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Ein Grieche auf dem Weg in den Tennis-Olymp

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07.12.2019|14:30 Uhr|von Fabian Buß
Ein Grieche auf dem Weg in den Tennis-Olymp

2019 war sein Jahr. Mit dem Sieg bei den ATP-Finals in London sicherte sich Stefanos Tsitsipas einen Platz in den Tennis-Geschichtsbüchern und den Herzen der griechischen Tennisfans. Bereits mit 21 Jahren ist er der erfolgreichste griechische Tennisspieler der Open Era – dabei fängt seine Karriere gerade erst an.

Der Schlaks mit der blonden Mähne, die Erinnerungen an den jungen Andre Agassi weckt, war mit großen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet. 2018 entschied er das ATP-Next-Gen-Finals in Mailand für sich und nun warteten viele Experten gespannt, wie sich Tsitsipas bei den großen Turnieren schlagen wird. Und der gebürtige Athener lieferte sofort ab. Angefeuert von hunderten Landsmännern trumpfte Tsitsipas bei den Australian Open groß auf. Spätestens als er im Achtelfinale den Titelverteidiger Roger Federer aus dem Turnier warf, waren die Augen der Tenniswelt auf ihn gerichtet. Sein Siegeszug in Melbourne wurde erst im Halbfinale gestoppt – von Rafael Nadal.

Liebeserklärung an Stan Wawrinka

Die guten Leistungen in Melbourne konnte Tsitsipas in den folgenden Wochen bestätigen. Im Februar gewann er das Hartplatz-Turnier in Marseille und beim Hartplatzturnier in Dubai Anfang März zog er ins Finale ein. Dort behielt dieses Mal jedoch Roger Federer die Oberhand. Auch auf der roten Asche war Tsitsipas erfolgreich. Das Turnier in Estoril konnte er Anfang Mai für sich entscheiden und im ATP-Turnier in Madrid tauchte er nach starken Leistungen im Finale auf. Dort erwies sich Novak Djokovic allerdings als zu stark.

Aufgrund der guten Sandplatzergebnisse ging Tsitsipas als einer der Geheimfavoriten in die French Open. In einem der besten Matches des Jahres musste er sich im Achtelfinale allerdings knapp Stan Wawrinka in fünf Sätzen geschlagen geben. Mehr als fünf Stunden bekamen die Zuschauer spektakuläre Ballwechsel geboten – es war zugleich Duell der Meister der einhändigen Rückhand. Auch Tsitsipas war trotz der Niederlage vom Match begeistert und postete später im Internet eine Liebeserklärung an Stan Wawrinka und den Tennissport: "Zum ersten Mal in den 20 Jahren meiner Existenz habe ich die Aura, die wahre Bedeutung des Wortes Wettkampf verstanden."

Enttäuschung in Wimbledon, Ausraster in New York

Tsitsipas musste 2019 allerdings auch Rückschläge verkraften. Die größte Enttäuschung der Saison erlebte er in Wimbledon. In der ersten Runde unterlag er völlig überraschend Thomas Fabbiano aus Italien. Danach schloss er sich mehrere Tage zuhause ein und las die Autobiografie von Roger Federer, wie er später der Öffentlichkeit verriet. Dieses Buch schien den Jungstar zu inspirieren und nach einer kurzen Pause kehrte Tsitispas mit neuem Selbstvertrauen auf die Tour zurück.

Dass er nicht nur der liebe, nette Sunnyboy aus Griechenland sein kann, zeigte Tsitsipas bei den US Open. Während seiner Erstrundenniederlage gegen den Russen Andrey Rublev pöbelte Tsitsipas lautstark auf dem Platz. Er beschimpfte den französischen Schiedsrichter Damien Dumosis als "Spinner" und forderte aktiv eine Verwarnung für sich selbst. Der Grieche verlor durch diese verbalen Scharmützel die Konzentration und später das Match. In den Sozialen Medien wurde das Ausraster-Video zum Hit, von seinen Kollegen wurde Tsitsipas hingegen kritisiert.

Furioser Saisonendspurt

Nach zwei Erstrundenpleiten in Folge bei den Grand Slams besann sich Tsitsipas wieder auf sein eigenes Spiel – und der Erfolg kehrte zurück. Trotz der langen, kräftezehrenden Saison (insgesamt 79 Matches in 2019!) drehte Tsitipas noch einmal auf und legte einen furiosen Saisonendspurt hin. Anfang Oktober stand er Finale vom Turnier in Peking – und unterlag Dominic Thiem knapp in drei Sätzen. Aus dieser Niederlage zog er scheinbar die richtigen Schlüsse und im Finale der ATP-Finals gelang ihm die Revanche. In drei spannenden Sätzen rang er den Österreicher nieder – und krönte eine starke Saison mit dem bislang größten Titel seiner Karriere.

Auch im nächsten Jahr wird mit dem Griechen zu rechnen sein. Dann wird Tsitsipas mit aller Macht versuchen, die Dominanz von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokivic bei den Grand Slams zu durchbrechen und ein neues Kapitel griechische Sportgeschichte zu schreiben.

(Bild: (c) imago images / Independent Photo Agency)

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Fabian Buß
am 07.12.2019 gepostet von:
Fabian Buß
Als kleiner Junge stand Fabian erstmals auf dem Tennisplatz und als Teenie schaute er fasziniert dem jungen Roger Federer am Hamburger Rothenbaum zu. Diese Faszination ist bis heute geblieben und spornte ihn an, Redakteur zu werden und über Sport zu berichten. Sein Motto: „Der Ball ist rund und man weiß nie, was passieren wird!“

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