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4:10 Stunden! "Domi" bezwingt "Rafa" in irrer Tiebreak-Schlacht

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29.01.2020|13:55 Uhr|von Maximilian Bohne
4:10 Stunden! "Domi" bezwingt "Rafa" in irrer Tiebreak-Schlacht

Es ist vollbracht! Dominic Thiem hat im Viertelfinale der Australian Open den Weltranglistenersten Rafael Nadal mit 7:6 (3), 7:6 (4), 4:6, 7:6 (6) geschlagen und sich in sein erstes Halbfinale in Melbourne gespielt. Dort trifft er am Freitag auf Alexander Zverev.


 
„Ich werde eine kalte Cola in meinem Hotelzimmer trinken. Und hoffe, dass sie sechs Stunden lang spielen. Damit sie so müde wie nur möglich sind“, sagte „Sascha“ nach seinem Viertelfinalsieg über Stan Wawrinka mit einem Augenzwinkern. Und es entwickelte sich tatsächlich von Beginn an ein intensiver Schlagabtausch auf allerhöchstem Niveau.
 
Hochklassiger Auftakt: „Domi“ behält die Nerven im Tiebreak
 
Den ersten Breakball im 14. Duell der beiden (9:4 Nadal, erst das zweite auf Hartplatz) erspielte sich der Österreicher beim Stand von 2:2. Doch Nadal wehrte ab und setzte seinen Kontrahenten beim Aufschlag wenig später selbst unter Druck, plötzlich stand es 3:4, 0:30 aus Sicht von Thiem. In der Manier eines Weltranglistenersten legte Nadal einen Rückhand-Winner nach, um dann mit einem perfekten Lob auf die Linie das erste Break der Partie klarzumachen. Doch mit dem Rücken zur Wand drehte Thiem, der vor allem in langen Ballwechseln immer wieder die Nase vorn hatte, richtig auf und holte sich mit aggressivstem Grundlinienspiel den Ausgleich zum 5:5.


 
Im folgenden Tiebreak ging „Rafa“ schnell mit 2:0 in Führung, dann zauberte aber „Domi“. Bei 6:3 umlief die Nummer fünf der Setzliste einmal mehr eine Rückhand und hämmerte die Vorhand unerreichbar für Nadal zum Satzgewinn nach 1:08 Stunde in die Ecke. Genauso ging es im zweiten Durchgang weiter. Die Zuschauer sahen weiter ein sehr unterhaltsames Match auf hohem Niveau. Ironischerweise war es ein Doppelfehler Thiems, durch den wieder Nadal die erste Breakführung zum 3:2 bekam. Doch wie schon im ersten Satz schien das den Österreicher zu beflügeln, der extrem selbstbewusst auftrat.


 
Thiem wieder mit entscheidendem Stich im Tiebreak
 
Ebenfalls mit einem Doppelfehler musste Nadal das Break zum 4:4 wieder hergeben, bei 5:6 dann sogar einen Satzball abwehren. Im zweiten Tiebreak der Partie ging jetzt der „Dominator“ schnell mit 4:0 in Front, bevor der Spanier zum 4:4 ausglich. Doch dann behielt wieder Thiem die Oberhand und entschied auch diesen Durchgang mit 7:4 für sich. Irre. Machte sich jetzt auch das Achtelfinale bemerkbar? Nadal hatte gegen Kyrgios in vier anstrengenden Sätzen bestanden, Thiem gegen Monfils in drei glatten Sätzen Körner gespart. 

Nadal schlägt zurück - und legt sich mit Schiedsrichterin an

„Domi“ hatte in seiner bisherigen Karriere erst eines von 39 Matches nach 2:0-Führung wieder abgegeben, Nadal auf Hartplatz noch nie einen solchen Rückstand gedreht. Alles sah jetzt nach der Überraschung aus. Und Thiem ließ nicht nach, das Spiel blieb weiter ausgeglichen und hochklassig. Beim Return bekamen jetzt beide weniger Zugriff, die Aufschlagspiele gingen problemloser als noch zuvor durch. Die ersten Break- und damit Satzbälle erspielte sich Nadal bei 5:4-Führung. Beim zweiten setzte Thiem eine Rückhand ins Netz - 6:4, Nadal war wieder da. 

Gerade schien wieder alles möglich für Nadal, da legte er sich mit Schiedsrichterin Aurelie Tourte an. Diese verwehrte ihm eine Challenge, „Rafa“ habe zu spät danach gefragt. Kurz beschwerte sich der Spanier, drehte sich dann fassungslos ab und brachte mit abfälligen Handbewegungen seinen Unmut zum Ausdruck. Schon im zweiten Durchgang hatte die Französin Nadal wegen Zeitüberschreitung beim Aufschlag mit einer Verwarnung belegt. Auch hier war der Spanier höchst unzufrieden und monierte fehlende Sensibilität nach langen Ballwechseln beim Starten der Shotclock.

Thiem zieht an - und ins Halbfinale gegen "Sascha"

Der ganze Rummel nutzte vor allem Thiem, der zum 2:1 im vierten breaken konnte. „Rafa“ musste jetzt kämpfen, um unter dem Dauerfeuer von Thiem überhaupt im Match zu bleiben. Bei 2:4, 0:30 befreite er sich noch einmal, verkürzte auf 3:4. Beim Ausservieren dann plötzlich die Chance für den Spanier nach mehreren Fehlern von Thiem - und mit einer Vorhand im Aus schenkte "Domi" der Nummer eins dann tatsächlich den 5:5-Ausgleich. Es kam wie es kommen musste: Der dritte Tiebreak. Die ersten fünf (!) Punkte gingen an den Rückschläger, dann erkämpfte sich Thiem den ersten Vorteil, 4:2! Dieses Mal behielt er die Nerven und verwandelte nach über vier Stunden seinen dritten Matchball zum 7:6 (3), 7:6 (4), 4:6, 7:6 (6) und bejubelte seinen ersten Sieg gegen Nadal auf Grand-Slam-Ebene.

Im Halbfinale trifft Thiem jetzt am Freitag auf seinen guten Freund Alexander Zverev. In den bisherigen Duellen der beiden hatte der Österreicher in sechs von acht Fällen die Nase vorn. "Es ist das erste Mal, dass ich in einem Grand-Slam-Halbfinale der ältere Spieler bin", so der glückliche Thiem nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern.  "Wir sind große Freunde und werden beide das beste Tennis geben. Es wird eine überragende Atmosphäre."

(Bild © imago images / AAP/Montage)

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Maximilian Bohne
am 29.01.2020 gepostet von:
Maximilian Bohne
Redakteur
Maximilian ist seit seiner Kindheit begeisterter Sportfan und Tennisspieler. Nach dem Abitur hat er sich dazu entschieden, seine beiden Leidenschaften, den Sport und das Schreiben, zu verbinden.

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