ist das Turnier mit dem größten Fokus im Jahr. Mit der größten Geschichte für uns als Tennisspieler. Ich kann es kaum erwarten, denn es wird eine tolle Zeit sein. Hoffentlich kann ich dort mein erstes Halbfinale oder Finale [bei einem Grand Slam, Anm. d. Red.] erreichen. Wir werden sehen, was passiert"

Deutschland-Tour für Zverev

Bevor dieser nächste Schritt bei einem Grand Slam erfolgen kann, ist aber erst mal die Deutschlandtour angesagt. Mit der Teilnahme an den Turnieren in Stuttgart und Halle wird die derzeitige Nummer 5 der Welt ganze zwei Wochen in seiner Heimat sein. Ein schöner Gedanke für Alexander Zverev. "Es ist einfach fantastisch. Ich liebe es. Wenn ich dran denke: Die nächsten zwei Wochen sind in Deutschland. Mit zwei Turnieren, die ich absolut liebe. Das wird aufregend sein und ich freue mich drauf", beschreibt Zverev das für Tennisspieler nicht so häufige Gefühl, mal eine längere Zeit am Stück an einem Ort und dann noch in der Heimat zu verweilen. 

Dass die Deutschlandtour auf Rasen stattfindet, stört ihn dabei wenig. Die Beziehung zum grünen Grund ist gut. Einzig der Titel fehlt noch. Etwas, das Alexander Zverev gerne schon in diesem Jahr ändern würde. "Meine Beziehung zu Rasen ist gut, auch wenn ich noch keinen Titel darauf gewonnen habe. Aber ich hoffe, dass wird sich dieses Jahr ändern. Ich hatte tolle Matches auf Rasen, habe Federer geschlagen. Ich habe in Halle das Finale zweimal im Einzel und auch zweimal im Doppel erreicht. Ich freue mich immer, auf Rasen zu spielen, auch wenn wir nicht lange darauf spielen"

Nächster Gegner: Dustin Brown

Das erste Match auf Gras wird allerdings gleich mal eine richtige Aufgabe für den 22-Jährigen werden. Er bekommt es im Achtefinale von Stuttgart mit seinem Landsmann Dustin Brown zu tun. Brown, bekannt für seinen sehr speziellen Stil, liebt das Spiel auf Rasen und hat im Gegensatz zu Zverev in der Saison auf dem Belag schon gespielt. Deutschlands Nummer 1 ist also gewarnt. "Dustin ist einer der gefährlichsten Spieler auf Rasen. Vor allem, wenn man vorher selbst noch kein Match gespielt hat", hatte Zverev sein Auftaktmacht dann auch eingeordnet.

Aber auch Dustin Brown weiß, dass gegen Zverev zu spielen, nicht leicht ist. "Ich werde versuchen, dasselbe Spiel wie heute zu spielen. Über Alex brauchen wir nicht reden. Jeder weiß, was für ein großartiger Spieler er ist", sagte der 34-Jährige nach seinem Erstrundensieg gegen den Australier John Millman. Dort hatte sich "Dreddy" wie auch in der Qualifikation schon in bester Rasenform gezeigt. Würde sich Zverev hier also durchsetzen, wäre das ein guter Schritt in Richtung des erhofften ersten Rasentitels.

(Bild © imago images/Pressefoto Baumann)

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Henrike Maas
am 13.06.2019 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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