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Heute vor 20 Jahren: Steffi Graf verabschiedet sich vom Tennis

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13.08.2019|10:25 Uhr|von Christian Schwell
Heute vor 20 Jahren: Steffi Graf verabschiedet sich vom Tennis

Es ist ausgerechnet ein Freitag, der 13., an dem das deutsche Tennis im Jahre 1999 eine zweite große Zäsur innerhalb weniger Wochen und zugleich das Ende seiner bisher größten Ära widerfährt.  Am 30. Juni des gleichen Jahres hat Boris Becker schon mit großem Tamtam im laufenden Wimbledonturnier nach seiner klaren Niederlage gegen den Australier Patrick Rafter seinen endgültigen Abschied vom Profitennis inszeniert. Dann folgt der nächste Paukenschlag.   

Ein Abschied abseits der großen Tennisbühne 

Am 13. August sind die Umstände  - passend zu den charakterlichen Unterschieden zwischen Becker und Graf -  aber anders.  Steffi Graf hat zur Pressekonferenz ins heimatliche Heidelberg geladen. Und verkündet  dort abseits der großen Tennisbühne nicht heimlich, aber doch eher still und leise , ihr Karriereende. Graf hätte in diesem Jahr Momente und Orte mit weit mehr Pathos wählen können, um sich zu verabschieden.  Anfang Juni holt sie sich in Paris den letzten ihrer insgesamt 22 Grand-Slam-Siege in einer dramatischen Partie gegen Martina Hingis, wenig später erreicht sie, die im Mekka des Tennissports sieben Mal den  Titel holte, ihr insgesamt neuntes Wimbledonfinale und unterliegt Lindsay  Davenport in zwei engen Sätzen. 

Verletzungen und die Steuer-Affäre des Vaters nagen an Graf

Aber obwohl sie immer noch sehr erfolgreich spielt und auch bei den bald anstehenden US Open zum engeren Favoritenkreis  gezählt wird, spielt die damals 30-Jährige schon längere Zeit nicht mehr unbeschwert auf. Nach zahlreichen Verletzungen  und einer OP am Knie ist sie oft auf Schmerzmittel angewiesen, die Steueraffäre um ihren Vater Peter, der erst 1998 aus der daraus resultierenden Haft entlassen wurde, hat sie, die doch immer nur den Sport im Mittelpunkt gesehen haben wollte, viele Nerven gekostet. 

"Es gibt nichts mehr zu erreichen"

Nach dem Wimbledonturnier habe sie erstmals "die Freude und den Spaß am Tennis verloren", erklärt Graf ihre Entscheidung, dem Tenniszirkus mit sofortiger Wirkung  den Rücken zu kehren.  Ein Turnier hatte sie nach Wimbledon noch gespielt, in San Diego musste sie gegen Amy Frazier im ersten Match wegen einer Oberschenkelverletzung aufgeben. Es war der sehr nüchterne sportliche Schlusspunkt einer glanzvollen Karriere. Steffi Graf gewann im Damentennis alles, was möglich ist. Vom "Wunderkind" wurde sie zur Nummer eins und hielt dies Position 377 Wochen lang inne. 1988 holte sie sich nicht nur den Kalender-Slam, sondern holte neben den Titeln bei den vier großen Turnieren des Welttennis auch noch eine olympische Goldmedaille - der Begriff "Golden Slam" war geboren. "Es gibt nichts mehr zu erreichen", sagt Graf dann auch auf ihrer Rücktritts-Pressekonferenz und gibt zu, dass die Entscheidung auch eine Erleichterung ist. 

Privates Glück mit Andre Agassi

Ihr weiterer Lebensentwurf deutet  sich zu diesem Zeitpunkt schon an. Erste zarte Bande zum amerikanischen  Weltklassespieler Andre Agassi, der 1999 wie sie den Titel in Roland-Garros geholt hat, sind geknüpft. 2001 heiraten die beiden dann und bekommen zwei Kinder. Seitdem sind öffentliche Auftritte Steffi Grafs selten geworden, sie hat sich fast vollständig ins Privatleben zurück gezogen und tritt praktisch nur im Zusammenhang mit den karitativen Projekten, die sie und Agassi betreiben und unterstützen, ab und an in Erscheinung. 

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Always promised my bride if she stuck with me I would take her on a 330ft yacht 😂

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(Bild: imago images / Sven Simon)  

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Christian Schwell
am 13.08.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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