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ATP Finals: Thiem vs. Tsitsipas - Zwei Finalisten mit dem Zeug zur Wachablösung

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17.11.2019|11:30 Uhr|von Dennis Ebbecke
ATP Finals: Thiem vs. Tsitsipas - Zwei Finalisten mit dem Zeug zur Wachablösung

Alles ist angerichtet - für ein Endspiel bei den ATP Finals 2019, das vermutlich kaum jemand auf dem Zettel hatte. Thiem vs. Tsitsipas! Das "T" steht für Wachablösung im Tennis. Und damit nicht genug: Denn wer auch immer dieses Endspiel für sich entscheiden wird, darf sicher sein, Sport-Geschichte geschrieben und seinem Heimatland einen großen Dienst erwiesen zu haben.

Zugegeben: Das, was die Fans am Sonntagabend (19 Uhr) in London erleben werden, ist "nur" ein Tennisspiel. Man sollte es richtig einordnen und nicht zu hoch hängen. Doch Sport verbindet und kann die Stimmung in einem Land erheblich verbessern. Erst recht, wenn - wie in diesem Fall - erstmals in der Geschichte der inoffiziellen Tennis-WM ein Österreicher und ein Grieche in einem Einzel-Finale mit von der Partie sind.

Tsitsipas wie Griechenland bei der EM 2004 - nur eben offensiv!

Dass in Österreich nicht nur Wintersport auf allerhöchstem Niveau betrieben wird, beweist Thiem bereits seit einigen Jahren. Zweimal erreichte er schon das Finale der French Open. Allerdings wäre der Titel bei den ATP Finals für ihn zweifelsohne der bis dato größte Erfolg. Und Tsitsipas? Die überraschende Erfolgsgeschichte des 21-jährigen Griechen in London erinnert an die seiner Landsmänner bei der Fußball-EM 2004 in Portugal - mit einem gewaltigen Unterschied: Das Team von Otto Rehhagel holte den Titel mit Defensiv-Fußball, während Tsitsipas für druckvolles und aggressives Tennis steht.

Eine Parallele gibt es jedoch: So wie einst die Europameister würde auch Tsitsipas Griechenland mit einem Final-Triumph auf den Kopf stellen. Das Problem ist jedoch, dass auf der anderen Seite des Netzes ein Akteur steht, der das Zeug zum Partycrasher hat und dem Roger Federer nach seiner Halbfinal-Niederlage attestierte, "auf dem absolut höchsten Level seiner Karriere angekommen" zu sein.  Und wenn das der "Maestro" sagt, dann wird da schon etwas dran sein.

Vorteil Tsitsipas: Ein 21-Jähriger mit der Reife eines Tennis-Dinos

Dennoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass Tsitsipas aktuell der vielleicht einzige Spieler auf der Tour ist, den die Stärken seines Gegenübers (namensübergreifend wohlgemerkt) nicht wirklich interessieren. Er macht sein Ding ... und sich dieser Tage einen Namen als "Breakball-Töter" Nummer eins. Ob Zverev, Nadal oder eben Federer: Sie alle scheiterten an der Nervenstärke eines 21-Jährigen mit der Reife eines Tennis-Dinos.

Dass Tsitsipas mit einem 2:4-Rückstand im Head-to-Head gegen Thiem ins Finale geht, dürfte ihn wenig bis gar nicht tangieren. Selbstbewusst und demütig zugleich äußerte sich der Grieche nach seinem glatten Zweisatzsieg am Samstag gegen den Schweizer: "Ich bin so stolz auf mich. Wahrscheinlich war das eines meiner besten Spiele in dieser Saison. Ich habe immer davon geträumt, eines Tages gegen Roger Federer spielen zu dürfen. Ein Traum ist wahr geworden."

Vorteil Thiem: Massu formte ihn zum Hartplatz-"Dominator"

Nun könnte der nächste Traum wahr werden. Allerdngs muss er erst einmal Thiem aus dem Weg räumen, der unter seinem neuen Trainer Nicolas Massu gelernt hat, wie Hartplatz-Tennis funktioniert: nämlich aggressiv und mit weniger Topspin. Wie schnell der Österreicher gelernt hat, dient als Beleg für sein unglaubliches Talent.

Unabhängig davon, wer das Endspiel der ATP Finals 2019 für sich entscheidet, steht fest: Dieses Duell zum Jahresausklang ist ein Statement an die Arrivierten. Spätestens jetzt hat die Wachablösung im Tennis begonnen, auch wenn Roger, Novak, Rafa und Co. das Geschehen weiterhin (mit-)diktieren werden. Das Erstaunliche an Thiem vs. Tsitsipas ist jedoch, dass bei beiden immer noch Luft nach oben ist. Das war nach dem EM-Titel von Griechenland 2004 definitiv anders ...

(Bild (c) imago images / Colorsport / Xinhua / Montage)

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Dennis Ebbecke
am 17.11.2019 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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