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ATP Finals: Tsitsipas triumphiert über den "Chancentod" Federer

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16.11.2019|17:15 Uhr|von Christian Schwell
ATP Finals: Tsitsipas triumphiert über den "Chancentod" Federer

Stefanos Tsitsipas (ATP 6) hat sich ins bisher größte Endspiel seiner noch jungen Karriere gespielt. Im Duell des jüngsten mit dem ältesten Spieler des Turniers konnte sich der 21-jährige Grieche bei den ATP Finals in London mit 6:3, 6:4 durchsetzen. Tsitsipas profitierte dabei einmal mehr auch von der mangelnden Chancenverwertung seines Gegners Roger Federer (ATP 3).   

Federer startet gut - aber Tsitsipas holt das Break

Federer und das Londoner Publikum anfänglich machten genau da weiter, wo sie vor zwei Tagen gegen Novak Djokovic aufgehört hatten. Der Schweizer mit Klasse, Beweglichkeit und Spielwitz von Beginn der Partie an, die Zuschauer mit bedingungsloser Begeisterung für den Maestro. Allerdings gelang es Tsitsipas anders als Djokovic, ein direktes Break zu seinen Ungunsten trotz einer Breakchance für Federer zu vermeiden. Mehr noch: Gleich anschließend brachte er den 38-Jährigen in dessen ersten Aufschlagspiel mehr in Schwierigkeiten, als es dem Serben über eine gesamte Partie hinweg geglückt war - obwohl Federer keinesfalls schlecht in die Partie kam, stand es nach wenigen Minuten 0:3 aus seiner Sicht.

Rogers Breakball-Fluch kehrt zurück

In der Folge konnte Tsitsipas seine Führung bis auf 4:1 ausbauen, sah sich beim Stand von 4:2 und 0-40 aber gleich drei Breakbällen am Stück ausgesetzt. Die Dreifach-Chance und eine weitere Breakmöglichkeit bei Vorteil für Federer blieben aber ungenutzt. Nach jetzt schon insgesamt 4 vergebenen Chancen zum Break kamen Erinnerungen an die erste Partie der beiden im Januar dieses Jahres bei den Australian Open auf, als Federer in einem engen Match an seiner miserablen Chancenverwertung  in Breaksituationen gescheitert war.

Vieles wie in Melbourne

Und der Vergleich drängte sich weiter auf, weil Federer auch im nächsten langen Aufschlagspiel des Griechen zu  seinen Möglichkeit kam, das Spiel zu gewinnen und sie nicht nutzte. Beide Spieler boten in dieser Phase tolles Tennis, auch Federer hielt voll spielerisch dagegen und konnte insgesamt 6 Satzbälle zunichte machen. Die ernüchternde (Zwischen-)Bilanz für den 38-Jährigen war dann aber nach 46 Minuten ein 3:6, in dessen Verlauf er insgesamt 6 Breakbälle nicht nicht hatte verwerten können, während sich der Gegner im ersten Versuch schon den entscheidenden Vorsprung gesichert hatte.   

Alle guten Dinge sind zehn?

Der Satzverlust schien in seinem Zustandekommen ein Wirkungstreffer zu sein. Federers Fehlerquote stieg an, er kassierte früh ein weiteres Break und -schlimmer noch - versemmelte auch seine Breakchancen 7-9. Dann aber, nachdem er eine Möglichkeit Tsitsipas' zum 3:1 davon zu ziehen vereitelt hatte, gelang ihm das vorher scheinbar Unmögliche. Im zehnten Versuch holte er sich ein Aufschlagspiel seines 21-jährigen Kontrahenten. 

Die Hoffnung auf die Wende währt nur kurz

Was die Hoffnungen des Großteils des Publikums auf eine Wende nährte, sollte sich aber als echter Pyrrhussieg erweisen. Tsitsipas schlug postwendend mit einem Break zurück und ging wieder in Führung. Federer versuchte zu variieren und seinen Gegner vor unterschiedliche Aufgaben zu stellen, der hatte aber heute viel öfter als der Schweizer die passende Antwort parat. So gelang es dem "Maestro" trotz aller Bemühungen heute nicht, ein zweites Mal zu kontern. Er stellte zwar noch einmal auf 4:5 und erspielte sich sogar noch ein weiteres 15-40, die Arie der verpassten Federer-Chancen sollte aber auch den Schlussakkord dieser Partie bilden.   

"Eines der besten Matches meiner Saison"  

Während der zwanzigfache Grand-Slam-Champion mit seiner Performance gerade in den wichtigsten Phasen der Partie nicht vollständig zufrieden sein konnte, sprach der strahlende Gewinner Tsitsipas  von "einem der besten Matches" seiner Saison. Es ist ein Spielzeit, die reich an Höhepunkten für den Griechen war und ist. Er hat Nadal, Djokovic und Federer allesamt bei großen Turnieren besiegen können, das Halbfinale eines Grand Slams erreicht und zwei 250er für sich entschieden. Jetzt steht er als erst dritter Debütant bei den Finals (nach Goffin und Dimitrov 2017) im Finale des Turniers, wo er auf den Gewinner der Partie zwischen Titelverteidiger Alexander Zverev (Deutschland) und dem Österreicher Dominic Thiem trifft. 

(Bild: (c)imago images / Xinhua)

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Christian Schwell
am 16.11.2019 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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