Jetzt die App myTennis runterladen!

Auch unterwegs immer informiert bleiben & die Welt des Tennis entdecken.

Billboard : 4475835
Pro

Pliskova gewinnt gegen Halep - und deren Trainer

Leaderboard : 4475810
Top : 4475800
01.11.2019|16:00 Uhr|von Christian Schwell
Pliskova gewinnt gegen Halep - und deren Trainer

Karolina Pliskova (WTA 2) hat das direkte Duell um den letzten vakanten Halbfinalplatz bei den WTA Finals gegen Simona Halep (WTA 5) für sich entschieden. In einer Partie, die wahrscheinlich ohne das Eingreifen von Halep-Trainer Darren Cahill sehr viel früher zu ihren Gunsten entschieden gewesen wäre, konnte sie sich die Tschechin schließlich mit 6:0, 2:6, 6:4 durchsetzen.

Das direkte Duell ums Halbfinale gegen Ash Barty

Die erste Austragung der WTA Finals in Shenzhen ist bisher ein wenig von den Umständen gebeutelt worden. Gleich drei Spielerinnen konnten zu Matches verletzt nicht antreten bzw. diese nicht beenden, entsprechend mussten die zwei Gruppen mit Nachrückerinnen aufgefüllt werden. Wenigstens der Rechenschieber blieb der Veranstaltung am heutigen letzten Gruppenspieltag aber erspart: Statt irgendwelcher Quervergleiche entschied ein direktes Duell zwischen Halep und Pliskova darüber, wer als Zweitplatzierte der weißen Gruppe morgen im Halbfinale gegen Ashleigh Barty antreten darf.   

Pliskova zunächst drückend überlegen

Halep konnte dabei aufgrund einer 7:3-Bilanz gegen die Tschechin und dem eher auf ihr Spiel zugeschnittenen Bodenbelag in Shenzhen durchaus optimistisch in dieses "Endspiel ums Halbfinale" gehen. Andererseits ist der Rumänin nach ihrem Wimbledonsieg im Juli ein wenig die Form abhanden gekommen. Zwei Siege innerhalb einer Woche sind ihr seitdem nur noch einmal in Toronto gelungen. Genau so ein zweiter Sieg innerhalb eines Turniers wäre heute aber nötig gewesen, um sich noch für die Vorschlussrunde zu qualifizieren. 

Tatsächlich war es dann auch Pliskova, die zu Beginn ganz klar die Akzente in dieser Partie setzte. Beeindruckend einseitig verlief die Partie in Satz eins nur in ihre Richtung. Pliskova reihte Spielgewinn an Spielgewinn, nach nur 20 Minuten war der erste Satz mit 6:0 für sie eingetütet.

Das Cahill-Coaching verändert die Partie komplett

Entsprechend viel hatte Haleps Coach Darren Cahill dann auch zu sagen, als sein Schützling ihn anschließend zum Coaching-Gespräch bat. Cahill forderte den kompletten Reset, mahnte ein ganz anderes, viel konzentrierteres Auftreten bei der Rumänin an. Und gab ihr vor allen Dingen auch mit auf den Weg, das flache Tennis der Gegnerin nicht weiter mitzuspielen, sondern durch mehr Spin in den Schlägen den Ball aus der bevorzugten Zuschlaghöhe Pliskovas heraus zu befördern.  

Die Trainer-Tipps zeigten dann auch direkt Wirkung. Halep erspielte sich mit mehr Höhe in den Grundschlägen eine 2:0-Führung, Pliskova war plötzlich nicht mehr ständig in den Ballwechseln auf dem Gaspedal, sondern wurde in die ungeliebte Defensive gedrängt. Die Nummer zwei der Welt versuchte zwar, sich an die veränderte Spielweise der Gegnerin anzupassen und das eigene Spiel zu adaptieren, die Kräfte Verhältnisse hatten sich aber trotzdem deutlich in Richtung der Rumänin verschoben.  Die zog nach einem zwischenzeitlichen 2:2 davon und holte sich mit 6:2 etwas, woran - mit Ausnahme von Darren Cahill - wohl nach Ende von Satz eins niemand geglaubt hatte: Den Satzausgleich. 

Am Ende kann auch der Trainer nicht mehr helfen

Entsprechen war das zweite Coaching des Tages durch den Halep-Trainer dann auch eine gänzlich andere Variante. Statt eines aufrüttelnden "alles anders!" gab es jetzt Lob und ein klares "weiter so!" als Marschrichtung. Das sollte aber nur noch zwei Spiele lang funktionieren. Anschließend verlor Halep wieder so sehr den Fokus, dass Cahill beim Stand von 2:3 aus ihrer Sicht und Breakrückstand mit seinem letzten Coaching-Versuch wieder sehr viel eindringlicher wurde und an die Willenskraft der Nummer fünf der Welt appellierte.

Tatsächlich schien das auch doch noch späte Früchte zu tragen, als Halep von 2:5 auf 4:5 heran kam. Dann aber schlug Pliskova nochmal entscheidend zu und sicherte sich mit einem letzten Break die Partie und den Platz im Halbfinale.     

(Bild: (c) imago images / VCG)

WAS IST DEINE MEINUNG?
Lustig

LUSTIG

0

Liebe

LIEBE

0

Oh man...

OH MAN...

0

Wow

WOW

0

Traurig

TRAURIG

0

Wütend

WüTEND

0

Christian Schwell
am 01.11.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

» Zu den Beiträgen von Christian Schwell