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Kyrgios, Medvedev, Tsitsipas, Zverev: Die heftigsten Ausraster der Saison

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11.12.2019|10:00 Uhr|von Fabian Buß
Kyrgios, Medvedev, Tsitsipas, Zverev: Die heftigsten Ausraster der Saison

2019 haben sich mehrere Stars auf dem Platz daneben benommen.  Sie haben geflucht, Schläger zertrümmert und Schiedsrichter beleidigt. Einer schmiss sogar einen Stuhl auf den Platz.

Die lange Skandalakte des Nick Kyrgios

Würde die ATP einen Preis für die meisten Ausraster in einer Saison verleihen, dann wäre Nick Kyrgios einmal mehr der eindeutige Sieger. 2019 sorgte der Australier, der wie kein anderer Spieler polarisiert, gleich für mehrere Eklats. Unrühmlicher Höhepunkt: Beim ATP-Masters in Rom wurde der „Bad Boy“ des Profitennis in seinem Zweitrundenmatch gegen den Norweger Casper Ruud disqualifiziert, nachdem er in der Pause aus Frust einen Stuhl auf dem Platz geworfen hatte. Zuvor hatte er sich bereits mehrfach mit dem Publikum und einem Ordner angelegt. Laut fluchend verließ Kyrgios nach seiner Disqualifikation den Platz. Die Strafe der ATP: 20.000 Euro musste Kyrgios zahlen. Zudem verlor er die 45 Weltranglistenpunkte, die er in Rom gesammelt hatte.

Ebenfalls unrühmlich war sein Abgang beim Rasenturnier in Queens. Nach seiner Niederlage gegen den Kanadaier Felix Auger-Aliassime schmiss der Heißsporn aus Canberra seinen Schläger in hohem Bogen über die Zuschauertribüne aus dem Stadion. Nur mit viel Glück wurde niemand durch dieses Wurfgeschoss verletzt.

Negativ fiel Kyrgios auch in Wimbledon auf. Mehrmals hatte er in seinem Match gegen Rafael Nadal versucht, den am Netz stehenden Spanier abzuschießen. Nach der Niederlage gab er offen zu, bewusst die Brust des Spaniers treffen zu wollen. Eine Aussage, die bei Kollegen und Fans gleichermaßen für Kopfschütteln sorgte.

Nach einem erneuten Ausraster in Cincinnati (Kyrgios hatte in den Katakomben mehrere Schläger zertrümmert und in Richtung des Schiedsrichters gespuckt) griff die ATP erneut durch und brummte ihm eine persönliche Rekordstrafe auf. 113.000 US-Dollar musste der 24-Jährige zahlen, zudem droht ihm eine Sperre bei weiteren drastischen Vergehen. Der Bestrafte reagierte prompt: "Ich vermute, ich muss mich jetzt sechs Monate von meiner besten Seite zeigen", schrieb er bei Instagram. Ob ihm das gelingt, darf angesichts der langen Skandalakte bezweifelt werden.

Fognini und der Bomben-Eklat

Fabio Fognini ist für sein italienisches Temperament bekannt.  Der 32-Jährige flucht gerne mal oder diskutiert mit dem Schiedsrichter.  In Wimbledon schoss der Familienvater, der mit der ehemaligen Profispielerin Flavia Pennetta liiert ist, jedoch eindeutig über das Ziel hinaus. Während seines Drittrunden-Matches gegen Tennys Sandgren aus den USA war der Italiener sichtlich unzufrieden mit seinem Spiel und den Bedingungen auf Platz 14.Beim Stand von 2:2 im zweiten Satz schimpfte der Italiener lautstark in seiner Heimatsprache vor sich hin: "Das ist doch nicht fair hier. Verdammte Engländer, verdammt noch mal. Ich wünschte, eine Bombe würde über diesem Klub explodieren. Hier sollte wirklich eine Bombe hochgehen."

Was Fognini nicht wusste: Der Centre Court des berühmten All England Lawn Tennis and Croquet Clubs in Wimbledon wurde während des zweiten Weltkriegs tatsächlich von den Nazis bombardiert. Dementsprechend hohe Wellen sorgte diese verbale Entgleisung nach dem Match, das der Italiener glatt in drei Sätzen verlor. Der Heißsporn aus Sanremo entschuldigte sich im Anschluss kleinlaut auf der Pressekonferenz. "Ich hatte hier heute wirklich etwas zu verlieren. Wenn ich jemanden angegriffen habe, entschuldige ich mich, kein Problem", sagte Fognini. Der Turnierveranstalter ließ Gnade vor Recht ergehen: Nur umgerechnet  2700 Euro musste er für seine Schimpftirade zahlen.

Medvedevs Mittelfinger

Daniil Medvedev liebt es zu provozieren. Das stellte er bei den US Open 2019 einmal mehr unter Beweis. Der Russe spielte in New York sensationelles Tennis und zog in sein erstes Grand-Slam-Finale ein, doch beim Publikum machte er sich nicht gerade beliebt. In seinem Drittrundenmatch gegen den Spanier Feliciano Lopez hatte der Russe einem Ballkind das ihm angebotene Handtuch rüde aus der Hand gerissen. Als er dafür eine Verwarnung kassierte, warf der 23-Jährige wütend seinen Schläger und tippte mit dem Mittelfinger an seine Schläfe.

