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Wimbledon

Baghdatis gibt den Fans zum Abschied alles

05.07.2019|12:00 Uhr|von Christian Schwell
Baghdatis gibt den Fans zum Abschied alles

 Eine kurze Verlängerung hatte Marcos Baghdatis noch einmal erzwungen. Nachdem er bereits vor dem Wimbledon-Turnier, für das die Veranstalter ihm eine Wildcard gegeben hatten, seinen Abschied vom Profitennis angekündigt hatte, war er in der ersten Runde überraschend deutlich gegen den Kanadier Brayden Schnur erfolgreich gewesen. Gestern aber beendete dann mit Matteo Berrettini einer der besten Rasen-Spieler der Saison die Karriere des Zyprioten in drei Sätzen.

Erst die Tränen - dann die Geschenke

Baghdatis hatte schon angekündigt, dass er im Falle seines Ausscheidens höchstwahrscheinlich seine Emotionen nur schwer im Griff behalten könnte. Und so kam es dann auch. Erst küsste er den heiligen Rasen, dann brach er in Tränen aus.

Anschließend fasste sich der Publikumsliebling unter den Standing Ovations von Zuschauern und Gegner aber wieder. Und fing an, wirklich alles zu verschenken, was er in Zukunft eher nicht mehr braucht. Praktisch sein gesamtes Equipment, Schläger, Shirts und Schuhe, flogen zur großen Freude der Fans auf die Zuschauerränge. Man konnte nur hoffen, dass Baghdatis wenigstens noch genug frische Textilien zum Wechseln nach der Dusche zurück behielt.

Aufstieg zum Volksheld und Publikumsliebling

Der heute 34-Jährige war 2003 als bester Junior der Welt und Sieger der Junioren-Konkurrenz von Melbourne mit vielen Vorschuss-Lorbeeren in seine Profi-Karriere gestartet. 2006, als er nicht nur wie oben erwähnt im Wimbledon-Halbfinale stand, sondern vor allen Dingen bei den Australian Open mit seiner Finalteilnahme (Niederlage gegen Roger Federer) für Furore sorgte, schien er die Erwartungen auch zu erfüllen und stieg in seiner Heimat zu einem echten Volkshelden und überall auf der Welt zum Publikumsliebling auf.

Der ganz große Wurf wollte nicht mehr gelingen

Komplett bestätigen konnte Baghdatis, der seine beste Ranglistenplatzierung in seinem Erfolgsjahr mit der Nummer acht erreichte, diese absoluten Spitzenleistungen über weite Strecken seiner Karriere aber nur noch sporadisch. Der Rechtshänder, der schon als Jugendlicher nach Frankreich gegangen war um seine Karriere zu forcieren, erspielte sich in 17 Jahren Profitennis vier Turniersiege auf ATP-Level und war immer wieder – gerade auch bei den Grand Slams – für spektakuläre sportliche Schlachten in den früheren Runden gut. Die ganz großen Würfe wollten ihm aber – gerade später in der Karriere auch durch Verletzungen bedingt – nicht mehr gelingen.

Federer: „Wir werden ihn vermissen“

Jetzt also der endgültige Abschied, zu dem auch Roger Federer warme Worte fand. Gefragt nach dem,Zyprioten, bezeichnete der Schweizer seinen langjährigen Weggefährten und Melbourne-Endspielgegner als liebenswerten Typen, den er auf und neben dem Platz immer geschätzt hat. Außerdem stellte er seinen enormen Fighting-Spirit heraus: „Er hatte eine Winner-Mentalität und hat die große Bühne geliebt“, lobte Federer. „Es war immer eine Freude, ihm zuzusehen, auch für uns Spieler. Wir werden ihn vermissen.“

(Bild: (c) imago images / Hasenkopf)

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Christian Schwell
am 05.07.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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