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Angelique Kerber: Ein "Absturz" und eine Saison zum Vergessen

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25.11.2019|14:30 Uhr|von Fabian Buß
Angelique Kerber: Ein "Absturz" und eine Saison zum Vergessen

Das Tennisjahr 2019 von Deutschlands Topspielerin Angelique Kerber verlief ziemlich verkorkst. Die erfolgsverwöhnte Kielerin war als Nummer zwei der Welt und dementsprechend hohen Ambitionen in die Saison gestartet, doch auf dem und neben Platz lief es für Angie alles andere als rund. Ihre enttäuschende Bilanz auf der WTA-Tour: Null Titel, insgesamt nur 28 Siege und der Absturz auf Platz 20 in der Weltrangliste.

Zum Vergleich: Weniger Siege in einer Saison hatte sie zuletzt 2011 eingefahren, sogar im ebenfalls verkorksten Tennisjahr 2017 hatte sie einen Sieg mehr geholt. Der enttäuschende Saisonverlauf führte letztlich dazu, dass sie sich Mitte des Jahres von ihrem Trainer Rainer Schüttler trennte.

Hartplatzsaison gleicht einer Achterbahnfahrt

Dabei hatte die Saison für Angie eigentlich mit einem positiven Erlebnis begonnen. An der Seite von Alexander Zverev erreichte sie Anfang Januar beim Hopman Cup in Perth das Finale. Erst im Finale wurde das deutsche Duo von den Schweizer Team bestehend aus Belinda Bencic und Roger Federer bezwungen. Angie hielt sich in ihren Einzeln makellos und schlug mit Ashleigh Barty und Belinda Bencic unter anderem zwei der Aufsteigerinnen der Saison.

Angies Form in Australien schien zu stimmen. Die ersten Runden bei den Australian Open überstand Angie souverän, ehe sie im Achtelfinale überraschend glatt (0:6, 2:6) gegen die US-Amerikanerin Danielle Collins verlor.  

Es war der erste negative Höhepunkt der Hartplatzsaison, die einer Achterbahnfahrt glich. Denn nach dem Australian Open schien sich Angie wieder gefangen zu haben,  die Leistungskurve zeigte nach oben. Beim Turnier in Doha erreichte sie das Halbfinale und Indian Wells sogar das Finale, wo sie in einem spannenden Finale nur knapp gegen den kanadischen Shootingstar Bianca Andreescu in drei Sätzen verlor.  Auch der Halbfinaleinzug im mexikanischen Monterrey machte deutlich, das Angie auch in der ersten Saisonhälfte zu den besten Hartplatzspielerinnen der Welt gehörte.

Dann kam jedoch der Wechsel auf den eher ungeliebten Sand und die Krise begann. Beim Heimturnier in Stuttgart war im Viertelfinale Schluss, bei den French Open sogar schon in der ersten Runde – gegen die krasse Außenseiterin Anastasia Potapova aus Russland.

Größte Enttäuschung in Wimbledon

Doch auch der Wechsel auf den geliebten Rasen brachte nicht den erhofften Aufschwung. Zwar stimmten Ergebnisse bei den Vorbereitungsturnieren auf Mallorca (Halbfinaleinzug) und Eastbourne (Finalniederlage gegen Karolina Pliskova), doch ausgerechnet in Wimbledon versagten der Titelverteidigerin  die Nerven. Bereits in der zweiten Runde verlor Angie trotz Satzführung gegen die körperlich angeschlagene Lauren Davis aus den USA – und musste ihren Traum von der Titelverteidigung auf dem heiligen Rasen frühzeitig begraben.

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Stepping out on Centre Court today brought back so many memories... 💫😍 Nothing compares to competing here @wimbledon #TeamAngie

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Es war die größte Enttäuschung der Saison. Vor allem die Art und Weise des Ausscheidens gab der Kielerin zu denken, die sich nach Wimbledon zu einem Trainerwechsel entschied. Angelique Kerber und ihr Trainer Rainer Schüttler trennten sich „in aller Freundschaft“, wie sie öffentlich verkündeten.  Bei den nächsten Turnieren trat die 31-Jährige ohne Coach an – und schlitterte immer tiefer in die Krise. Es folgten drei Erstrundenniederlagen am Stück auf Hartplatz. Negativer Höhepunkt war das Erstrundenaus bei den US Open gegen Kristina Mladenovic aus Frankreich.

Angie reagierte und verpflichtete mit Dirk Dier einen alten Bekannten aus dem Fed-Cup-Team als neuen Coach. Der erhoffte Trainereffekt blieb allerdings aus. Nur beim WTA-Turnier in Osaka flackerte die frühere Leichtigkeit in Angies Spiel kurzzeitig auf. Nach Siegen gegen Nicole Gibbs und Madison Keys schaffte es Angie nach längerer Durststrecke mal wieder in ein Halbfinale, wo sie eine Niederlage gegen Anastasia Pavlyuchenkova kassierte.

Neuer Trainer, neues Glück?

Nach weiteren enttäuschenden Ergebnissen in Wuhan und Peking entschied sich die Kielerin Mitte Oktober, die Saison vorzeitig zu beenden und den Fokus auf das neue Jahr zu richten. Die personellen Weichen dafür hat sie bereits gestellt. Landsmann Dieter Kindlmann, ehemaliger Nr. 130 im Herrentennis und früherer Sparringspartner von Maria Sharapova, soll Angie wieder in die Erfolgsspur bringen. Das erste gemeinsame Turnier sollen die Hawaii Open Ende Dezember sein.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es Angie sich schon einmal gelang, sich eindrucksvoll aus einer Krise heraus zu kämpfen. Auf das enttäuschende Jahr 2017 folgte ein starkes Jahr 2018 – gekrönt mit dem Titelgewinn in Wimbledon. Jetzt warten die deutschen Tennisfans gespannt auf die neue Saison, ob der ehrgeizigen Kielerin ein ähnlich eindrucksvolles Comeback noch einmal gelingt.


 (Bild (c) imago images / ZUMA Press)

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Fabian Buß
am 25.11.2019 gepostet von:
Fabian Buß
Als kleiner Junge stand Fabian erstmals auf dem Tennisplatz und als Teenie schaute er fasziniert dem jungen Roger Federer am Hamburger Rothenbaum zu. Diese Faszination ist bis heute geblieben und spornte ihn an, Redakteur zu werden und über Sport zu berichten. Sein Motto: „Der Ball ist rund und man weiß nie, was passieren wird!“

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