Die „Stinkefinger“-Geste war an das Publikum gerichtet, die den Mann aus Moskau nach dem Vorfall mit dem Balljungen lautstark ausgepfiffen hatte. Die Szene wurde auf den Leinwänden im Stadion gezeigt und fortan hatte Russe die Zuschauer gegen sich. Doch das schien nicht zu stören. Im Gegenteil: Beim On-Court-Interview  nach seinem Fünfsatzsieg gegen Lopez forderte Medwedew das Publikum auf, ihn in den nächsten Spielen weiter auszupfeifen. "Ich danke euch. Eure Energie hat mir den Sieg gebracht. Wenn ihr heute Nacht schlafen geht, sollt ihr wissen, dass ich nur wegen euch gewonnen habe", sagte er unter lautstarken Buhrufen. Im Anschluss entschuldigte sich zwar auf der Pressekonferenz für sein Verhalten, die Herzen vieler Fans konnte er nach diesem Auftritt aber nicht zurückgewinnen. Die Turnier-Veranstalter belegten Medwedew mit einer Geldstrafe von 9000 US-Dollar, 5000 wegen unsportlichen Verhaltens und 4000 wegen der „obszönen Geste“.

Medvedev ist auf der ATP-Tour schon vorher negativ aufgefallen:  In Wimbledon warf er 2017 nach einer Fünfsatzniederlage geben Ruben Bemelmans einige Geldmünzen in Richtung Schiedsrichterstuhl. Er verdächtigte damit mehr als eindeutig die Unparteiischen der Manipulation und machte sie für seine Niederlage verantwortlich. Auch damals entschuldigte er sich. Doch dieses Jahr hat gezeigt: Sein Temperament hat der Top10-Spieler nicht immer im Griff.

Zverev weckt Erinnerungen an Baghdatis

Alexander Zverev zeigt seine Emotionen gerne auf dem Court. Läuft es gut, schreit er seine Freude lautstark heraus und feuert sich an. Läuft es aber schlecht, muss ab und an auch der Schläger dran glauben. So geschehen bei den Australian Open 2019. In seinem Viertrundenmatch gegen den Kanadier Milos Ranic erwischte Zverev einen rabenschwarzen Tag, nichts wollte ihm gelingen. Während einer Pause im zweiten Satz ließ er seiner Wut freien Lauf und hämmerte seinen Schläger gleich acht Mal (!) mit voller Wucht auf den Boden.

Es brachte nichts, der Schläger war völlig ramponiert und das Spiel ging verloren. Etwas Gutes hatte der Ausraster aber doch: das Video wurde in den Sozialen Medien zum Hit. Zverev weckte damit Erinnerungen an Marcos Baghdatis, der bei den Australian Open 2012 in einer Pause gleich vier(!) Schläger hintereinander zertrümmerte. Die pralle Sonne Australiens scheint die Gemüter vieler Stars zu erhitzen - zum Leidwesen der Schläger.

Tsitsipas flippt aus wegen "Franzosen"

Stefanos Tsitsipas bringt alles mit, was ein Topstar braucht. Er spielt sensationelles Tennis, arbeitet sehr hart für den Erfolg und zeigt Emotionen, die viele Tennisfans sehen wollen. Dass der 21-Jährige aber nicht nur der nette Sunnyboy aus Griechenland sein kann, bewies er bei den US Open. Während seiner Erstrundenniederlage gegen den Russen Andrey Rublev pöbelte Tsitsipas lautstark auf dem Platz. Er beschimpfte den französischen Schiedsrichter Damien Dumosis und forderte aktiv eine Verwarnung für sich selbst wegen Zeitüberschreitung. „Aus irgendeinem Grund hast du etwas gegen mich. Ich weiß nicht was. Vielleicht, weil du Franzose bist. Ihr seid alles Spinner. Ihr seid alles Spinner. Gib mir die Verwarnung, stört mich nicht. Gib mir die Verwarnung, gib mir die Verwarnung, los, gib mir die Verwarnung. Es stört mich nicht", schrie er dem Schiedsrichter entgegen.

Die Verwarnung und ein Punktabzug folgten, als Tsitsipas während seiner Schimpftirade zu lange in seiner Tasche nach einem Shirt und dem für ihn typischen Bandana kramte. Schon zuvor war der Senkrechtstarter aus Athen verwarnt worden, einmal wegen unerlaubten Coachings, einmal wegen Zeitüberschreitung. Tsitsipas verlor durch diese verbalen Scharmützel die Konzentration und später auch das Match.

(Bild (c) imago images / PanoramiC)

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Fabian Buß
am 11.12.2019 gepostet von:
Fabian Buß
Als kleiner Junge stand Fabian erstmals auf dem Tennisplatz und als Teenie schaute er fasziniert dem jungen Roger Federer am Hamburger Rothenbaum zu. Diese Faszination ist bis heute geblieben und spornte ihn an, Redakteur zu werden und über Sport zu berichten. Sein Motto: „Der Ball ist rund und man weiß nie, was passieren wird!“

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PROFIS AUS DEM BEITRAG

Stefanos Tsitsipas
Greece Stefanos Tsitsipas ATP #6
Fabio Fognini
Italy Fabio Fognini ATP #11
Nick Kyrgios
Australia Nick Kyrgios ATP #21
Daniil Medvedev
Russia Daniil Medvedev ATP #5
Alexander Zverev
Germany Alexander Zverev ATP #7