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Tsitsipas besiegt seine Medvedev-Phobie

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11.11.2019|17:00 Uhr|von Christian Schwell
Tsitsipas besiegt seine Medvedev-Phobie

Der Grieche Stefanos Tsitsipas hat im sechsten Anlauf endlich den ersten Erfolg über Daniil Medvedev aus Russland feiern können. Die Nummer sechs der Weltrangliste besiegte im ersten Gruppenspiel der "Group Andre Agassi" bei den ATP Tour Finals seinen zwei Plätze besser platzierten Gegner mit 7:6 (7:5), 6:4.   

Das Duell zweier "Intimfeinde"

Das Duell der beiden erstmals für London qualifizierten Spieler war keines enger Freunde. Die beiden mögen sich nicht besonders, haben schon wechselseitig öffentlich verbal "Nettigkeiten" miteinander ausgetauscht. Falls das Einfluss auf ihre direkten Duelle hatte, war bisher nur der Russe gut beraten, sich auf diese Scharmützel einzulassen. Bei allen bisherigen fünf Partien der beiden hat er den Platz als Sieger verlassen, fast immer schien es so, als wäre der junge Grieche im Gegensatz zu Medvedev mental blockiert und nicht in der Lage, sein bestes Tennis abzurufen. Zuletzt war das noch im September in Shanghai so, als Medvedev sich in zwei engen Sätzen im Halbfinale durchsetzte.

Zuletzt schwächelte der so erfolgreiche Russe ein wenig

Insgesamt hat der Russe nach unglaublich viel Erfolg im Spätsommer und damit auch ganz vielen Matches in den Beinen in den letzten Wochen aber seinem Programm ein wenig Tribut zollen müssen. Die europäischen Hallenturniere von Moskau Und Wien sagte er körperlich geschwächt ab, beim Masters in Paris missglückte der Wiedereinstieg dann mit einer Dreisatz-Niederlage im ersten Match gegen Jeremy Chardy  (Frankreich)

So war heute eventuell nicht unbedingt die schlechteste aller Gelegenheiten für Tsitsipas, beim Debüt beider Spieler bei den Tour Finals für eine  (kleine) Überraschung zu sorgen. Die Nummer sechs der Welt zeigte auch den ganzen ersten Satz über, dass er durchaus genügend Variabilität und Offensiv-Power im Spiel hat, um die Ballmaschine Medvedev in Schwierigkeiten zu bringen.

Tsitsipas schlägt im Tiebrak entschlossen zu

Zwar konnte er früh im Satz den einzigen Breakball des Durchgangs nicht erfolgreich für sich verwerten, im abschließenden Tiebreak war es dann aber nicht wie sonst so häufig der Grieche, der die falschen Entscheidungen traf. Vielmehr versäumte es beim Stand von 5-5 Medvedev, seine eigentlich günstige offensive Position in einem langen Grundlinien-Duell auch zum Punktgewinn zu verwerten. Stattdessen holte sich Tsitsipas am Ende das 6-5 mit einem couragierten Netzangriff, um anschließend bei eigenem Aufschlag die Satzführung perfekt zu machen. 

Medvedev nutzt seine wenigen Chancen nicht

Trotz dieses Teilerfolgs schlichen sich zu Beginn von Satz zwei mehr Flüchtigkeitsfehler ins Spiel des 21-Jährigen. Medvedev verpasste es aber seinerseits, daraus Kapital zu schlagen. Zu oft ließ er die letzte Konsequenz vermissen, weiter blieb er ohne Breakchance. Stattdessen stand er bei 3:3 und zwei Breakbällen für Tsitsipas schon mit dem Rücken zur Wand.  Medvedev überstand diese kritische Situation, am Gesamtbild änderte das aber wenig: Der 23-Jährige spielte heute, gerade auch was die Spieleröffnung mit Aufschlag bzw.  Return anging, nicht ganz so stark wie über weite Strecken der Saison.

Eine komplette Fehleinschätzung, bei der Medvedev einen einfachen Volley nicht spielte und den Ball ins Feld fliegen ließ, führte dann zur nächsten Breakchance für Tsitsipas. Diesmal holte der sich das Break, das 5:4 sollte die Vorentscheidung in dieser Partie sein., denn anschließend servierte ein erleichterter Tsitsipas zum Matchgewinn aus.    

(Bild: (c)imago images / Xinhua)

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Christian Schwell
am 11.11.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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