Jetzt die App myTennis runterladen!

Auch unterwegs immer informiert bleiben & die Welt des Tennis entdecken.

Billboard : 4475835
Pro

Julia Görges über 2019: "Das schwierigste Jahr meiner Karriere"

Leaderboard : 4475810
Top : 4475800
26.11.2019|12:50 Uhr|von Fabian Buß
Julia Görges über 2019: "Das schwierigste Jahr meiner Karriere"

Das Jahr 2019 hatte Julia Görges sich ganz anders vorgestellt. Ihre eigene Erwartungshaltung war enorm hoch, nachdem sie sich im Jahr 2018 mit tollen Leistungen zwischenzeitlich bis auf Platz neun der Weltrangliste vorgekämpft hatte. Doch diese Erwartungen konnte sie 2019 speziell bei den großen Turnieren nicht erfüllen. Nur 28 Siege fuhr sie in diesem Jahr ein, 2018 waren es noch 46 (!). Die Folge: im Ranking fiel sie auf Platz 28 zurück.

Negativer Höhepunkt des Jahres war die Trennung  von ihrem langjährigen Erfolgscoach Michael Geserer. Nach einem enttäuschenden Erstrundenaus bei den French-Open gegen Kaia Kanepi aus Estland entschied sich Jule für personellen Neuanfang und beendete die dreieinhalbjährige Zusammenarbeit. Ein mutiger Schritt, denn fünf ihrer sieben Turniersiege hatte sie an der Seite von Michael Geserer errungen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Trennung sprach Julia Görges bereits Anfang Oktober vom "schwierigsten Jahr meiner Karriere".

Verletzungen stoppen sie auf der roten Asche

Dabei hatte das neue Jahr eigentlich so angefangen, wie das alte aufgehört hatte: mit einer Julia Görges in Topform.  Beim WTA-Turnier in Auckland, einem ihrer Lieblingsturniere, konnte sie ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen – und avancierte damit zu einer der Geheimfavoriten bei den Australian Open. Dort musste sie jedoch nach einer überraschenden Erstrundenpleite gegen die krasse Außenseiterin Danielle Collins früh die Segel streichen.

Auch bei den anschließenden Hartplatzturnieren blieben die erhofften Erfolge aus. Ihr bestes Ergebnis erreichte sie Mitte Februar in Doha. In einem engen Match unterlag sie Viertelfinale nur knapp zweimal im Tiebreak gegen Simona Halep.

Auf Sand kam Julia Görges hingegen gar nicht in Tritt. Nur einen Sieg beim Turnier in Rom konnte sie einfahren. Besonders enttäuschend war das Erstrundenaus beim Heimturnier in Stuttgart. Aufgrund von Problemen mit der Halswirbelsäule musste sie verletzt aufgeben. „Meine ganze Halswirbelsäule ist entzündet“,  erklärte die 31-Jährige später auf der Pressekonferenz. "Das Problem ist, dass die ganzen Halswirbel irritiert sind, dass sie die Nerven beeinflussen. Ich habe kein Gefühl in drei Fingern. Die Finger sind kalt." Auch in der zweiten Runde in Rom wurde sie von einer Verletzung gestoppt. Dann folgte die frühe Niederlage in Roland Garros.

Bitteres Aus nach vergebenem Matchball

Umso besser lief es auf Rasen. Spätestens seit ihrem Halbfinaleinzug in Wimbledon 2018 fühlt sich Jule auf Rasen pudelwohl – und unterstrich das auch in diesem Jahr. An der Seite ihres neuen Trainers Sebastian Sachs fand sie zunächst in die Erfolgsspur zurück. Beim Vorbereitungsturnier in Birmingham zog sie ins Finale (Niederlage gegen Ashleigh Barty) ein und auch in Wimbledon zeigte sie gute Leistungen. Allerdings hatte sie Lospech und traf bereits in der dritten Runde auf die spätere Finalisten Serena Williams.

Ihre beste Leistung bei einem Grand Slam zeigte sie in New York. Nach einem Sieg gegen Kiki Bertens traf Görges im Achtelfinale auf Donna Vekic – und sah schon wie die sichere Siegerin aus. Sie hatte Matchball bei eigenem Aufschlag - doch dann zitterte das Händchen auf einmal und sie gab den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand.  Mit gesenktem Kopf verließ sie nach einer unnötigen Dreisatzniederlage den Court im Louis-Armstrong-Stadium. Es war wie ein Spiegelbild der gesamten Saison, in der sie in den entscheidenden Momenten die wichtigen Punkte verpasste.

Aufschwung mit neuem Trainer?

Nach weiteren enttäuschenden Turnieren in Peking und Linz endete das Jahr zumindest versöhnlich. Beim Turnier in Luxemburg erreichte Julia Görges nochmals ein Finale, das sie letztlich glatt in zwei Sätzen gegen Jelena Ostapenko verlor.

Dieses Ergebnis gibt aber Anlass zur Hoffnung, dass die Formkurve von Julia Görges 2020 wieder nach oben zeigt. Die personellen Weichen dafür hat sie bereits gestellt. Jens Gerlach, der Jule bereits bei den Turnieren in Linz und Luxemburg betreute, wird sie die gesamte Saison auf der WTA-Tour begleiten. Dafür löste der bisherige Chef des FED-Cups -Teams sogar seinen Vertrag beim Deutschen Tennis Bund auf. Zudem wird sie mit Physiotherapeut Jörg Fauland zusammenarbeiten. "Ich hatte dieses Jahr einige Probleme, aber mit meiner neuen Mannschaft werde ich den Schwung des letzten Turniers in Luxemburg in der Vorsaison bringen", kündigte Görges an. Jetzt muss sie diesen Worten nur noch Taten folgen lassen – am besten gleich bei ihrem Lieblingsturnier in Auckland.

(Bild (c) imago images / xxx)

WAS IST DEINE MEINUNG?
Lustig

LUSTIG

0

Liebe

LIEBE

0

Oh man...

OH MAN...

0

Wow

WOW

0

Traurig

TRAURIG

0

Wütend

WüTEND

0

Fabian Buß
am 26.11.2019 gepostet von:
Fabian Buß
Als kleiner Junge stand Fabian erstmals auf dem Tennisplatz und als Teenie schaute er fasziniert dem jungen Roger Federer am Hamburger Rothenbaum zu. Diese Faszination ist bis heute geblieben und spornte ihn an, Redakteur zu werden und über Sport zu berichten. Sein Motto: „Der Ball ist rund und man weiß nie, was passieren wird!“

» Zu den Beiträgen von Fabian Buß