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Federer-Wahnsinn: 100. Melbourne-Sieg nach 5 irren Sätzen

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24.01.2020|14:50 Uhr|von Dennis Ebbecke
Federer-Wahnsinn: 100. Melbourne-Sieg nach 5 irren Sätzen

Eine solche Szene gibt es auch nicht alle Tage lang zu beobachten: Noch vor dem Start der Night Session spielte sich Roger Federer in der Rod Laver Arena ein - und zwar unter anderem mit seinem Drittrundengegner John Millman sowie mit den Ex-Profis Lleyton Hewitt und Marat Safin.

Diese entspannte Atmosphäre nahm der Schweizer offensichtlich auch ins spätere Match mit - allerdings nur zu Beginn. Federer ließ zunächst nämlich die nötige Aggressivität vermissen, zog dann aber doch nach fünf hart umkämpften Sätzen voller irrer Wendungen mit 4:6, 7:6 (2), 6:4, 4:6, 7:6 (8) ins Achtelfinale ein.

Nachdem Federer in den ersten beiden Runden über seine Gegner quasi hinweggeflogen war (glatte Siege gegen Steve Johnson und Filip Krajinovic), war damit zu rechnen, dass er es in seinem Drittrundenmatch deutlich schwerer haben dürfte - und zwar aus drei Gründen.

Erstens: Millman ist Lokalmatador und hat damit die australischen Fans hinter sich - auch wenn kein Spieler gegen Publikumsliebling Federer auf ein reines Heimspiel hoffen sollte. Zweitens: Der Australier konnte dem "Maestro" bereits bei den US Open 2018 eine überraschende Niederlage beibringen. Drittens: Die Spielweise des 30-Jährigen liegt Federer nach Einschätzung von Boris Becker nicht wirklich. Millman sei laut des Eurosport-Experten gut zu Fuß und verfüge über gute Returns. "Federer muss jeden Punkt erarbeiten, das geht an die Physis. Je länger das Match, desto besser für den Australier", so Becker vor dem Top-Match der Night Session in der ausverkauften Rod Laver Arena.

Kaum Tempowechsel und zu viele Unforced Errors bei Federer

Dass es tatsächlich keinen dritten Federer-Durchmarsch in Folge geben würde, zeigte sich bereits im ersten Satz, in dem der Favorit ein Sammelsurium an Fehlern produzierte. 14 Unforced Errors (davon alleine neun auf der Vorhand) und zwei Aufschlagverluste waren zu viel, um den Weltranglisten-47. in Schach zu halten.

Nach gut einer halben Stunde machte Millman den wichtigen Satzgewinn perfekt, weil er Federers Spiel gut lesen konnte. Der sechsmalige Melbourne-Champion variierte viel zu selten und verzichtete auf die dringend notwendigen Tempowechsel.

Zweiter und dritter Satz: Der "Maestro" findet ein Mittel

Erst im Verlauf des zweiten Satzes fand Federer ein neues und vor allem effektiveres Mittel, agierte aggressiver und ließ sein bisheriges Schema hinter sich. Und noch wichtiger: Er war da, als es drauf ankam - nämlich im Tiebreak. Auch im dritten Durchgang sahen die Tennisfans ein Duell, das sich weitestgehend auf Augenhöhe befand. Millman spielte weiterhin druckvoll, vielleicht in entscheidenden Phasen sogar einen Tick zu offensiv.

Bei 4:5 erlebte er ein Wechselbad der Gefühle. Mit einem Doppelfehler ermöglichte der Australier seinem Kontrahenten einen Breakball, den er anschließend mit einem Ass "eiskalt" abwehren kannte. Am Ende gab der Außenseiter sein Aufschlagspiel - und damit den Satz - dennoch ab, weil er bei einer Rückhand etwas überpowerte.

Nun war Federer erstmals auch auf dem Tableau im Vorteil. Allerdings verpasste er die Gelegenheit, sich abzusetzen. Der Grund: Das Spiel der Nummer drei der Welt erinnerte im vierten Satz wieder an den Federer des ersten Durchgangs. Er variierte zu wenig, spielte Millman den Ball immer wieder in die Vorhand. Die Folge war das Break zum 3:4 und letztlich der Satzverlust.

Fünfter Satz: Millman im Vorteil - Federer im Stile eines Champions

Und es wurde für die Fans des Schweizers nicht besser. Im Gegenteil: Der 38-Jährige gab seinen Vorteil, im entscheidenden fünften Satz vorlegen zu können, früh ab - mit einem Aufschlagverlust zum 2:1 für Millman. Doch der "Maestro" wäre nicht der "Maestro", wenn er nicht auch an einem durchwachsenen Tag Comeback-Qualitäten zeigen würde. Roger holte sich das Re-Break und machte später seinen 100. Sieg bei den Australian Open perfekt. Wahnsinn: Im Match-Tiebreak drehte er ein 4:8 mit Hilfe von sechs (!) Punkten in Folge in einen 10:8-Erfolg um.

Randnotiz: Der Schweizer hat nun auch wieder die meisten Fünfsatzmatches in Melbourne auf dem Buckel, nachdem Andreas Seppi diesen Federer-Rekord gestern mit seinem 14. fünften Satz eingestellt hatte.

(Bild © imago images / AAP)

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Dennis Ebbecke
am 24.01.2020 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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