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Pechvogel Cedrik-Marcel Stebe kann endlich wieder jubeln

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07.12.2019|11:30 Uhr|von Fabian Buß
Pechvogel Cedrik-Marcel Stebe kann endlich wieder jubeln

Fast zwei Jahre musste Cedrik-Marcel Stebe auf einen Sieg auf der ATP-Tour warten. Doch 2019 feierte der vom Verletzungspech verfolgte Deutsche ein eindruckvolles Comeback nach langer Leidenszeit.

Lendenwirbelsäulenprobleme, Schambeinentzündungen und mehrere Operationen an der Leiste sowie am Handgelenk – kaum ein Spieler musste in den vergangenen Jahren so viele verletzungsbedingte Rückschläge verkraften wie Cedrik-Marcel Stebe. Während andere Sportler bei dieser Verletzungshistorie längst ihren Schläger an den Nagel gehängt hätten, bewies der 29-Jährige einmal mehr seine Comeback-Qualitäten. 2019 kämpfte er sich mit viel Herz und harter Arbeit zurück auf die ATP-Tour.

"Cedi" musste 2019 allerdings lange auf ein Erfolgserlebnis warten, denn die ersten Matches nach langer Spielpause gingen allesamt verloren. Beim Sandplatzturnier in Marrakesch musste er sich Jo-Wilfried Tsonga geschlagen geben, beim Heimturnier in München verlor der Wahlbayer (Stebe trainiert seit 2014 an Tennis Base Academy in München Oberhaching) in der ersten Runde gegen Denis Istomin. Auch in Roland Garros und Wimbledon, wo der ehemalige Top100-Spieler von der „Protected-Ranking“-Regelung Gebrauch machte, musste er sofort die Segel streichen.

„Cedi“ spielt sich in der Schweiz in einen Rausch

Davon ließ sich der Linkshänder jedoch nicht entmutigen. Nach weiteren Erstrundenpleiten in Umag und beim ATP-Challenger in Braunschweig war er ohne große Erwartungen zum Turnier in Gstaad gereist. Und das zahlte sich aus. Gegen den an Position acht gesetzten Franzosen Corentin Moutet spielte Stebe befreit auf und behielt mit 6:4, 6:4 überraschend die Oberhand. Damit feierte er seinen ersten Sieg auf der ATP-Tour nach fast zwei Jahren. Stebes letzter Sieg in einem ATP-Hauptfeld datierte von den US Open 2017.

Dieser Sieg gab ihm sichtbar Auftrieb und plötzlich spielte er sich in einen Rausch. Es folgten Siege gegen Jiri Vesely, Thomas Fabbiano und Joao Sousa und wie Phoenix aus der Asche tauchte der Deutsche mit dem Stirnband plötzlich im Finale auf. Dort endete seine Siegesserie gegen den Spanier Albert Ramos-Vinolas. Bei nur 16 Grad hatte die Partie wegen andauernder Regenfälle erst mit stundenlanger Verspätung begonnen. Stebe musste sich letztlich glatt in zwei Sätzen geschlagen geben. Dadurch verpasste er zwar seinen Premierentitel auf der ATP-Tour, dennoch war es eines der besten Turniere seiner Karriere – und gleichzeitig der Beweis, dass sich die Quälerei für das Comeback gelohnt hat.

Als damalige Nummer 455 der Weltrangliste war Stebe der am schlechtesten platzierteste Finalist bei einem ATP-Turnier in den vergangenen zehn Jahren. Durch den Finaleinzug machte Stebe danach knapp 200 Plätze im Ranking gut.

Erstes Match im Arthur Ashe Stadium

Die Hartplatzsaison im Spätsommer begann zunächst ernüchterend. In Los Cabos (Mexiko) und Winston-Salem (USA) war zunächst wieder in der ersten Runde Schluss. Bei den US-Open setzte Stebe allerdings ein Ausrufezeichen, als er in der ersten Runde den favorisierten Filip Krajinovic bezwingen konnte. In der zweiten Runde legte er gegen Marin Cilic einen guten Start hin und holte sich den ersten Satz. Dann erwies sich der frühere US-Open-Champion jedoch als zu stark. Für Stebe war es jedoch eine besondere Premiere: Zum ersten Mal durfte er im Arthur Ashe Stadium spielen.

Gut lief es für Stebe auch beim Hallenturnier in Stockholm. Über die Qualifikation kämpfte er sich bis ins Viertelfinale, ehe am späteren Sieger Denis Shapovalov scheiterte. Aber dieses Turnier war ein weiterer Beweis, dass Stebe immer noch mit den besten Spielern der Welt mithalten kann.

Wenn der Körper mitspielt, dann ist mit Stebe auch im Jahr 2020 zu rechnen. Mittlerweile hat er sich in der Weltrangliste auf Platz 166 zurückgekämpft und die Top100 als großes Ziel vor Augen. Nach den vielen Rückschlägen wäre dem sympathischen Mann mit dem Stirnband eine komplett verletzungsfreie Saison und ein Turniersieg auf der ATP-Tour zu gönnen. Dann hat sich die Quälerei für das Comeback endgültig gelohnt.

 (Bild: (c) imago images / Bildbyran)

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Fabian Buß
am 07.12.2019 gepostet von:
Fabian Buß
Als kleiner Junge stand Fabian erstmals auf dem Tennisplatz und als Teenie schaute er fasziniert dem jungen Roger Federer am Hamburger Rothenbaum zu. Diese Faszination ist bis heute geblieben und spornte ihn an, Redakteur zu werden und über Sport zu berichten. Sein Motto: „Der Ball ist rund und man weiß nie, was passieren wird!“

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