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Jugend forscht: Die Next Generation übernimmt

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30.11.2019|16:00 Uhr|von Maximilian Bohne
Jugend forscht: Die Next Generation übernimmt

Nicht lange ist es her, da schien die Dominanz der „Big Three“, bestehend aus Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer, noch ungebrochen. Jetzt ist die junge Generation auf dem Vormarsch und schickt sich langsam aber sicher an, die Wachablösung an der Spitze einzuleiten. Sechs Spieler schafften 2019 erstmals den Sprung in die Top 10, vier von ihnen sind nicht älter als 23 Jahre. Da wäre allen voran Daniil Medvedev, der Senkrechtstarter des Jahres. Erste Masters-Titel in Cincinnati und Shanghai, US-Open-Finale, dazu Triumphe in Sofia und St. Petersburg und sechs Endspiele in Serie: Die Bilanz des Russen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, liest sich beeindruckend.

Zverev und Tsitsipas bereits ATP-Weltmeister

Medvedev ist beim „Angriff der Jungen“ aber bei weitem kein Einzelkämpfer: Karen Khachanov (23) gewann schon 2018 sein erstes 1000er-Event in Paris-Bercy, Denis Shapovalov (20) schaffte es dort ein Jahr später ins Finale. Mit Matteo Berrettini (23) ist auch wieder ein Italiener in den Top 10 der Welt vertreten. Anfang 2019 noch außerhalb der besten 50 platziert, schaffte der Shootingstar den Sprung in sein erstes Grand-Slam-Halbfinale (US Open, Niederlage gegen Nadal) und debütierte bei den ATP Finals in London. Stefanos Tsitsipas verschaffte sich mit Siegen über Djokovic, Nadal und Federer gehörigen Respekt – und konnte die ATP Finals gleich bei seinem Debut gewinnen. In einem herausragenden Finale bezwang der Grieche Dominic Thiem, der sich wie schon bei den French Open mit dem zweiten Platz begnügen musste. Und dann wäre da noch Alexander Zverev (22). Trotz einer für seine Maßstäbe enttäuschenden Saison bewies der Hamburger schon mehrfach sein Potenzial für die absolute Spitze. So zum Beispiel, als er 2018 als 21-Jähriger Novak Djokovic im Endspiel der ATP-Finals bezwang und sich zum Tennis-Weltmeister krönte.

Majors noch Territorium der „Großen“

Bei den größten Turnieren ist der große Wurf aber nicht nur Zverev, sondern allen Jungspunden bisher verwehrt geblieben. Es fehlt noch die Konstanz, das Durchhaltevermögen, die Fähigkeit über zwei Wochen, über fünf Sätze Höchstleistungen abzurufen. Nur Andy Murray, Stan Wawrinka und Marin Cilic konnten in den letzten zehn Jahren zwischenzeitlich in die Phalanx der Großen eindringen und insgesamt sieben Grand-Slam-Titel gewinnen, der Rest ging an die „Big Three“. Aber wie lange geht das noch so weiter? Federer ist 38, er liebäugelt schon eine ganze Weile mit Olympia 2020 als letztem großen Highlight einer langen Karriere. Auch Rafael Nadal, der im Juni 34 wird und Novak Djokovic, der kurz vorher seinen 33. Geburtstag feiert, haben den größten Teil ihrer vom Erfolg verwöhnten Karrieren bereits hinter sich.

NextGen-Finals als Sprungbrett nach London?

2017 rief die ATP die NextGen-Finals ins Leben. Ein 5-Tage-Event, eine Woche vor den „richtigen“ Finals, bei dem sich die besten Nachwuchsspieler unter 21 im neuen Wettkampfmodus „Fast 4“ messen. Kurzsätze bis 4 mit Tiebreak bei 3:3 und Entscheidungspunkt bei Einstand sind nur zwei der neuen Innovationen, die hier zum Einsatz kommen. Dem Ansporn, das Turnier zu gewinnen, tut das definitiv keinen Abbruch. Denn wer hier gewinnt, hat eine rosige sportliche Zukunft in Aussicht. So auch Jannik Sinner (18), der sich 2019  zum Titel spielte und das Jahr auf Rang 78 der Weltrangliste abschloss. Großes Vorbild dürfte für den Italiener jetzt Stefanos Tsitsipas sein, der die NextGen-Finals 2018 dominierte und in diesem Jahr später schon die „richtige“ ATP-WM gewann. Und der Grieche war nur einer von vier Teilnehmern im Alter von unter 24 Jahren, eine dermaßen hohe „Jugendquote“ konnte das Abschlussturnier zuletzt 2009 mit Del Potro, Djokovic, Nadal und Murray aufbieten. Viele Experten glauben an einen neuen Grand-Slam-Sieger 2020 – nach der Dominanz der Jungen bei den ATP Finals gegen die „Big Three“ erscheint das eher früher als später wahrscheinlich.

