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Gauff, Andreescu und Muchova: Die drei Senkrechtstarterinnen der Saison 2019

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30.11.2019|14:30 Uhr|von Henrike Maas
Gauff, Andreescu und Muchova: Die drei Senkrechtstarterinnen der Saison 2019

Die WTA-Tour ist seit längerem dafür bekannt, für Überraschungen in den Siegerlisten ihrer Events zu sorgen. Während bei den Herren die "Big 3" weiter beständig ihre Kreise ziehen, ist bei den Damen alles möglich. Unter diese Siegerinnen mischt sich auch immer häufiger die junge Generation. Das hat sich besonders 2019 gezeigt, wo ein "Wunderkind" die Tenniswelt aufmischte und eine 19-Jährige Serena Williams bei den US Open in die Schranken wies. Aber auch Beständigkeit kann einen nach oben tragen. Unsere drei Senkrechtstarterinnen 2019.

Cori Gauff - Von Rang 875 auf 68 (+807)

In dieser Liste kann und darf Cori Gauff nicht fehlen. Zu sehr hat die 15-Jährige die Tenniswelt in Staunen versetzt. Dabei dürfte Gauff Anfang 2019 nur eingefleischten Fans der Juniortour ein Begriff gewesen sein. Dort hatte die US-Amerikanerin letztes Jahr u.a. die Junioren French Open gewonnen und so auf sich aufmerksam gemacht. Nun wollte "Coco", wie sie genannt werden möchte, mal in die WTA-Tour reinschnuppern. 

Das Schnuppern geriet zu einem Sprung mitten ins Geschehen. Der große Moment: Wimbledon. Dort spielte sich Cori Gauff durch die Qualifikation ins Hauptfeld und schrieb schon damit Tennisgeschichte. Es sollte für die 15-Jährige nur der Anfang sein. Im Turnier besiegte sie Venus Williams, Magdalena Rybarikova und Polona Hercog, ehe sie sich in der vierten Runde der späteren Wimbledon-Siegerin Simona Halep geschlagen geben musste. Ein neuer Tennisstar war geboren und das auch verdient. Denn trotz ihrer Jugend zeigt sich die US-Amerikanerin schon sehr ausgereift in ihren Schlägen, bei ihrer Athletik aber vor allem mental. "Ich gehe nicht auf den Court und denke, ich werde das Match verlieren. Das ist keine Mentalität, die man haben sollte", sagt "Coco". Eine Einstellung, die ihr sicher auch auf dem Weg zu ihrem ersten WTA-Titel in Linz geholfen hat. Dort besiegte Gauff Jelena Ostapenko im Finale. Die Basis für eine grandiose Zukunft, bei der man nur hoffen kann, dass sie behutsam angegangen wird. Cori Gauff mag ein Wunderkind sein, aber neben dem Wunder sollte man das Kind nicht vergessen. 

Bianca Andreescu - Von 178 auf 5 (+173)

So wie Cori Gauff ihren Moment in Wimbledon hatte, hatte Bianca Andreescu ihren Moment definitiv bei den US Open. Dort besiegte sie nach einem fantastischen Lauf Serena Williams mit 6:3, 7:5 und schrieb kanadische Tennisgeschichte. Denn Andreescu ist die erste Person aus Kanada, die jemals einen Grand Slam im Einzel gewinnen konnte. Ähnlich wie Gauff ist die Kanadierin besonders mental eine Bank. Im Finale gegen Serena holte sie in engen Momenten immer wieder einen guten Aufschlag raus oder spielte einen gnadenlos guten Punkt. Dabei zeigt die 19-Jährige eine Begabung zur Courtabdeckung, die sie sich definitiv von ihrem Idol Simona Halep abgeguckt hat. 

Vor allem hat Bianca Andreescu in dieser Saison aber bewiesen, dass sie eine sehr effiziente Spielerin ist. Denn der Teenager aus Kanada hat verletzungsbedingt gerade einmal 11 Turniere bestreiten können. Auf das Finale in Auckland, wo sie gegen Julia Görges verlor, folgten die Australian Open, der Sieg in Newport Beach (125k), das Turnier in Acapulco und dann der erste große Coup in Indian Wells. Beim Großevent schnappte Andreescu im Finale Angelique Kerber den Titel weg und katapultierte sich ins Rampenlicht. Schon ein Turnier später in Miami musste sie dieses erst mal wieder verlassen, als eine Schulterverletzung Andreescu zur Aufgabe zwang. Bedingt durch diese Verletzung spielte die 19-Jährige nur noch die French Open, wo sie nach Runde 1 zurückzog, und kehrte erst zu ihrem Heimturnier, dem Rogers Cup in Toronto, wieder auf die Tour zurück. Das Turnier gewann sie dann gleich mal, weil ihre Gegnerin Serena Williams nach nur 4 Spielen aufgeben musste. Kurze Zeit später bewies Andreescu bei den US Open dann aber, dass sie Serena auch auf normalem Wege schlagen kann. Nach dem Grand Slam in New York folgten noch Peking und die WTA Finals, wo die Kanadierin aber ebenfalls verletzungsbedingt aufgeben musste. Somit ist der Körper der 19-Jährige derzeit das Einzige, was sie von einer großen Karriere abhalten kann. 

Karolina Muchova - Von 145 auf 21 (+124)

Ob man Karolina Muchova als Senkrechtstarterin bezeichnen kann, darüber lässt sich streiten. Mit Sicherheit hat die Tschechin in 2019 keinen so kometenhaften Aufstieg hingelegt wie Cori Gauff oder Bianca Andreescu. Und ja, andere Spielerinnen haben vielleicht noch mehr Plätze gut gemacht. Aber Muchova hat beständig abgeliefert und sich fast schon unbemerkt an die Top 20 herangeschlichen. Auch das verdient gewürdigt zu werden. Denn damit zeigt die 23-Jährige, dass man auch mit regelmäßig guten Ergebnissen weit kommen kann. Und gute Ergebnisse ist wirklich keine Übertreibung: Turniersieg in Seoul, Finale in Prag, Halbfinale in Moskau und bei der Elite Trophy in Zuhai, aber vor allem auch das Viertelfinale in Wimbledon. Damit kann man dann schon mal 124 Plätze im Ranking gut machen. Neben der medial ruhigeren Saison unterscheidet Karolina Muchova von den beiden anderen Senkrechtstarterinnen vor allem ihr Spielstil. Die Tschechin ist eine feine Technikerin, die sich auch am Netz wohlfühlt und ihr Schlagrepertoire geschickt einzusetzen weiß. Das hat dann zwar oft weniger Knalleffekt und rückt einen nicht sofort ins Rampenlicht, hält einen eben aber auch nicht davon ab, ziemlich gut sein. 

(Bild © imago / Icon Sportswire (Gauff) / ZUMA Press (Andreescu) / AFLOSPORT (Muchova))

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Henrike Maas
am 30.11.2019 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst sp├Ąter entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausr├╝stung etwas detailverliebt, kann man mit ihr ├╝ber alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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