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Sandgren-Spektakel gegen vogelwilden Fognini

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26.01.2020|10:50 Uhr|von Adrian Rehling
Sandgren-Spektakel gegen vogelwilden Fognini

Dieser Typ ist einfach eine Sensation. Tennys Sandgren feiert bei den Australian Open seinen zweiten richtig großen Karrieredurchbruch.

Im Achtelfinale gegen Fabio Fognini riss der Amerikaner die Zuschauer in Melbourne - wieder einmal - von den Sitzen. Wie schon 2018, als Sandgren sensationell bis ins Viertelfinale vordrang. Nun steht die Nummer 100 der Welt nach dem 7:6, 5:7, 7:6, 6:4 erneut unter den besten Acht.

Als hätte der erste Satz nicht sportlich nicht schon genug zu bieten gehabt, wurde es danach erst so richtig spektakulär. Doch der Reihe nach: Fognini vergab insgesamt gleich fünf Breakbälle, musste deshalb über den Tiebreak gehen. Und in diesem behielt Sandgren mit 7:5 die Oberhand.

Nun zum Spektakel: Fognini war sauer, wieder einmal. Beschwerte sich, schimpfte - und kassierte die zweite Verwarnung. Der Supervisor kam auf den Court, wollte die Situation beschwichtigen. Dies gelang, aber vor allem deshalb, weil der Italiener auf einmal nach der normalen Pause zwischen den Sätzen einfach eine weitere dranhängte. Er verließ nämlich minutenlang den Court.

Tennys Sandgren zeigte sich - zurecht - verärgert über diese Aktion. Der Amerikaner zum Stuhlschiedsrichter Damien Dumusois: "Nur weil er Fabio Fognini ist? (...) Du hast Angst vor ihm (...) Und ihr wundert euch, warum wir manchmal sagen, dass Spieler bevorzugt werden?!"

Sandgren lenkte sich ab, feierte gemeinsam mit den Fans den Einspieler zu "Sweet Caroline" und groovte mit. Es wurde aber noch besser: Nach dem "Time"-Call ließ sich Fognini erneut aufreizend viel Zeit, was Sandgren nur noch mit einem süffisanten Lächeln quittierte. Zwischen dem letzten Punkt im ersten Satz und dem ersten Punkt im zweiten Durchgang lagen satte 6:23 Minuten.

Fognini zerreißt sich sein Shirt

Der zweite Satz begann direkt wieder mit einer wilden Szene. "Fogna" gab seinen Aufschlag zu Null ab - und zerriss sich kurzerhand sein Shirt. Die Konsequenz: Eine weitere Verwarnung vom französischen Schiedsrichter, diesmal sanktioniert mit einem Punktabzug. Nun ließ sich der Italiener behandeln, ausnahmsweise aber mit einem trifftigen Grund: Die Blasen an seinen Händen schmerzten, sahen auch - eingefangen von den TV-Kameras - übel aus. Schon zwei Tage zuvor hatte der Italiener nach seinem Erfolg von den Problemen erzählt.


Fognini musste sich nun denoch zusammenreißen, denn ein nächster Aussetzer hätte eine Spielstrafe nach sich gezogen. Und ein weiterer hinterher sogar die Disqualifikation. Der Heißsporn war auf Grund dessen völlig entnervt, verlor die ersten zwölf Ballwechsel des zweiten Durchgangs und lag schnell mit 0:4. hinten. Wer zu diesem Zeitpunkt aber mit der Vorentscheidung rechnete, lag (noch) weit daneben.

Denn plötzlich zauberte die Nummer zwölf der Welt. Mit einem Ass beim zweiten Aufschlag den ersten Spielgewinn eingefahren, direkt das Break zum 2:4 hinterher. Fognini war in einem Rausch, setzte diesen bis zum 5:4 fort.

Sandgren wirkte fassungslos, machte dann aber das einzig Richtige: Er besann sich auf seine Stärken. Die Belohnung folgte auf der Stelle, denn der Amerikaner holte sich drei Spielgewinne in Serie zur sensationellen 2:0-Führung.

Im dritten Durchgang ging es dann verhältnismäßig ruhig zur Sache. Nur eine kurze Irrung und Wirrung, als Sandgren zum 2:1 breakte, sich unmittelbar danach behandeln ließ, um direkt das Rebreak zu kassieren. Am Ende musste der Tiebreak her, den Fognini locker mit 7:2 für sich entschied.

Es ging also in den vierten Satz. In diesem war lange Zeit alles in der Reihe. Keine Breaks, keine Ausraster, kein Zoff. Fast wie ein normales Tennisspiel. Doch normal blieb es nicht, denn Tennys schlug genau im richtigen Moment zu - nämlich mit dem Break zum großen Triumph!

(Bild (c) imago images / AAP / Uk Sports Pics Ltd / Montage)

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Adrian Rehling
am 26.01.2020 gepostet von:
Adrian Rehling
Redakteur
Adrian liebt seinen Job. Social-Media-Spürnase, bringt das nötige Quäntchen Boulevard ins Team. Gute Laune in Person.

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