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Coaching von der Tribüne? Die WTA wagt es

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01.02.2020|17:30 Uhr|von Henrike Maas
Coaching von der Tribüne? Die WTA wagt es

Die WTA hat gegenüber ESPN bestätigt, dass Coaching von der Tribüne bald testweise auf Turnieren zugelassen wird. "Egal ob es sich um Anfeuerungen handelt oder um Worte, wenn die Spielerin auf der gleichen Seite des Courts ist, handelt oder um Handzeichen - Coaching dieser Art wird erlaubt sein", bestätigte die Spielerinnen-Organisation gegenüber dem Sportsender. Die ersten Turniere, bei denen die neue Regelung greift, sind die Dubai Duty Free Championships und die Hungarian Open (Debrecen). Zudem soll die Coaching-Möglichkeit auch bei allen restlichen WTA Premier- und WTA International-Turnieren in diesem Jahr zur Verfügung stehen.

Mit ihrem Vorstoss will die WTA, die beim Thema Coaching deutlich progressiver agiert als ATP und ITF, mehr Klarheit schaffen. Trotz des Verbots wäre das Coaching von der Tribüne regelmäßig vorgekommen, auch weil es schwer zu kontrollieren ist. Nun will man also eine eigentlich gängige Praxis einfach nur legalisieren. Nicht verändern wird der neue Regelvorstoss, dass längere Coaching-Gespräche weiterhin nur an der Spielerbank und das auch nur einmal pro Satz stattfinden können. Das sogenannte On court-Coaching gibt es auf der Damentour seit 2008.

Der Auslöser für die jüngste Ankündigung der WTA dürfte der 08. September 2018 gewesen sein. An diesem Tag gewann die Japanerin Naomi Osaka ihren ersten Grand Slam-Titel, indem sie ihr Idol Serena Williams mit 6:2, 6:4 klar besiegte. Berühmtheit gewann dieses Match aber leider nicht wegen Osakas Traumlauf, sondern wegen der dramatischen Diskussion zwischen Williams und dem Stuhlschiedsrichter Carlos Ramos. Der hatte die US-Amerikanerin im Match mehrfach verwarnt, unter anderem wegen verbotenem Coaching. Patrick Mouratoglou, damaliger und heutiger Trainer der ehemaligen Nummer 1, hatte ihr, laut Ramos, verbotene Handzeichen gegeben. Eine Behauptung, die Serena Williams vehement bestritt und darüber die Kontrolle über ihre Emotionen verlor und das Match verlor. 

Wenig verwunderlich, dass sich Mouratoglou positiv über die Ankündigung der WTA äußerte. "Tolle Neuigkeiten. Gratulation an die WTA, die dem Spiel mal wieder einen Schritt voraus ist", schrieb er unter anderem auf Twitter. Der 49-Jährige wünscht sich zudem eine ähnliche Regelung für die ATP. Auch Darren Cahill, Coach von Simona Halep, äußerte sich positiv über den Schritt. "Ich bin dafür", sagte der Australier gegenüber ESPN. "Ich liebe Traditionen. Ich bin alt. Also liebe ich die ganze Tradition des Tennis, das Eins-gegen-Eins und das Probleme lösen...Aber ich glaube auch, dass wir uns als Sport weiterentwickeln. Grand Slams mal beiseite, aber für die ATP und WTA müssen wir uns weiterentwickeln. Und ich denke, es ist wichtig, das Coching in diese Events zu bringen...Ich bin wirklich dafür und ich denke, die WTA tut etwas Gutes." 

Ob die Regelung nach der Testsaison 2020 ein fester Bestandteil der Damentour wird, muss sich am Ende des Jahres zeigen. 

(Bild © imago / GEPA pictures / Matthias Hauer)

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Henrike Maas
am 01.02.2020 gepostet von:
Henrike Maas
Redakteur
Henrike hat ihre Liebe zum Tennis erst später entdeckt, ist seitdem aber sowohl auf und neben dem Court immer dabei. In den Bereichen Technik, Taktik und Ausrüstung etwas detailverliebt, kann man mit ihr über alles rund um die gelbe Filzkugel reden.

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