Die Damen: Viele Gemenge an der Spitze

Anders als bei den Herren der Schöpfung ist der Generationswechsel bei den Damen schon weiter vorangeschritten. Das ist hauptsächlich dem Umstand geschuldet, dass es in den vergangenen Jahren – mit Ausnahme von Serena Williams – keine über Jahre hinweg dominanten Spielerinnen gab. Dennoch mischte in der jüngeren Vergangenheit immer mehr frisches Blut das Damentennis auf. Gerade an der Spitze der Weltrangliste war 2019 einiges los: Nach 48 Wochen am Sonnenplatz musste Simona Halep ihren Thron im Januar für die frisch gebackene Australian-Open-Siegerin Naomi Osaka freimachen. Die 22-Jährige wurde damit die erste Japanerin überhaupt, die es sich ganz oben gemütlich machen durfte. Beim zweiten Grand Slam des Jahres, den French Open in Paris, wendete sich das Blatt dann in eine ganz neue Richtung.

Ash Barty setzt sich die Krone auf

Der glorreiche Lauf der Ashleigh Barty nahm seinen Anfang, die 23-Jährige gewann wie aus dem Nichts ihren ersten Major-Titel und holte damit als erste Australierin seit 1973 eine der vier größten Trophäen auf den fünften Kontinent. In New York verpasste Bianca Andreescu ihrem kometenhaften Aufstieg das Sahnehäubchen. Nachdem die erst 19-jährige Kanadierin schon das Premier-Event in Toronto für sich entscheiden konnte, schaltete sie vier Wochen später im Finale von Flushing Meadows Serena Williams in zwei Sätzen aus und sicherte sich ihren ersten Grand-Slam-Titel. Das Jahresende gehörte dann wieder Ash Barty, die ihre beeindruckende Saison mit dem Gewinn der WTA Finals krönen konnte und als Weltranglistenerste die Saison beendete.

Wird Wunderkind Cori Gauff nächster WTA-Superstar?

Noch mehr als Barty, Andreescu und Co. machte Cori „Coco“ Gauff von sich reden. Mit gerade einmal 15 Jahren wirbelte sie die WTA-Tour durcheinander und hinterließ mit ihrem von Spielwitz, Übersicht, Kraft und enormem Talent geprägten Spiel einen bleibenden Eindruck. Zum ersten Mal für größeres Aufsehen sorgte das „Wunderkind“ in Wimbledon. Ausgerechnet beim traditionsreichsten Turnier der Welt spielte sich Gauff mit sechs Siegen in Folge auf die größten Leinwände und in die Herzen der Fans. Durch drei Siege in der Qualifikation kämpfte sie sich erstmals ins Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Erst im Achtelfinale bereitete Simona Halep der Erfolgsgeschichte ein Ende. Im Oktober folgte der nächste Meilenstein: Als Lucky-Loserin gewann Gauff als jüngste Siegerin seit 15 Jahren ihr erstes WTA-Turnier in Linz.

Was machen die Deutschen?

Mit Angelique Kerber hat der DTB weiterhin eine mehrfache Grand-Slam-Siegerin in den eigenen Reihen, auch wenn die Kielerin ein enttäuschendes Jahr erlebte und bis auf Rang 20 der Weltrangliste abfiel. Auch Julia Görges konnte nicht an ihre starken Jahre 2017 und 2018 anknüpfen. Zwar gewann sie gleich das erste Turnier des Jahres, in der Folge wurden die Leistungen der Bad Oldesloerin aber immer durchschnittlicher. Vielleicht kann die Elite des deutschen Damentennis ja im nächsten Jahr wieder angreifen. Die Chancen stehen womöglich in Wimbledon am besten, wo Kerber 2018 das Turnier bereits gewinnen konnte, während Görges bis ins Halbfinale vorstieß.

(Bild © imago images / Montage)

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Maximilian Bohne
am 30.11.2019 gepostet von:
Maximilian Bohne
Redakteur
Maximilian ist seit seiner Kindheit begeisterter Sportfan und Tennisspieler. Nach dem Abitur hat er sich dazu entschieden, seine beiden Leidenschaften, den Sport und das Schreiben, zu verbinden.

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PROFIS AUS DEM BEITRAG

Naomi Osaka
Japan Naomi Osaka WTA #3
Alexander Zverev
Germany Alexander Zverev ATP #7
Cori Gauff
USA Cori Gauff WTA #68
Ashleigh Barty
Australia Ashleigh Barty WTA #1
Bianca Andreescu
Canada Bianca Andreescu WTA #5
Matteo Berrettini
Italy Matteo Berrettini ATP #8
Denis Shapovalov
Canada Denis Shapovalov ATP #15
Stefanos Tsitsipas
Greece Stefanos Tsitsipas ATP #6
Daniil Medvedev
Russia Daniil Medvedev ATP #5