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Kommentar: DAS MUSS sich beim Davis Cup unbedingt ändern

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25.11.2019|13:00 Uhr|von Adrian Rehling
Kommentar: DAS MUSS sich beim Davis Cup unbedingt ändern

Es wurde so viel geredet im Vorfeld der Davis-Cup-Finals. Neues Format, neuer Geldgeber, fehlende Stars. Was ist nun nach einer Woche des traditionsreichsten Mannschaftswettbewerb im Tennis geblieben?

Nehmen wir die guten Aspekte einmal vorneweg, weil sie nun doch recht spärlich daherkommen. Die Spiele mit spanischer Beteiligung glichen jeweils einem Volksfest. Tolle Stimmung, volle Hütte - so soll es sein. Allerdings: Das sollte auch zu erwarten sein, wenn "Rafa" und Co. zum Heimspiel antreten.

Des Weiteren erfahren die Doppel mit dem neuen Modus noch mehr Wertschätzung. Nicht selten mussten sie die Entscheidung bringen, sodass auch die Superstars wie eben Nadal oder Djokovic im Duo antreten. Eine klare Aufwertung der Doppel, die es verdient haben, wieder mehr im Fokus zu stehen.

Spiel endet um 4.04 Uhr

Damit wären wir aber auch bei den negativen, überwiegenden Aspekten angekommen. Die Doppel der USA und aus Italien spielten in ihrem Match zum Beispiel bis 4.04 Uhr - in der Nacht! Zu diesem Zeitpunkt waren schätzungsweise noch 300 Zuschauer in der Halle, ein kompletter Irrsinn. Schuld dafür die Ansetzungen und Fehlplanung in der Hallenbelegung.
Zwar intervenierten die Veranstalter später und zogen den Start der Spiele um jeweils eine halbe Stunde vor, doch das bekämpft das Grundproblem in sich nur unzureichend.

Die größte Kritik liegt aber weiterhin darin, dass dem Davis Cup seine Seele genommen wurde. Nämlich insofern, dass es an einem Wochenende zu einem Aufeinandertreffen zweier Nationen kommt, bei dem eine elektrisierende Stimmung zu vernehmen ist. Mit Heimspielcharakter. Dies fehlte nahezu komplett, spanische Fiesta hin oder her.

Zudem muss es den Organisatoren in den kommenden Jahren gelingen, auch wirklich alle Stars für das Projekt gewinnen zu können. Denn wenn zum Beispiel mit Roger Federer zeitgleich der wohl beste Spieler aller Zeiten eine Südamerika-Tour gemeinsam mit Alexander Zverev bevorzugt, dann sagt das einiges über die Wertigkeit des neuen Formats aus.

Das sagen Spieler und Verantwortliche

Rafael Nadal nach dem 1. Auftritt: "Wir haben das letzte Match um 0.45 Uhr begonnen. Wenn wir dann um 2 Uhr fertig sind - mit dem Adrenalin, der Erholung, Pressekonferenz, ins Hotel fahren -, dann ist es praktisch unmöglich, vor 4 Uhr ins Bett zu gehen. Und am nächsten Tag musst du dann wieder spielen ..."

Philipp Kohlschreiber: "Ich habe bereits einige Davis-Cup-Begegnungen gespielt. Dies hier ist eine völlig andere Veranstaltung. Wir hatten über die Tage hier lediglich ein paar deutsche Fans dabei, worüber ich mich natürlich sehr freue. Es hat sich allerdings zu keinem Zeitpunkt nach einem Heimspiel angefühlt. Dieser Vorteil ist vollständig abhandengekommen. Es war eine andere Atmosphäre und fühlte sich auch auf dem Platz anders an."

Jan-Lennard Struff: "Man hat uns hier sehr gut behandelt. (...) Es gab gute als auch negative Dinge, wozu beispielsweise die späten Spielansetzungen zählen. Ich wollte jedoch zuerst hierherkommen, um mir eine eigene Meinung bilden zu können."

Dirk Hordorff, DTB-Vizepräsident: "Den Davis Cup gibt es nicht mehr."

Gerard Pique, Geldgeber, Mitorganisator und Fußballstar: "Es war ein einzigartiges Event. Wir sind sehr glücklich darüber, wie es lief. (...) Wir wollten die Seele des Davis Cups beibehalten. (...) Es war das erste Mal, wir wussten, dass es Schwierigkeiten geben wird. Wir müssen einige Sachen verbessern."

(Bild (c) imago images / PanoramiC)

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Adrian Rehling
am 25.11.2019 gepostet von:
Adrian Rehling
Redakteur
Adrian liebt seinen Job. Social-Media-Spürnase, bringt das nötige Quäntchen Boulevard ins Team. Gute Laune in Person.

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