Jetzt die App myTennis runterladen!

Auch unterwegs immer informiert bleiben & die Welt des Tennis entdecken.

Billboard : 4475835
Pro

ATP Shanghai: Zverev schlägt Federer nach Matchball-Drama

Leaderboard : 4475810
Top : 4475800
11.10.2019|14:45 Uhr|von Christian Schwell
ATP Shanghai: Zverev schlägt Federer nach Matchball-Drama

Alexander Zverev hat sich als ernsthafter Herausforderer in der absoluten Weltspitze zurück gemeldet. Durch sein 6:3, 6:7(7), 6:3 über Roger Federer im Viertelfinale des 1000er-Turniers von Shanghai steigerte er nicht nur die Chancen, sich als Titelverteidiger erneut für die ATP Finals zu qualifizieren. Er beendete mit dem Sieg auch die lange Durststrecke seit der Vorjahresausgabe des Londoner Turniers, während der ihm kein Sieg gegen einen Spieler der Top 10 gelungen war.  

Zverev findet besser ins Spiel als der Schweizer

Von  Anfang an war es Zverev, der in einer Mischung aus zu wenigen ersten Aufschlägen Federers und vielen guten eigenen Returns in seinen Rückschlagspielen Akzente setzen konnte. Umgekehrt grenzte er die Offensiv-Bemühungen des Schweizers gut durch viel Länge in den Grundschlägen und eine eigene offensive Position an der Grundlinie ein.

Insgesamt kam er einfach besser ins Spiel als der 38-Jährige. Und das manifestierte sich dann auch im sechsten Spiel der Partie in einem Break zugunsten des Deutschen, der dieses dann auch nach nur 27 Minuten Spielzeit erfolgreich zur Satzführung transportierte.    

Plötzlich die alten Unsicherheiten bei Zverev 

Zu Beginn von Satz zwei schlichen sich dann aber genau die Unsicherheiten ein, die das Spiel Zverevs über weite Strecken der Saison geprägt haben. Ein unforced Error mit der Vorhand und ein Doppelfehler leiteten das erste Break der Partie zugunsten der aktuellen Nummer drei der Weltrangliste ein. Dann aber unterliefen auch Federer uncharakteristische Fehler, statt sich abzusetzen ermöglichte er Zverev unter anderem durch einen einfach verschlagenen Vorhand-Volley das sofortige Rebreak.   

Drama zum Ende von Satz zwei - Federer wehrt 5 Matchbälle ab

Anschließend fingen sich beide Spieler wieder und ließen zunächst dem jeweiligen Rückschläger keine Chancen mehr. Trotzdem war es Zverev, der in dieser Phase dominanter wirkte und über sein Service zu weit mehr freien Punkten kam. Um dann bei 5:5 erneut zuzuschlagen: Nach einem langen Ballwechsel passierte er den sein Heil am Netz suchenden Federer erfolgreich und schien anschließend bei 40-0 und drei Matchbällen in Folge schon der Sieger der Partie zu sein. Ein ausgerechnet jetzt sein bestes Tennis abrufender Federer rettete sich aber in absoluter Champions-Manier in den Tiebreak. Zverev brach mental nicht ein, holte sich sogar noch zwei weitere Chancen, das Match mit einem weiteren Punktgewinn zu beenden. Schließlich war es aber Federer, der mit einem 9-7 diesen hochdramatischen Durchgang beendete und den Entscheidungssatz erzwang.   

Strafe für Federer - Sieg für Zverev

Dass auch er durchaus in  der Art und Weise eines echten Spitzenspielers mit herben Rückschlägen innerhalb eines Matches fertig werden kann, bewies dann aber auch Zverev. Der 22-Jährige holte sich das frühe Break im dritten Satz, während Federer sich ungewöhnlicherweise auf Streitgespräche mit dem Schiedsrichter einließ und nach einer diskutablen zweiten Verwarnung  wegen "Ball abuse" sogar einen Strafpunkt zugunsten des Gegners einhandelte. Bei 5:3  hatte Zverev erneut die Möglichkeit, zum Matchgewinn auszuservieren. Und diesmal gelang es ihm, trotz aller Bemühungen Federers und aller Anfeuerung des Publikums für  den Liebling der Massen dann doch, die Partie über die Ziellinie zu bringen. 

Im Halbfinale wartet Zverev nun auf den Sieger der Partie zwischen Dominic Thiem und seinem direkten London-Konkurrenten Matteo Berrettini, die im Anschluss ausgespielt wird.   

(Bild: (c) imago images / Xinhua)

WAS IST DEINE MEINUNG?
Lustig

LUSTIG

0

Liebe

LIEBE

0

Oh man...

OH MAN...

0

Wow

WOW

0

Traurig

TRAURIG

0

Wütend

WüTEND

0

Christian Schwell
am 11.10.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

» Zu den Beiträgen von Christian Schwell