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Der unfassbare Federer-Hype in Halle - Halbfinale gegen Herbert

22.06.2019|13:10 Uhr|von Dennis Ebbecke
Der unfassbare Federer-Hype in Halle - Halbfinale gegen Herbert

Es ist Freitagabend, Ort: Gerry-Weber-Stadion, Halle/Westfalen. Während die fleißigen Helfer im Inneren der Tennis-Arena nach einem langen Viertelfinal-Tag damit beschäftigt sind, den Court „bettfein“ zu machen, versammeln sich vor dem Spielereingang die Menschen. Ein Blick auf diesen gewaltigen Andrang reicht, um zu wissen, wer kurz zuvor auf dem Centre-Court aufgeschlagen hat: Roger Federer.

Für diesen jungen Federer-Fan wird ein Traum wahr: "Ich kann ihn sehen!"

Um 20:19 Uhr ist es dann so weit: Der „Maestro“ tritt – unter dem Kreischen der begeisterten Menge – vor seine Fans. Nun wird es kurz hektisch. Alle zücken ihre Smartphones, versuchen sich im Kampf um ein Foto oder Autogramm ihres Idols in eine perfekte Ausgangslage zu bringen. Ein Vater nimmt schnell seinen zehnjährigen Jungen auf die Schultern. Das Funkeln in den Augen dieses kleinen Fans sagt alles. Es hätte keine Nachfrage des sichtlich aufgeregten Papas gebraucht, der sich dennoch erkundigt, ob sein Sohn etwas sehen könne. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Ja, ich kann ihn sehen!“ Ihn. Roger Federer. Den Mann, der überall auf der Welt Zuhause ist – ganz besonders hier in Halle. Kein Momentum, sondern ein Dauer-Zustand.

Nach fünf Minuten, um 20:24 Uhr, verabschiedet sich Roger mit einem freundlichen Winken zurück in die Katakomben. Die Hoffnung einer Beobachterin, die leider leer ausgegangen war ("Vielleicht kommt er ja später noch einmal raus"), wird sich bestätigen - nicht an diesem Tag, aber eventuell schon am nächsten. Denn Fan-Nähe wird bei dem Schweizer groß geschrieben - wie an diesem Tag in Halle zu sehen.

Später, in der obligatorischen Pressekonferenz nach seinem anstrengenden Dreisatzsieger über Roberto Bautista Agut umschreibt Federer das, was in und vor dem Centre-Court passiert, mit dem Wort „Heimvorteil“. Es ist dieses für ihn so unbeschreiblich wichtige Gefühl, dass "der Gegner nicht nur gegen mich, sondern eben so ein bisschen gegen die Wand von Zuschauern spielt". Das wird auch im Halbfinale von Halle am Samstag gegen Pierre-Hugues Herbert nicht anders sein.

So denkt Roger Federer über den Fan-Hype um seine Person:

"Ich bedanke mich immer so häufig und so viel. Die Zuschauer sind vielleicht von weit weg gekommen, haben viel Geld in die Hand genommen haben. Das ist ein gewisser Heimvorteil, es ist ein Gefühl von Rückenwind. Am Anfang muss man sich ein bisschen daran gewöhnen, wenn man jung ist, weil man eben denkt, der Druck ist zu hoch und alle schauen, wie ich in welchem Moment die Vorhand spiele. Wenn man älter ist, also bei mir jetzt, nimmt man das ziemlich locker und natürlich probiere ich absolut mein Bestes. Dann hilft mir das Publikum, gibt mir eben das Gefühl, dass der Gegner nicht nur gegen mich, sondern eben so ein bisschen gegen die Wand von Zuschauern spielt."

(Bild © imago images / Montage)

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Dennis Ebbecke
am 22.06.2019 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur t├Ątig, f├╝hlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fu├čballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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