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In diesem Moment wusste Sharapova, dass es bald vorbei ist

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27.02.2020|10:10 Uhr|von Dennis Ebbecke
In diesem Moment wusste Sharapova, dass es bald vorbei ist

Nachdem Maria Sharapova am Mittwoch ihren Rücktritt vom Tennis erklärt hatte, blieben einige Fragen offen. Dass der Zeitpunkt näherkommen würde, dürfte jedem Fan klar gewesen sein. Doch warum entschied sie sich ausgerechnet jetzt zu diesem Schritt? Zu einem Zeitpunkt, in dem der Tennis-Tross erst so richtig in der Saison ankommt. Die 32-Jährige hat immerhin die Strapazen der Vorbereitung auf sich genommen und startete bei den Australian Open.

Die Antwort hat Sharapova in ihrem ausführlichen Vogue-Announcement im Prinzip selbst gegeben, indem sie einen intimen Einblick in ihre Gedankenwelt gewährte. Der Entschluss, sich in den "Ruhestand" zu begeben, reifte demnach bereits bei den US Open 2019 - genauer gesagt, etwa eine halbe Stunde vor ihrem Erstrundenmatch gegen Serena Williams, das sie sang- und klanglos mit 1:6, 1:6 verlor.

30 Minuten vor dem Serena-Match traf Sharapova insgeheim eine Entscheidung

Doch es war weniger das Ergebnis, dass die Russin ins Grübeln gebracht hatte, sondern vielmehr dieser eine entscheidende Moment vor dem Betreten des Courts. Damals hörte sie auf ihre innere Stimme und akzeptierte die letzten Signale. "Eines davon kam vergangenen August bei den US Open. Hinter verschlossenen Türen, dreißig Minuten vor dem Einmarsch auf den Platz, musste ich meine Schulter betäuben, um das Spiel zu überstehen", erinnerte sich die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin an diesen richtungsweisenden Tag zurück.

Zwar seien Schulterverletzungen für sie nichts Neues gewesen (Sharapova hatte mehrfache Operationen überstanden und unzählige Monate in der Physiotherapie verbracht), doch das Gefühl vor dem Match gegen Serena war ein anderes. "Schon das Betreten des Platzes an diesem Tag fühlte sich wie ein letzter Sieg an, obwohl es natürlich nur der erste Schritt zum Sieg hätte sein sollen", so die Frau, die einst 21 Wochen als Weltranglistenerste vom Platz an der Sonne grüßte.

"Mein Körper ist zu einer Ablenkung geworden!"

Sharapova musste im Verlauf ihrer Karriere allerdings auch die Schattenseiten des Profisports durchleben. Diese haben die inzwischen 32-Jährige ebenso geprägt wie ihre großen, unvergesslichen Erfolge. Dazu gehören eben auch ihre Schulterprobleme, die sie in ihren Worten nicht etwa aufgegriffen hat, "um Mitleid zu erregen, sondern um eine neue Realität zu schaffen". Der Körper sei für die frühere Weltklassespielerin zu einer Ablenkung geworden.

Diese schmerzhafte Erkenntnis hat Sharapova akzeptiert - und zwar bereits im vergangenen Spätsommer. Vielleicht beantworten diese sehr persönlichen Ausführungen letztlich auch die Frage, warum keine Abschiedstournee geplant ist. Im Grunde genommen begann die Abschiedstournee von der großen Maria Sharapova bereits im August - 30 Minuten vor dem Match gegen Serena!

(Bild (c) imago images / ZUMA Press)

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Dennis Ebbecke
am 27.02.2020 gepostet von:
Dennis Ebbecke
Redakteur
Dennis ist seit vielen Jahren als Sportredakteur tätig, fühlt sich vor allem in der Welt des Tennis und des Fußballs zu Hause. Auch auf dem Court trifft man ihn hin und wieder an, doch ein Blick auf seine LK beweist: Er verbringt deutlich mehr Stunden am Schreibtisch als auf dem Tennisplatz.

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