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US Open: Bianca Andreescu und ihr Moment für die Ewigkeit

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08.09.2019|08:00 Uhr|von Henrike Maas
US Open: Bianca Andreescu und ihr Moment für die Ewigkeit

Man musste ihn einfach haben, den Deja-vu-Gedanken. Zu sehr erinnerte das Damenfinale der US Open 2019 an das Finale aus 2018. Wieder hatte es vor dem Match geheißen: junges Talent gegen Serena Williams. Und wieder hatte das junge Talent am Ende den Titel geholt. Diesmal hieß die Siegerin Bianca Andreescu, die Williams in teilweise beeindruckender Manier die US Open-Krone vor der Nase weggeschnappt hatte.

Rekorde und Geschichte

Ein absolut verdienter Sieg, war die 19-Jährige sowohl spielerisch als auch mental die bessere Akteurin gewesen. Andreescu hat einen beeindruckenden Aufstieg hinter sich. Vor genau einem Jahr war sie in der ersten Runde der US Open-Qualifikation noch gescheitert. Nun holte sie bei ihrer ersten Hauptfeldteilnahme in New York direkt mal den Titel. Überhaupt sind die US Open 2019 erst das vierte Grand Slam-Turnier insgesamt, an dem der Teenager teilnahm. Damit zieht sie mit Monica Seles gleich, die 1990 ebenfalls bei ihrer vierten Grand Slam-Teilnahme den French Open-Titel holte.

Bianca Andreescu ist zudem die erste Person aus Kanada - männlich oder weiblich -, die in der Open Era einen Grand Slam-Titel im Einzel holt. Kein Wunder also, dass der kanadische Premierminister Justin Trudeau auf Twitter gleich mal die Gratulanten anführte. Auch die Titelliste kann sich 2019 für Andreescu sehen lassen: Indian Wells, Toronto und nun die US Open. Drei große Titel in einem Jahr, dass sie als 152 der Welt begonnen hatte und nun wahrscheinlich unter den Top 10 (derzeit Rang 5) beenden wird.

Ein Moment für die Ewigkeit

So wunderte es auch nicht, dass nach der eiskalten Performance im Match dann doch die Freudentränen kullerten. Die Situation ist noch nicht ganz eingesunken. "Es ist so schwer zu beschreiben, was ich fühle. Ich bin so dankbar und glücklich", sagte Andreescu bei der Siegerehrung. "Ich habe für diesen Moment so lange gearbeitet. Gegen eine Legende wie Serena spielen zu dürfen, ist einfach super. Ich bin stolz, wie ich mit allem umgegangen bin". Auf ihr Nervenkostüm kann die 19-Jährige auch wirklich stolz sein. Hat es sie doch durch das Match getragen und auch dann nur kurz verlassen, als der Druck am größten war. Bei 5:1 im zweiten Satz kam mal kurz das Flattern auch dank des amerikanischen Publikums. Das wollte natürlich Serena siegen sehen und hatte mit seinen Anfeuerungen für Williams Andreescu mal kurz aus der Fassung gebracht. Das sagte die Kanadierin auch selber auf die Frage, was sie beim 5:1-Vorsprung noch aufgehalten hatte: "Um ehrlich zu sein, ein wenig das Publikum. Ich weiß, ihr wolltet Serena siegen sehen. Es tut mir leid".

Faire Verliererin

Leid tat manchen wahrscheinlich vor allem Serena Williams. Die 38-Jährige hat nun zum vierten Mal hintereinander ein Major-Finale verloren. Nach wie vor wartet die US-Amerikanerin auf Grand Slam-Titel Nummer 24, der sie mit dem Rekord von Margaret Court gleichziehen lassen würde. Doch wie schon in den drei Finals zuvor fehlte es Williams auch diesmal an der klinischen Beständigkeit, die sie einst so unbesiegbar machte. Eine faire Verliererin war die ehemalige Nummer 1 aber auch diesmal. "Ich bin stolz auf dich und freue mich für dich", sagte sie nach der Niederlage zu Andreescu. "Du hast tolles Tennis gezeigt. Ich wünschte, ich hätte besser gespielt"

So schlecht hatte Serena Williams - besonders im ersten Satz - gar nicht gespielt, aber sie war von Bianca Andreescu schlicht überboten worden. Da half am Ende auch der Kampf nichts mehr. Sicher ein harter Schlag für Williams, die sich nun bestimmt fragen wird, warum es in den kritischen Momenten nicht mehr so läuft wie früher. Da wird auch die finale Ansage von Bianaca Andreescu nicht zur Beruhigung beitragen. Nachdem der Teenager sich bei ihrem Team und ihren Eltern bedankt hatte, gab es gleich auch mal eine Kampfansage in Richtung der nächsten Wochen: "Ich würde sagen: Lasst uns weiter machen"

(Bild © imago images / PanoramiC / Antoine Couvercelle)

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Henrike Maas
am 08.09.2019 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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