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Der irre Tiebreak und die Smash-Abwehr des Jahres

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31.01.2020|14:40 Uhr|von Dennis Ebbecke
Der irre Tiebreak und die Smash-Abwehr des Jahres

Es hat für "Sascha" nicht gereicht! Alexander Zverev hat das Finale der Australian Open 2020 verpasst, weil sein Gegner Dominic Thiem an diesem Tag häufig die bessere Antwort parat hatte und letztlich verdient mit 3:6, 6:4, 7:6 (3), 7:6 (4) gewann. Was bleibt, ist für den 22-Jährigen die Erinnerung an sein bis dato bestes Grand Slam mit bravourösen Autritten sowie dem Punkt des Turniers.

Dieser Smash war - und daran gibt es keinen Zweifel - nicht von dieser Welt. Im dritten Satz deutete zunächst vieles darauf hin, dass der Österreicher seinem Kumpel enteilen könnte. Er führte mit 3:1, hatte alles in der Hand. Doch auf einmal meldete sich Zverev zurück und pushte sich sowie seine Fans vor Ort dank eines unfassbaren Punktes. Der Deutsche feuerte einen Über-Kopf-Ball seines Kontrahenten wieder zurück auf die gegnerische Seite. Welch eine Smash-Abwehr! Im Anschluss riss er die Arme hoch und animierte das Publikum.

Die meisten Big Points gehen an Thiem - mit einer Ausnahme!

Dass sich Thiem von dieser Stimmung und dem wiedererstarkten Zverev nicht verunsichern ließ, sondern sogar den Satz für sich entscheiden konnte, spricht für die Erfahrung des 26-Jährigen, der sich in diesem Halbfinale in den entscheidenden Momenten einen Tick konsequenter präsentierte - mit Ausnahme dieser Rally, die schon jetzt ihren Platz in den Rückblicken auf das Tennisjahr 2020 sicher hat.

"Es war ein unwirkliches Match, erneut mit zwei Tiebreaks. Es war so hart und so eng", erklärte Thiem im Siegerinterview nach dem deutsch-österreichischen Duell. Bereits gegen "Rafa" Nadal im Viertelfinale hatte der Österreicher eine beeindruckende Nervenstärke an den Tag gelegt und drei (!) Tiebreaks für sich entschieden.

Laut Thiem ist Zverev "der Schlag des Jahres" gelungen

Natürlich kam Tennis-Legende John McEnroe in besagtem Interview aber nicht drumherum, den letztlich strahlenden Sieger auf Saschas "unglaublichen Über-Kopf-Ball von der Grundlinie" anzusprechen. Thiem quittierte diese Anspieltung mit einem breiten Grinsen und verwies auf die Schlüsselmomente, die in so einem Match auf Augenhöhe entscheiden. Diese gab es aus seiner Sicht durchaus auf beiden Seiten, wenngleich er zugeben musste, dass der "Schlag des Jahres" wohl an den Deutschen geht.

Das Nervenspiel fand seinen Höhepunkt schließlich im Tiebreak des vierten Satzes, der vor allem für Zverev ein Wechselbad der Gefühle war. Er startete mit einem Doppelfehler, der circa drei Meter ins Aus segelte und sah sich kurz darauf - wie bereits in Satz drei - einem 0:3-Rückstand gegenüber. Doch damit nicht genug, der Wahnsinn nahm seinen Lauf: Der DTB-Spieler holte sich erst zwei Mini-Breaks zurück, leistete sich dann einen ärgerlichen Smash-Fehler, nur um mit einem 213 km/h schnellen zweiten (!) Aufschlag wieder auf 3:4 zu verkürzen.

Am Ende reichte es für Zverev zwar nicht, doch auch Thiem war sichtlich froh, dass dieser irre Tiebreak endlich vorbei war und er als erster Österreicher überhaupt das Ticket für das Finale der Australian Open gelöst hatte.

(Bild (c) imago images / Xinhua)

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Dennis Ebbecke
am 31.01.2020 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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