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Achtelfinaleinzug! Kerber siegt mit viel Willenskraft gegen Giorgi

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25.01.2020|03:25 Uhr|von Christian Schwell
Achtelfinaleinzug! Kerber siegt mit viel Willenskraft gegen Giorgi

Angelique Kerber (WTA 18) hat zum siebten Mal in ihrer Karriere das Achtelfinale der Australian Open erreicht. In einer Partie, in der sich ihre italienische Gegnerin Camila Giorgi (WTA 102) nach dem ersten Satz enorm steigerte, siegte die deutsche Nummer eins mit einer willensstarken Energieleistung  6:1, 6:7 (4), 6:3.
 
Giorgi zog von Beginn der Partie an das kompromisslose Alles-oder-nichts-Prinzip durch, mit dem sie in den ersten beiden Runden Antonia Lottner und Svetlana Kuznetsova regelrecht überrannt hatte. Das führte zu einem schnellen Rebreak zum 1:1, danach aber nur noch zu einer heftigen Fehlerorgie bei der Italienerin.

Fehlerorgie bei Giorgi in Satz eins

Kerber musste wenig mehr machen, als regelmäßig konzentriert und lang die Bälle ins Feld zu bringen, die Gegnerin ein wenig zu bewegen und auf den nächsten Fehler zu warten. Der kam in den ersten 26 Minuten der Partie dann meist prompt. Wenn Kerber überhaupt den Ball zurückbringen musste, denn zu den  14 Fehlern der 102 der Welt aus dem Spiel heraus gesellten sich auch noch haarsträubende acht Doppelfehler von Giorgi. Das ließ den ersten Satz zur Einbahnstraße werden, an deren Ende ein klares 6:1 für Kerber stand.

Giorgi steigert sich

Im zweiten Satz zeigte sich dann aber, dass der Ablauf der Partie trotz oder gerade des klaren Ergebnisses auch Gefahren für Kerber bereit hielt, die bis dahin kaum gefordert worden war. Etwas weniger Länge bei Kerber und ein paar Eigenfehler mehr bei ihr, etwas mehr Dosierung in der Schlaghärte bei Giorgi und eine daraus resultierende Reduzierung der indiskutablen Fehlerquote: Schon ergab sich ein vom Punktestand ausgeglichener Matchverlauf ohne eine einzige Breakchance auf beiden Seiten.

Eine Italienerin, die jetzt die richtige Mischung in ihrem Spiel gefunden hatte, wurde so immer mehr zur Bedrohung für die Melbourne-Siegerin von 2016, zumal sie in Satz zwei immer mit dem Service vorlegen konnte. Kerber hielt bei 4:6 und 5:6 dem Druck stand, gegen einen Satzverlust servieren zu müssen, konnte sich selbst aber auch nicht mehr in die Nähe einer eigenen Breakmöglichkeit spielen. 

Im Tiebreak wird Kerber nach Führung zu passiv

So ging der zweite Satz in die Tiebreak-Entscheidung. Dort schien die Kielerin mit einem tollen Passierball zum 3-1 schon den entscheidenden Nadelstich  gesetzt zu haben. Danach aber agierte sie deutlich zu passiv, legte ihr Schicksal dadurch komplett in die Hände von Giorgi. Und die tat ihr nicht den Gefallen, mit weiteren Eigenfehlern das Match selbst gegen sich zu entscheiden. Von den nächsten  sieben ausgespielten Punkten holte sich die 28-Jährige aus Macerata deren sechs und holte sich frenetisch angefeuert von ihrem Vater und Trainer Sergio den Satz.

Die Deutsche mit der Führung im Entscheidungssatz 

Als Angelique Kerber danach in ihrem ersten Aufschlagspiel mit 0:30 ins Hintertreffen geriet, musste man befürchten, dass dieser Spielverlauf eine zu  große mentale Hypothek für den Entscheidungssatz darstellen könnte. Diese gefährliche Situation überstand die mittlerweile 32-Jährige, geriet in ihrem nächsten Aufschlagspiel bei drei Breakbällen gegen sich aber in noch größere Not. Kerber hielt nun aber verbissen dagegen. Das Match steigerte sich vom Niveau her gerade gegenüber dem ersten Satz erheblich, was vor allen Dingen daran lag, dass die Deutsche in dieser Phase ihre Passivität ablegte und auch selbst in den Ballwechseln initiativ wurde. Nachdem ihr gerade noch der vorentscheidende Rückstand gedroht hatte, zog sie selbst mit einem Break auf 4:1 davon.   

"Ich habe gefightet und weiter an mich geglaubt"

Giorgi blieb ihrem Hochrisiko-Stil aber auch jetzt weiter treu. Und wurde trotz aller Fehler noch einmal mit einem Rebreak belohnt. Kerber behielt aber die Nerven, holte sich das Break sofort zurück und konnte anschließend mit dem eigenen Aufschlag die Partie beenden. "Ich habe gefightet und weiter an mich geglaubt", fasste sie anschließend ihre positive Einstellung im dritten Satz zusammen, die entscheidend für den Erfolg war. "Es ist großartig wieder in der zweiten Woche von Melbourne zu sein". Die hat sie jetzt zum fünften Mal in Folge erreicht. Im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale trifft Kerber am Montag auf die Russin Anastasia Pavlyuchenkova, die überraschend die tschechische Weltranglistenzweite Karolina Pliskova bezwang.

(Bild: (c) imago images / ZUMA Press

       



    

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Christian Schwell
am 25.01.2020 gepostet von:
Christian Schwell
Redakteur
Christian ist wie so viele im Zuge des Becker-Booms zum Tennis gekommen. Ein Tennis-Verrückter, der seine Texte gerne mit etwas Humor würzt. Der ist besser als sein Tennisspiel. Glaubt er.

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